Tödliche Beute / Deadly Prey

John Hogan trainiert eine Söldnertruppe. Finanziert durch Hintermänner, proben sie für ihren Einsatz. Hart und Unmenschlich – Fehler sind tödlich. Eines Tages greifen sie sich das falsche Opfer – Mike Danton. Ihn zu entführen und zu jagen ist ein Fehler. Hogan selbst hat ihn vor Jahren ausgebildet. Danton war der beste – und ist es immer noch. Eine grausame Jagd beginnt – der Gejagte wird zum gnadenlosen Jäger. (Medusa Home Video)

Colonel John Hogan (David Campbell) hat ein Trainingslager für Söldner an einem geheimen Ort in den kalifornischen Wäldern errichtet, wobei es sich nicht um ein gewöhnliches Trainingslager handelt. Wenn sich die Männer unter seiner Anleitung auf einer Trainingsmission befinden, gehen sie nicht einfach ihre Routinen durch, sondern machen Jagd auf lebende Beute, die sie exekutieren, sobald sie eingefangen ist. Da es sich bei den Unglücklichen jedoch um Menschen handelt, die vorher willkürlich von der Straße weg entführt werden, sind ihre Überlebensfähigkeiten alles andere als beeindruckend zu bezeichnen, was Hogan unzufrieden macht. Auf gewisse Art und Weise können seine Männer ihn jedoch milde stimmen, denn der nächste Mann, den sie für ihre Übungen gekidnappt haben, ist ein gewisser Mike Danton (Ted Prior).

Danton … Mike Danton? Nicht DER Mike Danton, oder!? Doch, er ist es und sollte man seinen Namen noch nie gehört haben, wird es wohl zweifellos daran liegen, dass man noch nie das Vergnügen hatte diesen kleinen Exploitation-Flick gesehen zu haben, sei es auch noch so abwegig. Hier handelt es sich um einen der Filme der Gebrüder Prior, in dem der blondierte Muskelstar Ted Prior die Hauptrolle übernimmt und sein Bruder David A. Prior hinter der Kamera steht. Obwohl sie nie das repräsentierten, was man als hochkarätig bezeichnen würde, schmiedeten sie eine sehr anständige Karriere aus grundlegend ungezügelten sowie gewalttätigen Action-Werken. Tödliche Beute stellt eines dieser Werke dar, welches die Fantasie der wenigen Unerschrockenen anfachte, die es zufällig in ihrer Videothek des Vertrauens in den achtziger und frühen neunziger Jahren ausgeliehen hatten.

Nicht, dass diese Unerschrockenen besonders von der Turbulenz und Spannung des Streifens beeindruckt gewesen wären. Nein, der Hauptgrund dafür diesen Film zu schätzten, besteht in der Heiterkeit, die er generiert. Ja, es gab Menschen, die die aufrichtigen Bemühungen der Priors als Höhepunkt komischer Lächerlichkeit empfunden haben, ausgehend von der Tatsache, dass der oft im Playgirl abgebildete Ted den größten Teil des Films halbnackt herumspringt. Nicht nur die Hälfte, sondern eher drei Viertel des Films verbringt Ted mit freiem Oberkörper, da er sich offensichtlich an Sylvester Stallones Rambo orientierte und an der Art und Weise, wie Sly den größten Teil des Films ohne Hemd verbringt.

Warum also nicht noch einen drauflegen und den ganzen Film nicht nur ohne Hemd, sondern auch ohne Hose und Schuhe zu spielen? Man bekommt den Eindruck, dass Ted auch vollkommen nackt herumgelaufen wäre, wenn sie damit durchgekommen wären. Nun, es tut uns leid meine Damen (und evtl. auch Herren) aber letztendlich musste er ein paar knapp abgeschnittene Jeans tragen, um seine Bescheidenheit zu bedecken. Doch was bringt uns das, abgesehen von der x-ten Version von The Most Dangerous Game (Graf Zaroff – Genie des Bösen, 1932)? Naja, man mag es kaum glauben aber Hogan und der wurmfressende Danton kennen sich doch tatsächlich. Eine Tatsache, die enthüllt wird, wenn die angehenden Söldner von der unerwartet versierten … tödlichen Beute einer nach dem anderen brutal abgemurkst werden.

Ein Blick auf die am Boden liegenden Leichen lässt Hogan sofort erkennen, dass es sich bei dem Mann (dem sie entgegentreten müssen) um Danton handelt, weil er ihn trainiert und alles beigebracht hat, was er weiß. Dies bedeutet für das Publikum keine plot-twists, da der Held die Bösen einen nach dem anderen tötet, indem er zum Beispiel ihren Hubschrauber in einer außergewöhnlich riesigen Explosion in die Luft jagt oder sich in kleinerem Maßstab in einem See versteckt, bis jemand vorbeikommt, um ermordet zu werden. Doch was ist mit den beiden Männern, die hier ein top billing erhalten haben? Cameron Mitchell erhält ungefähr fünf Minuten Bildschirmzeit, als Ex-Cop und Dantons Schwiegervater, während Troy Donahue als Hogans Vorgesetzter noch weniger Zeit bekommt, obwohl sie in einer Szene zusammen auftreten, in der einer von ihnen den anderen in einem Anfall von aufrichtigem Groll ermordet. Währenddessen wird Frau Danton (Suzanne Tara) als Verhandlungschip entführt und Herr Danton arbeitet nun mit seinem alten Kumpel Cooper (William Zipp) zusammen, der ihm beim Aufstellen der zweigbasierten Fallen im Wald hilft. Das präsentiert sich alles enorm ungewöhnlich absurd, wobei genau das den meisten Spaß bereitet. Man schaue sich auch unbedingt noch das schwer bewaffnete Finale an. Die Musik, hauptsächlich Power-Akkorde auf E-Gitarre und Synth, stammt von gleich drei (!) Komponisten (Tim Heintz, Tim James und Steve McClintock).

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  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur : David A. Prior
  • Medienformat : Breitbild
  • Laufzeit : 1 Stunde und 27 Minuten
  • Darsteller : Cameron Mitchell, Troy Donahue, Ted Prior, David Campbell, Cameron Mitchell
  • Studio : Great Movies

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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