Tobruk

Tobruk ist ein WWII-Kriegsfilm von 1967 mit Rock Hudson (Blindfold), George Peppard (Breakfast at Tiffany’s) und Nigel Green (Zulu) in den Hauptrollen. Regie führte der qualitativ unauffällige Arthur Hiller.

Der kanadische Offizier Craig (Hudson) hatte einen Plan, wie man die Treibstoffvorräte von Rommels Afrikacorps in Tobruk sabotieren könnte, doch der Plan wurde abgelehnt. Jahre später, es ist 1942, können sich die Briten nur noch mit viel Mühe gegen die Nazis wehren, und so kramt man Craigs Plan nochmal hervor. Dieser ist allerdings in französischer Kriegsgefangenschaft. Flugs wird er von einem Kommando unter Führung von Kapitän Bergman (Peppard) befreit, und in die Wüste gebracht, wo er zusammen mit Bergmans jüdischer Spezialtruppe und dem britischen Colonel Harker (Green) den Auftrag bekommt, nach Tobruk zu spazieren und alles in die Luft zu jagen. Leichter gesagt als getan. Bergmans Truppe besteht allerdings aus jüdischen Emigranten und alle sprechen Deutsch. Der Plan ist also, dass Briten und der Kanadier getarnt als Gefangene eines deutschen Trupps schnurstracks mit LKWs nach Tobruk zischt…. ganz so einfach ist das dann allerdings doch nicht.

Tobruk

Unter all den Kriegsfilmen die es sich zum Thema machen, dem alten Wüstenfuchs Rommel irgendwie eins auf die Mütze zu geben, besticht Tobruk in erster Linie durch Stars und Feuerwerk. Peppard mimt mit einem leicht falschen Akzent den jüdischen Commando, und Hudson den wohl einzig normalen in der Truppe, der mit viel Fachwissen aber wenig Draufgängertum unter lauter Rambos versucht die Mission  zu retten, die er gar nicht antreten wollte. Getarnt als Deutsche und Kriegsgefangene machen sich die Saboteure auf den Weg mitten durch die Sahara. Ringsum italienische und deutsche Truppen, Minenfelder und Tuareg. Kurz vor dem Ziel wird klar, dass die Saboteure wohl ebenfalls sabotiert werden, und dann ist das ganze plötzlich mehr als nur ein Himmelfahrtskommando. Aber da die Landungseinheiten der Alliierten schon vor Tobruk geankert haben, bleibt der pflichtbewussten Soldatentruppe nur, die Mission durchzuziehen.

Tobruk

Mit 108 Minuten hat der Abenteuerfilm eine recht gute Länge. Es dauert ein wenig bis man sich mit den Charakteren anfreundet, dann ist der Trip durch die schön gefilmte Breitbild-Wüste allerdings eine ziemliche Freude. Zwar können abseits einiger Effekte (die ausgezeichnet oder nominiert wurden, nicht zu unrecht, man ließ es wirklich ordentlich krachen) die Kampfszenen nicht so recht überzeugen (zu chaotisch, zu belangloses Geballer), aber was den Film noch eher ausmacht ist die Spannung des Treks durch die Wüste, und deswegen nenne ich ihn ja auch Abenteuerfilm.

Der Krieg ist aber nicht nur im militärischen Sinne sehr präsent, sondern (im Originalton umso mehr) vor allem auch die Politik und der Rassismus. Seitenhiebe auf die Deutschen, die Juden, die Briten und sonst wen sind allgegenwärtiger Gesprächstoff, das Mistrauen in alle Richtungen ist groß. Als es zur Unterwanderung der Truppe kommt, ist die Überraschung gering, als hätte man es erwartet. Viele der Soldaten hätten aber – gemäß der Clichés der Zeit – eher gedacht die Juden führen sie hinters Licht. Jedenfalls trägt diese unterschwellige kulturelle Piekserei deutlich zur beklemmenden Atmosphäre des Films bei, der zwar gut unterhält und auch lustige Momente birgt, aber insgesamt ganz klar keine Komödie ist, sondern eben primär ein spannendes Abenteuer.

Tobruk

Die BluRay ist ein ziemlicher Schmaus. Zwar lässt die anfängliche Begeisterung über das hervorragende Bild etwas nach wenn man merkt, wie stark digital nachgeholfen wurde (edge enhancement), was vor allem bei Nachtszenen und Sand nicht so gut klappt, aber insgesamt muss man doch sagen so gut hat der Film bestimmt seit 1967 nicht mehr ausgesehen. Feinstes Breitbild mit großartigen Schärfen und Kontrasten machen den Film somit zur Freude. Beim Ton muss man sagen, das ganze klingt ordentlich, könnte aber etwas mehr Rumms machen. Getestet habe ich die Originaltonspur, die sprachlichen Feinheiten gehen bei der Synchro eh verloren. Deutsche Untertitel gibt es, ebenso wie den deutschen Trailer (Breitbild) und den amerikanischen Trailer (Vollbild) und eine Galerie an Fotos. Mehr nicht. Das ganze heißt „50th Anniversary Edition“, ich finde zum 50sten hätte man ruhig etwas mehr Extras auftreiben können.

Tobruk

Insgesamt würde man Tobruk nur schwerlich einen Rock Hudson Film nennen. Zwar brilliert der Star in seiner Rolle, schafft es aber nicht, den Film wirklich zu tragen. Auch Peppard ist nicht in Höchstform.

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tobruk blurayDie BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

Tobruk

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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