Todes-Brigade / Brigade des moeurs

Ein Transsexuellen-Mörder terrorisiert zusammen mit seiner Motorradgang die Straßen von Paris. Gerard Latluada, ein Polizist von der Sitte, nimmt das Gesetz selbst in die Hand und setzt alles daran, die sadistische Bande für immer unter die Erde zu bringen. Während die Polizei die Schlinge immer enger zieht und die Motive der Bande immer klarer werden, droht Latluadas Selbstjustizstreifzug aufzufliegen. Auch eine enge Freundin gerät ins Visier der kaltblütigen Mörderbande. Die Sache wird immer persönlicher, und das letzte große Blutvergießen ist unvermeidlich. (filmArt)

Zwei bewaffnete Männer auf Motorrädern eröffnen das Feuer auf mehrere Transvestiten in Bois de Boulogne. Der die Untersuchung durchführende Inspektor Gérard Lattuada (Thierry de Carbonnières) verfolgt die Spur des „Griechen“ (Jean-Pierre Bernard), einem großen Tier in der Pornoindustrie. Die Frau des letzteren wird festgenommen und kommt beim Versuch der Polizei zu entkommen ums Leben. Der „Grieche“ schickt einen Mörder, um ihren Tod zu rächen, indem er die Frau des Richters töten lässt, die gleichzeitig auch die Schwester von Inspektor Gérard Lattuada ist. Der Fall wird Gérard daraufhin entzogen, der jedoch wendet nun in wahrem Vigilanten-Stil wiederum die Methoden der Gangster an.

Todes-Brigade wurde von Roger Le Taillanter, Marc Pécas und Max Pécas (auch Regisseur) geschrieben und stellt einen schmierigen Film voller frontaler Nacktheit von Frauen sowie Männern, blutigen Schrotflintenmorden und Szenen brutaler Folter dar. Es gibt auch einen Besuch in der Leichenhalle zu bestaunen, der viele nackte, zerschossene Körper zu bieten hat. Ja, es handelt sich bei Brigade des moeurs um einen sehr gewalttätigen Film und abgesehen davon gestaltet er sich verdammt brutal. Es gilt mehrere Szenen von enormen Sadismus und harter Misshandlung von Frauen zu durchstehen. Einer weiblichen Figur wird sogar gedroht, sie mit einer zerbrochenen Flasche zu vergewaltigen (was an Lucio Fulcis Der New York Ripper erinnern lässt und zu den vormals geschnittenen Szenen gehört), sollte sie nicht bestimmtes Wissen preisgeben.

Der Film spiegelt seine Ära wider. Die letzte Schießerei findet im Low-Budget-Standby der 80er Jahre statt, einer verlassenen Fabrik. Darüber hinaus erweist sich der Hauptschurke als ein extrem sadistischer Homosexueller, der sich wie ein Clubpatron aus William Friedkins Cruising kleidet (ein Stereotyp, der damals bei so manchem Zuschauer möglicherweise sauer aufgestoßen ist). Todes-Brigade ist als ein expliziterer Film zu bezeichnen, als die üblichen Vigilante-Cop-Flicks mit niedrigem Budget, die zu VHS-Tagen sehr populär waren. Allerdings wurde er nicht besser produziert, die Actionszenen sind „nur“ kompetent in Szene gesetzt worden, während der Film milde zu unterhalten weiß, was jedoch vollkommen in Ordnung geht, solange man nicht zu viel von dem Streifen erwartet.

Brigade des moeurs ist nicht besonders gut, liefert aber auf jeden Fall ab. Was auf der Negativseite jedoch auffällt ist, dass die Geschichte während der Dreharbeiten erfunden worden zu sein scheint. Obwohl es einen Hinweis (den Kompass eines Opfers) gibt, der die Fälle miteinander verbindet, findet Gerard diesen Hinweis erst, nachdem er irgendwie festgestellt hat, dass die Fälle miteinander verbunden sind. Apropos Gerard, er wird von einem langweiligen Schauspieler namens Thierry de Carbonnieres (weit entfernt von Clint Eastwood) gespielt. Das Schauspiel ist ansonsten als ordentlich zu beschreiben, wobei noch recht professionell gedreht und nachbearbeitet wurde. Das Tempo ist gut, während der Streifen eine schäbige Großstadtatmosphäre übermittelt. Ach ja, wurde der Gewalt- und Blutfaktor (abseits der bereits genannten Misogynie) schon erwähnt? Ein (männlicher) Charakter bekommt mit einem Beil eine Hand abgehackt, worauf dieses Beil wenige Augenblicke später in dessen Kopf geschlagen wird, was wiederum stark an eine Sequenz aus Mario Bavas A Bay of Blood erinnert. Die Gore-FX sind übrigens weitgehend als wirklich gut zu bezeichnen! Todes-Brigade ist gewalttätig, brutal und schmuddelig! Sehr zu empfehlen, wenn man Hardcore-, Sleazy- und Ultragewalttätige-Action mag.

filmArt bringt Todes-Brigade in einer BluRay-Edition (auf 1000 Exemplare limitiert) heraus und leistet damit, wie bereits gewohnt, klasse Arbeit. Das Bild präsentiert sich im 1,85:1/1080p Full HD und sieht recht gut aus. Es konnten zwar nicht alle Schmutzpartikel entfernt werden aber das Bild zeigt sich dennoch gut restauriert. Beim Ton kann man zwischen den Sprachen, Deutsch und Französisch (DTS-HD Master Audio 5.1; Deutsch – TV-Mix: DTS-HD Master Audio 2.0) wählen, wobei deutsche sowie englische Untertitel zuschaltbar sind. Außerdem gibt es neben einem Trailer sowie einer filmArt-Trailershow noch die deutsche Pressefassung und alternative Sex-Szenen der Exportfassung zu sehen. Bei den beiden deutschen Sprachfassungen sollte man sich für die VHS-Synchronisation entscheiden, denn die geht völlig in Ordnung, während die Presse-Synchro entweder zum Heulen (weil so unterirdisch schlecht) oder Brüllen (vor Lachen, weil so unterirdisch schlecht) animiert. Wahrscheinlich haben sich hier ein paar Franzosen mit wenig Deutschkenntnissen an einer Synchronisation versucht, ohne wirklich zu wissen was sie da für Dialoge ablesen. Jedenfalls hört es sich so an!

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Diese Edition wurde uns freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt.

Das Bildmaterial stammt nicht von dieser Edition.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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