Time Out of Mind

Time out of mind ist ein Independent Film co-produziert von, und mit, Richard Gere, von 2015. Der mehrfache Festivalgewinner ist ein melancholischer Einblick in das Leben eines Obdachlosen, eine schnörkellose Verfilmung mit viel Herz und Authentizität.

Der Film handelt von George (Richard Gere) der nach dem Tod seiner Frau alles verlor: seinen Job, seinen Lebenswillen, und letztendlich auch seine Tochter, die seither mit ihm nichts mehr zu tun haben will. Alkoholismus oben drauf, steht er vor dem Nichts und lebt seither auf der Straße. Noch versucht er es zu verdrängen, redet sich ein dies und jenes zu haben, macht Leuten etwas vor, lehnt Hilfe ab. Doch die Wahrheit ist, dass er nichts mehr hat. Es dauert Tage, Wochen, wenn nicht Monate, bis er sich eingesteht, dass er mit den elementarsten Sachen beginnen muss, um sich aufzurappeln. Dazu gehört z.B. eine Geburtsurkunde um an einen Ausweis zu kommen um Sozialhilfe zu bekommen usw. Er lernt den bürokratischen Irrwitz genauso kennen wie die Hilfsbereitschaft anderer, und die Grenzen dessen wozu seine Tochter gewillt ist…..

time out of mind

Mit dieser subtilen, unaufgeregten und einfühlsamen Darstellung von Obdachlosigkeit, hat  Regisseur Oren Moverman (Rampart, The Messenger) wieder ein gesellschaftlich wichtiges und brisantes Thema angepackt. Gere, der den Film mit produziert hat, spielt eindrucksvoll und authentisch jemanden, der unverhofft in den Abgrund starrt, und in einer Mischung aus Verweigerung und Hilflosigkeit diese Welt kennen lernt. Eine Welt aus Hilfsbereitschaft, Ablehnung und Bürokratie. Es ist sowohl eine fast schon anklagende Message gegenüber dem fehlerhaften Sozialsystem der Vereinigten Staaten, aber ist ist vor allem eine Charakterstudie, die verschiedene Phasen zeigt die man durchläuft wenn einem der Boden unter den Füßen endgültig weggebrochen ist. Was das psychisch mit jemandem anstellt, sozial, gesundheitlich.

Es haben sich in den Nebenrollen einige bekannte Gesichter eingeschmuggelt, darunter Steve Buscemi (Reservoir Dogs, „Boardwalk Empire“), Michael Kenneth Williams („Boardwalk Empire“, „The Wire“) und Kyra Sedwick („Brooklyn Nine-Nine“). Es handelt sich aber jeweils um Cameos, denn es ist eine Richard Gere Show, eingerahmt von eher weniger bekannteren Gesichtern. Der Film ist eine kleine Indie-Produktion, und kommt ohne Hollywood Spielereien aus. Ein lobenswerter Ausflug Geres in die Welt bedeutsamer kleiner Filme zu wichtigen Themen. Dabei bleibt der Film relativ unpolitisch, hat ein nur angedeutetes Happy End und wirkt auch sonst eher ein wenig Dogma-artig. Sehenswert. Die BluRay bietet gute Qualität aber keine Extras.

Time out of mind

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Die BluRay wurde uns von KSM zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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