The Resurrected

The Resurrected

Nachdem der wohlhabende Chemiker Charles Dexter Ward eine Kiste mit alten Familienerbstücken erhalten hat, beginnt er sich zusehends merkwürdig zu verhalten. Dies beunruhigt seine Ehefrau Clare soweit, dass sie sich an den Privatdetektiv John March wendet, um die Ursache der Veränderung ihres Mannes zu ergründen. Die Erkenntnisse, die John im Zuge seiner Ermittlungen gewinnt, sind jedoch alles andere als erfreulich: So läßt sich der immer weiter von der Außenwelt abschottende Charles größere Mengen Blut und Leichenteile in das abgeschiedene Haus seines Vorfahren Joseph Curwen liefern, in das er sich zurückgezogen hat. Es scheint beinahe so, als ob er von dem Geist seines Ahnen besessen sei, der als Alchemist mit Leben und Tod experimentiert hatte… (OFDb-Filmworks)

The Resurrected

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob H.P. Lovecraft die 90er Jahre gefallen hätten. Da er ja ein schrecklich deprimierter, unglaublich schwieriger und noch dazu beinahe unmöglich zufriedenzustellender Mensch gewesen sein soll, so ist es wahrscheinlich gut, dass er die filmischen Bemühungen, die auf seinem abgedrehten Werk basieren, nicht zu Gesicht bekommen kann. Die von Lovecraft inspirierten Film-Adaptionen dieses Jahrzehnts variieren von grässlich (Chtulu Mansion, 1992) über schlecht (Shocking Fear, 1994) und mittelmäßig (Necronomicon, 1993; Hämoglobin, 1997), bis zu anständig und wirklich brauchbar (Castle Freak, 1995; The Resurrected, 1991), doch keiner von diesen Filmen brachte es zu einem echten Genre Meisterwerk, so wie es Stuart Gordon’s Re-Animator (1985) und From Beyond (1986) in den 80er Jahren geschafft hatten. Mit The Resurrected liefert Regisseur Dan O’Bannon einen stilvoll inszenierten und insgesamt sehr stimmungsvollen Chiller ab, der aber leider ein wenig überlang geraten ist und den obligatorischen Elan vermissen lässt, der einen Film unter den Horror-Fanatikern unsterblich machen kann. Der Plot folgt der Struktur des HP Kurz-Romans Der Fall Charles Dexter Ward (die gleiche Geschichte inspirierte Roger Corman zu Die Folterkammer des Hexenjägers, 1963) recht ordentlich und insbesondere dessen Übertragung in die Gegenwart konnte adäquat behandelt werden.

The Resurrected

Der Film beginnt mit einer wirklich vielversprechenden und finsteren Sequenz innerhalb einer Irrenanstalt, wo nach der angeblichen Flucht eines gefährlichen Patienten namens Charles Dexter Ward, Angst und Panik ausbrechen. Es folgt ein Schnitt zurück zu einem früheren Zeitpunkt, wo eine bestimmte Mrs. Ward Kontakt zu dem Privatdetektiv John Marsh sucht, da sich ihr Ehemann verdächtig distanziert verhält. Der Detektiv deckt langsam auf, dass Charles zusammen mit dem geheimnisvollen Doktor Ash in makaber okkulte Experimente verwickelt ist, wobei er sogar eine Methode entwickelt zu haben scheint, um den Tod betrügen zu können. Die schrecklich schockierenden Entdeckungen reißen nicht ab, als Marsh und Mrs. Ward Charles‘ Versteck entdecken und dessen Labor erkunden. Obwohl sie von einer stimmungsvollen und absorbierenden Atmosphäre profitiert, ist die erste Hälfte von The Resurrected zu geschwätzig und dennoch sparsam, wenn es darum geht den Zuschauer mit nützlichen Informationen zu versorgen. Ein langsamer Spannungsaufbau ist keine schlechte Sache, ja sogar zu begrüßen, hier jedoch dauert es ehrlich gesagt zu lange, bis einen die erste grausige Szene vom Sitz aufspringen lässt.

The Resurrected

Die zweite Hälfte des Films ist viel ereignisreicher, leidet aber gelegentlich unter unnötigem Füllsel Material, wie zum Beispiel die „Reise“ unserer Helden durch die dunklen Katakomben. Das große Finale weiss dann glücklicherweise dafür zu entschädigen und macht eine Menge richtig, ist erfinderisch und so ziemlich unmöglich vorherzusagen auch wenn man die anderen Film-Adaptionen dieser Lovecraft Geschichte gesehen hat. Es gibt zwar viel weniger Gore und Spezialeffekte als man erwarten würde, doch die monströsen Schöpfungen der FX-Künstler um Todd Masters sind ergötzlich und wirksam abstoßend. Set-Pieces, Beleuchtung, Kameraführung und Schnitt sind alle beeindruckend, nur die Musik ist ein wenig zu offensichtlich von Christopher Youngs Thema für Hellraiser gestohlen. Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt ziemlich hölzern, mit Ausnahme des vollkommen verlässlichen Chris Sarandon, dessen Darstellung von Charles Dexter Ward stellar ist und wirklich bedrohlich rüberkommt. Obwohl Dan O’Bannon nur zwei Filme gemacht hat (nämlich auch noch die äußerst gelungene „Zombiefilm-Parodie“ The Return of the Living Dead aka Verdammt, die Zombies kommen, 1985), bin ich davon überzeugt, dass viele Horror-Fans (mich eingeschlossen) sehr an einem Comeback des Regisseurs interessiert wären.

The Resurrected

OFDb Filmworks veröffentlicht The Resurrected in einer Limited Special 3-Disc-Edition im Rahmen ihrer Collectors Edition als Nummer 2 auf BluRay und DVD. Das Bild (1.77:1 auf DVD anamorph) ist auf beiden Scheiben als vollkommen zufriedenstellend bis wirklich gut zu bezeichnen. Beim Ton gibt es bei den beiden verfügbaren Spuren (deutsch, englisch DTS-HD Master Audio 2.0) auch keinen Grund zur Beschwerde, sie lassen sich auf BluRay sowie auf DVD wunderbar hören. Deutsche Untertitel sind auf Wunsch auch zuschaltbar. Auf der dritten Scheibe befindet sich eine tolle und recht breite Auswahl an Boni (siehe weiter unten), wobei die komplette zweiteilige Hörspielumsetzung H. P. Lovecraft – Der Fall Charles Dexter Ward aus der Reihe Gruselkabinett von Titania Medien ein ganz besonderes Extra darstellt. Die drei (!!!) Audiokommentare sind allesamt auf ihre eigene Weise informativ, unterhaltsam und abwechslungsreich. Das 84seitige (!!!), ansprechend gestaltete Booklet mit interessantem Text von Jörg Kopetz ist ein weiteres Highlight der Boni. Somit kann die Veröffentlichung als enorm gelungen bezeichnet werden. Lovecraft-Fans und andere Freunde des Phantastischen Films müssen hier unbedingt zuschlagen!
The Resurrected

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 The Resurrected

  • Darsteller: Chris Sarandon, John Terry, Todd Masters, Jane Sibbett, Robert Romanus
  • Regisseur(e): Dan O’Bannon
  • Format: Collector’s Edition
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Nicht geprüft
  • Studio: OFDb Filmworks
  • Produktionsjahr: 1991
  • Spieldauer: 101 Minuten

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The Resurrected

1 Blu-ray + 2 DVDs im Digipak
Limitiert & nummeriert auf 3.000 Exemplare (auf
beiliegendem Zertifikat)

The Resurrected BluRay DVD

Extras (auf Blu-ray großteils in HD- und auf separater Bonus-DVD in SD-Qualität):
• Audiokommentar von den Produzenten Mark Borde und Kenneth Raich, Drehbuchautor Brent V. Friedman,
Special Make-Up Effects Creator Todd Masters und Schauspieler Robert Romanus (englisch)
• Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch)
• Audiokommentar von Jörg Kopetz und Daniel Perée vom Wicked-Vision Magazin (deutsch)
• Adapting Lovecraft – Ein Interview mit Drehbuchautor Brent V. Friedman
• The Man Inside – Ein Interview mit Hauptdarsteller Chris Sarandon
• Human Experiments – Ein Interview Special Make-Up Effects Creator Todd Masters
• Grotesque Melodies – Ein Interview mit Komponist Richard Band
• Lovecraftian Landscapes – Ein Interview mit Produktionsdesigner Brent Thomas
• Deleted & Extended Scenes
• Dan O’Bannon’s Dankesrede bei der Verleihung des „Fangoria Chainsaw Awards for Best Independent/Direct-
To-Video Feature“ im Jahre 1992
• Trailer (US Video Promo & japanischer Trailer)
• Bildergalerie

  • H. P. Lovecraft – Der Fall Charles Dexter Ward (Teil 1 und 2) – die komplette Hörspielumsetzung der Lovecraft-Geschichte in der Reihe Gruselkabinett von Titania Medien (auf der Bonus-DVD übers Menü und zusätzlich im DVD-ROM-Part als MP3)

The Resurrected

Evil Dead / The Resurrected

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von OFDb Filmworks zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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