Union Pacific

Union Pacific ist ein Westerndrama (Epos eigentlich) aus dem Jahr 1939 von Cecil B. DeMille (Die 10 Gebote).

Joel McCrea (Duell in Dodge City) spielt den Ordnungshüter Jeff Butler, der im Auftrag der Union Pacific Railroad am Ende des Gleisausbaus für das bisschen Recht und Ordnung sorgen soll, das es dort gibt. Die Tochter des Chefingenieurs, Monahan, gespielt von Barbara Stanwyck (California) verliebt sich sofort in ihn. Doch Sid Campeau (Brian Donlevy) hat schon ein Auge auf sie geworfen. In den wirren dieser historischen Etappe der US-Geschichte, in der die Erschließung des Wilden Westens durch das eiserne Ross in einem weltbekannten Foto münden sollte auf dem sich die beiden Eisenbahnen aus dem Westen und dem Osten treffen, kämpfen einige wenige Individuen hinter den Kulissen um die Macht. Denn Campeau hat eigentlich die Aufgabe den Ausbau zu stören….

Ich weiß ja nicht warum ich den Film noch nicht gesehen hatte. In der Well an Western die ich in letzter Zeit entdecke und für Nischenkino rezensiere ist dies mit Sicherheit einer der gewichtigsten. De Milles Historienepos – denn das ist es eigentlich – ist nichts weniger als einer der wichtigsten Historienwestern zum Thema. Der Film ist opulent, ernst, ausschweifend und kompetent umgesetzt, und in seiner technischen Machart seiner Zeit Jahre voraus. Rückprojektion und aufwendige Außenaufnahmen mit viel Action wechseln sich hier ab. Gekonnte Kameraeinstellungen und beklemmende Kammerspiele gehen nahtlos ineinander über. Es ist ein über zwei Stunden langes Epos das versucht, die Balance zwischen Western-Action und Geschichtsstunde zu verbinden, und das klappt ziemlich hervorragend – mit der Messlatte an historischer Genauigkeit die man von einem Film aus den 30ern eben erwarten kann.

Schauspielerisch ist Union Pacific erste Sahne. Joel McCreas Sternstunde könnte man sagen, und mit einer glänzend aufgelegten Stanwyck. Anthony Quinn (Revenge) taucht auch in einem Gastauftritt auf, ansonsten sind die restlichen Gesichter heute nicht mehr viel bekannt. Thematisch ist die Geschichte ja kein alter Hut. Der Charakter des Jeff Butler wird später in Hell on Wheels (der Begriff fällt hier im Film oft) dargestellt von Anson Mount, aber Union Pacific muss vor allem auch eine große Inspiration für Sergio Leones Eisenbahndrama gewesen sein: Once Upon a Time in the West nimmt sehr viele Anleihen bei de Milles Film. Witzigerweise existiert eine drastisch gekürzte Version des Films (auf der BluRay enthalten) die hierzulande mit dem Titel „Die Frau gehört mir“ veröffentlicht wurde damals. Hier fehlt vor allem viel historischer Kontext und der Film wird auf eine Cowboy-Liebesgeschichte reduziert.

Bildqualität der BluRay ist ziemlich gut für einen Film diesen Alters. Der Ton rummst ordentlich. Wer eine Synchro bevorzugt, hat die Wahl zwischen dem Original von anno dazumal, oder der Variante aus den 60ern. Letztere ist deutlich lockerer und hat nicht den Charme des Originals. Extras gibt es quasi keine.

Insgesamt kann der Film auch heute noch sehr überzeugen. Er ist spannend, vielschichtig, handwerklich sehr gut gemacht und hat viel zu bieten. Das auf BluRay nochmal genießen zu können ist ein Segen.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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