Todesparty 3 / Monster im Nachtexpress / Terror Train

Vor Jahren erlaubten sich die Mitglieder eines Uni-Verbindungshauses mit dem schüchternen Kenny auf einer Party einen bösen Scherz und legten ihm eine Leiche ins Bett. Daraufhin musste dieser sich erst mal in die psychiatrische Abteilung zurückziehen. Jahre später ist der Abend der Abschlussfeier gekommen: Um es richtig krachen zu lassen wird ein ausrangierter Zug samt Band und Buffet gemietet. Das Motto ist ein kleiner Maskenball. Leider versteckt sich hinter einer Maske ein mutmaßlicher Killer, der nur eins im Sinn hat: Rache auf mörderische Art und Weise! Ein gnadenloses Katz- und Mausspiel beginnt. Es kommt zu einem bestialischen Finale, das seinesgleichen sucht! (X-Rated)

Vor drei Jahren, am Silvesterabend, beschloss eine Gruppe von Medizinstudenten ihre Feierlichkeiten mit einem Streich zu beleben. Sie luden den sozial unfähigen Kenny (Derek McKinnon) zu einer Liaison mit Alana (Jamie Lee Curtis) ein, doch im Schlafzimmer erwartete ihn eine böse Überraschung. Die Studenten versteckten sich, einschließlich Alana, die Kenny dazu ermutigte sie zu küssen. Doch dann erkannte er zu seinem Entsetzen, dass nicht sie mit ihm im Bett lag, sondern eine Leiche, die zur Präparation in der Leichenhalle bestimmt war. Kenny bekam einen solchen Schock, sodass er einen Nervenzusammenbruch erlitt, der uns zu heute Abend führt und zur aktuellen Neujahrsfeier in einem antiken Dampfzug…

Na, wenn diese Geschichte die schlimmsten Befürchtungen bezüglich Medizinstudenten nicht bestätigt, dann weiß man auch nicht mehr weiter. Monster im Nachtexpress stellt einen weiteren Curtis-Slasher nach dem Genre-Giganten Halloween – Die Nacht des Grauens (1978) und den weniger guten Werken Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (1981) und Prom Night – Die Nacht des Schlächters (1980) dar. Es waren Filme wie diese, die für Jamie Lee Curtis auch heute noch bedeuten, dass sie damals ein absoluter Fan-Favorit war. In Todesparty 3 ist die von ihr gespielte Studentin Alana die einzige Figur unter ihren Kollegen, die echte Reue für das, was mit Kenny passiert ist, empfindet. Was sie eigentlich als diejenige auszeichnen müsste, die am wahrscheinlichsten überlebt, obwohl man immer noch behaupten könnte, dass sie genauso viel Blut an den Händen hat wie ihre Komplizen. Nach einem Drehbuch von T.Y. Drake wurde der Streifen sowohl von Halloween als auch von Silver Streak (Trans-Amerika-Express, 1976) inspiriert und könnte als unheilige Union zwischen den beiden angesehen werden.

Nicht, dass es hier viele Lacher geben würde, nicht einmal die beabsichtigen vermögen es richtig zu zünden, denn sie sind entweder gemein oder einfach nur lahm geraten. Auf der anderen Seite ist Monster im Nachtexpress als Slasher-Film vielleicht nicht der blutrünstigste, hat zu seinen Gunsten am Ende jedoch eine clevere Wendung zu bieten und versteht es sehr gut die neuartige Lokation eines Zuges auszunutzen. Sobald die Studenten in den Zug eingestiegen sind, befinden sie sich mitten im Nirgendwo bis zur nächsten Station, die kilometerweit entfernt ist. Sie sitzen also ziemlich fest in den Wagons, während sich der Verrückte einen nach dem anderen von ihnen holt.

Ein Charakter (vielleicht wegen seines schrecklichen Sinns für Humor) kommt nicht einmal an Bord und wird für seine Verkleidung getötet – alle außer dem Zugpersonal tragen Kostüme. Dieser frühe Mord könnte auf das wahre Thema von Terror Train hinweisen, da es einen Punkt gibt, an dem Tricks und Witze aufhören lustig zu sein, besonders dann, wenn man das Opfer des „Humors“ ist, wie Kenny einst herausfinden musste. Könnte er zurück sein, um sich zu rächen? Wenn ja, hinter welcher Maskerade versteckt er sich? Auf amüsante Art und Weise ist der Hauptverdächtige ein gewisser David Copperfield, ja, der weltberühmte Magier, der ein paar Zaubertricks unter der Begleitung von echter Disco-Musik aufführen darf (wir befinden uns hier im Jahr 1980 – es musste Disco-Musik in den Film integriert werden, denn das war damals Gesetz).

Alana findet heraus, dass Kenny ein Interesse an Magie hatte. Könnte er der Magier (hier nur als „Der Magier“ bezeichnet) sein? Nun, da Copperfield dem Kerl, den wir im Prolog gesehen haben, nicht allzu sehr ähnelt, scheint es nicht wahrscheinlich, aber seit drei Jahren hat ihn niemand mehr gesehen, also kann man sich nicht sicher sein. Den anderen sympathischen Charakter verkörpert der Zugbegleiter (gespielt vom einst hochkarätigen Westernstar Ben Johnson, der nachdem der Western aus der Mode gekommen war, solche Rollen annehmen musste), der immer wieder über die Körper stolpert, die der Mörder herumliegen lässt. Er muss jeglichen Ausbruch von Panik verhindern, während er dem Bösen nachspürt, jedoch hindert er Alana nicht daran zu begreifen was wirklich vor sich geht und sich der Jagd nach dem wahnsinnigen Mörder anzuschließen. Es ist durchaus als angemessen zu bezeichnen, dass die endgültige Enthüllung einen Streich darstellt, der dem Publikum auf eine bestimmte Art und Weise suggeriert „Natürlich! Warum ist mir das nicht schon vorher aufgefallen?!“ Obwohl Monster im Nachtexpress einen ziemlich gewöhnlichen Eintrag im Genre repräsentiert, erreicht er in Teilen die Überdurchschnittlichkeit.

X-Rated veröffentlicht Monster im Nachtexpress als Nummer 05 der X-Rated-International-Cult-Collection im Mediabook (DVD+Bluray) mit drei verschiedenen Covern, die alle limitiert sind. Allerdings ist der Film jetzt auch in der kleinen Hartbox zu bekommen. Bild (1,85:1 / 1080p) und Ton (deutsch und englisch DD 2.0) bewegen sich auf sehr gutem Niveau, da kann man überhaupt nichts beanstanden. Deutsche Untertitel können nicht zugeschaltet werden. Die Extras haben einige Highlights zu bieten und zwar einen Audiokommentar mit Gerd Naumann, Matthias Künnecke und Christopher Klaese, die wie gewohnt viel Interessantes zu berichten haben sowie ein 16seitiges Booklet von Christoph N. Kellerbach mit dem Titel „Ein detaillierter Blick auf den Rache-Slasher im Nachtexpress“! (nur im Mediabook enthalten) und einem Fan-Audiokommentar von Christoph N. Kellerbach und Tom Burgas. Die weiteren Boni bestehen aus einem US-Kinotrailer, umfangreichem Werbematerial, einem TV-Spot und dem deutschen Trailer.

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  • Darsteller: Jamie Lee Curtis, Ben Johnson, Hart Bochner, David Copperfield
  • Regisseur(e): Roger Spottiswoode
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.85:1
  • FSK: Nicht geprüft
  • Studio: X-Rated
  • Produktionsjahr: 1980
  • Spieldauer: 97 Minuten

Diese BluRay wurde uns freundlicherweise von X-Rated zur Verfügung gestellt.

Leider war es uns nicht möglich eigene screenshots anzufertigen.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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