Tote faulen in der Sonne / Un posto all’inferno / A Place in Hell / Raiders of the Bloody Beach

Der Dschungelkrieg um Manila ist ein Kapitel, das mit dem Blut amerikanischer und japanischer Soldaten geschrieben wurde. Mit dem Blut von Männern, die in den sumpfigen Wäldern zustießen wie die Cobras. Blitzschnell und tödlich. Die kein Erbarmen kannten, weil sie überleben wollten. Leben!! Dieser Wunsch ist auch die Triebfeder einer kleinen Gruppe versprengter US-Soldaten, die deshalb durch die Hölle gehen. Einer Hölle aus Feuer, Furcht und Schrecken. Einem tödlichen Inferno, dem nur wenige entkommen können. Weil es Männer gibt, die einen Befehl ausführen und nicht die Toten zählen, die ihren Weg zum Ziel säumen… (KNM Home Entertainment GmbH)

Während der Himmel über Manila bei einem Bombenangriff hell erleuchtet wird, fliehen der betrunkene Kriegskorrespondent Mac Graves (Guy MadisonI lunghi giorni dell’odio / Seine Winchester pfeift das Lied vom Tod, 1968), die Prostituierte Betsy (Hélène ChanelCjamango / Django – Kreuze im blutigen Sand, 1967) und der lockere GI Mario (Maurice Poli5 bambole per la luna d’agosto / Five Dolls for an August Moon, 1970) auf eine nahe gelegene Insel, nur um herauszufinden, dass diese von den Japanern erobert wurde und sie immer noch in Gefahr sind. Als ehrenamtlicher Major sieht sich Mac in der Verantwortung, obwohl er es nicht gewohnt ist Menschen zu führen. Das wird erst richtig zum Problem, als sie einige alliierte Truppen auf der Insel entdecken, die ebenfalls gerettet werden müssen. Doch während alle von der Insel fliehen wollen, kommt heraus, dass diese von den Japanern als Funkbasis genutzt wird, um ihre Flotte auf die Philippinen zu lotsen.

Sollte man es nur wollen, so könnte man in jedem Film, den man gesehen hat, etwas Lobenswertes finden. Man kann etwas hineinlesen, das gar nicht da ist und es jemanden als etwas Großartiges verkaufen. Wenn man wollte, könnte man das mit Un posto all’inferno, auch bekannt als Tote faulen in der Sonne, genauso machen. Man könnte von der einzigartigen Zusammenstellung eines GI, eines Journalisten und einer Prostituierten erzählen, die auf einer Insel landen, die von den Japanern übernommen wurde und wo sie sich mit anderen im Krieg befindlichen Nationen zusammenschließen. Als ehrenamtlicher Major hat Mac Graves Schwierigkeiten damit die Führung der Gruppe zu übernehmen, während der Konflikt zwischen den Männern zu spürbaren Spannungen führt. Leider erweist sich Tote faulen in der Sonne als nicht besonders einzigartig und nicht sehr atmosphärisch. Letztendlich stellt der Streifen nur einen weiteren x-beliebigen Kriegsfilm dar, der Ende der 60er Jahre aus Italien kam.

In Wahrheit ist A Place in Hell nur als ein typisches Kriegsabenteuer zu bezeichnen, bei dem sich eine kleine Gruppe von „Helden“ auf einer Insel herumschleicht, auf der sich auch viele Bösewichte befinden. Während der mannigfaltigen Fluchtversuche verursacht die Gruppe bei den Bösen so viel Ärger wie möglich. Was bedeutet, dass es alle paar Momente Actionsequenzen zu bestaunen gibt, die von Regisseur Giuseppe Vari einfach gehalten aber in gutem Tempo inszeniert worden sind. Das Einzige, was sich an Tote faulen in der Sonne, neben dem Titel, als denkwürdig erweist, ist die Szene, in der Betsy durch den Wald rennt, während man sich fragt, wie sich das bis zum Nabel aufgeschlitzte Kleid (das Hélène Chanel trägt), an ihrem Leib hält ohne weggeweht zu werden. Alles läuft letztendlich darauf hinaus, dass es sich bei Un posto all’inferno nur um einen typischen 60er Jahre Kriegsfilm aus Italien handelt, der mit einer recht gewöhnlichen Handlung und einer Reihe von vertrauten Charakteren daher kommt. In begrenztem Umfang ist der Flick sogar als unterhaltsam zu beschreiben, nur gestaltet er sich niemals spektakulär, es sei denn, man interpretiert mehr hinein, als es gibt. Ach ja, Fabio Testi (Revolver – Die perfekte Erpressung; Verdammt zu leben – Verdammt zu sterben) hat sich ebenfalls in diesen Film verlaufen, versteht es allerdings genauso wenig, wie seine Kollegen, irgendeine Art von Eindruck zu schinden.

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  • Darsteller: Guy Madison, Monty Greenwood, Hélène Chanel
  • Regisseur(e): Giuseppe Vari
  • Format: Dolby, HiFi-Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: KNM Home Entertainment GmbH
  • Produktionsjahr: 1969
  • Spieldauer: 87 Minuten

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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