Treffpunkt für zwei Pistolen

Treffpunkt für zwei Pistolen (Invitation to a Gunfighter) ist ein Western mit Yul Brynner aus dem Jahr 1964 unter der Regie von Richard Wilson.

Matt Weaver (George Segal) für die Konföderierten gekämpft, kommt nach dem krieg nach hause, und seine Farm ist von einem alten Bekannten Medford, gekauft, der für die Union gekämpft hat. Er lebt dort jetzt it seiner Frau und hat es angeblich von Brewster (Pat Hingle) gekauft. Als er den stellen möchte, wird er von Crane Adams (Clifford David) angeschossen, in Anwesenheit seiner Frau Ruth (Janice Rule), mit der Matt eine Vergangenheit hat. Nach dieser Konfrontation wird ihm nahegelegt, die Sache beruhen zu lassen uns sich aus der Stadt davon zu machen. Doch am nächsten Tag läuten die Glocken und scheinbar hat er Medford erschossen. Jules Gaspard d’Estaing (Yul Brynner) trifft via Postkutsche in der Stadt ein. Brewster nutzt die Beerdigung um das Städtchen aufzuwiegeln, hat Adams losgeschickt um einen Killer anzuheuern. Jules Gaspard beobachtet das ganze, und entscheidet sich, zu bleiben…. jetzt ist die Stadt hinter Weaver her, er ist sauer weil Ruth den Adams geheiratet hat, und es stellt sich heraus dass Jules der „Gunfighter“ ist den man haben wollte…. doch der bringt etwas Komplexität in das Ganze.

Ich fühlte mich ein wenig an High Plains Drifter erinnert, denn auch Jules ist in gewisser Weise der Teufel, den man in die friedliebende Stadt gelassen hat, um eine unangenehme Aufgabe zu delegieren. Doch auch das Thema des verschanzten Verdächtigen, der gar keine Chance auf einen fairen Prozess hat, ist mehr als üblich im Genre – man denke nur an die zahlreichen James Gang Filme und deren Mythologie. Invitation to a Gunfighter beginnt etwas unorthodox wie ich finde, fügt sich dann aber gut zusammen. Das kann man für die Charaktere nicht so ganz behaupten. Wenn ich dem Film etwas anlasten möchte dann sind das erstens die unausgewogenen Charaktere und das ungleichmäßig schnelle Script. Ich fühlte mich etwas verloren und hatte den Film bald wieder halbwegs vergessen. Es ist kein ganz rundes Erlebnis.

Neben Segal und Brynner, die beide großartige Performances liefern – auch wenn Brynner hier kein Sympath ist, bekommen eine ganze Reihe interessanter Nebendarsteller und Cameos zur Seite, von Strother Martin über William Hickey bis Clifton James. Hier punktet der Film mit einer lebhaften Kulisse aus plastischen Personen und kleinen Facetten, angefangen von der Komplikation die Ruth für die Beteiligten darstellt. Regisseur Richard Wilson, dessen Werk eher überschaubar ist, startete seine Karriere mit einem Western übrigens, und zwar 1955 mit Robert Mitchum und Karen Sharpe (Witwe von Stanley Kramer), doch wenn dieser Film stellvertretend ist, taugte er als Geschichtenerzähler nicht so sehr.

Fazit: Ein guter Western, der mich aber persönlich nicht so mitgerissen hat, auf einer technisch sehr soliden Präsentation. Fans von Brynner und Co sollten hier näher hingucken, aber darüber hinaus würde ich jetzt nicht unbedingt eine blinde Empfehlung aussprechen, dafür hat die Reihe bessere Filme in petto.

Die BluRay bietet Deutschen und Englischen (getestet) Ton, sowie optionale deutsche Untertitel. Extras nur Trailer und Bildergalerie. Das Bild (etwa 1.66:1) sieht bis auf wenige Momente hervorragend aus. Der Ton ist auch ganz ok, klingt aber teilweise etwas blechern, und rauscht leicht.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films  zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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