Valdez is Coming

In Valdez is Coming (1971) macht Burt Lancaster (Der Leopard) eine besondere Tortur durch. Der Euro-Western unter der Regie der Eintagsfliege Edwin Sherin (mehr im Klappentext) wurde nicht umsonst in bester Grindhouse-Manier beworben (siehe Trailer am Ende der Seite), es ist auch wirklich kein Film von der Stange. Der Film basiert übrigens auf einer Vorlage von Elmore Leonard (Schnappt Shorty, Hombre).

Hilfssherriff Valdez (Lancaster) bleibt nichts anders übrig, als einen Unschuldigen zu erschießen, den der skrupellose Tanner (Jon Cypher) in eine Falle gelockt hatte. Da das Opfer ein Schwarzer war, und dessen Frau eine Apachin, kümmert sich niemand weiter um die Angelegenheit. Valdez jedoch möchte dafür sorgen, dass die Hinterbliebene wenigstens 200 Dollar erhält um irgendwo einen Neustart zu schaffen. Mehrfach wird er deswegen bei Tanner vorstellig, bis dieser die Schnauze voll hat, und Valdez übel zurichten lässt. Doch Valdez lässt sich nicht unterkriegen. Er kramt seine alte Uniform und sein altes Scharfschützengewehr der Marke Sharp hervor, und stellt Tanner nach….

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Der in erster Linie in Almeria gedrehte Film amerikanischer Produktion weiß von Beginn an durch interessante Eigenschaften zu überzeugen: Valdez ist Mexikaner, hat aber in der US Armee gedient. Der große Burt Lancaster spielt – mit Genuss – den (leichter Rassismus hier im Film) schmierigen und geächteten Hilfssheriff. Gegen einen zwielichtigen Rancher unternimmt kaum jemand was, er aber steht für Prinzipien und Ehre. Da kracht es und er ist auf sich gestellt, macht eine Höllentortur durch, und rächt sich dann aber nicht stupide, sondern verfolgt weiterhin seinen Pfad der Korrektur dessen was passierte.

Fans werden natürlich die Locations in besonderem Maße zu genießen wissen, aber der Film ist in erster Linie nicht von der visuell opulenten Sorte. Die vielen Außenszenen bestechen nicht durch großartige Kamera-Arbeit oder schöne Landschaftsaufnahmen, sondern sind in erster Linie halbwegs effiziente Actionsequenzen. Der Film legt mehr wert auf die Verbissenheit von Valdez und seinen Kampf gegen Tanner. Interessant wird es dann noch, als klar wird welche Rolle Tanners Verlobte spielt in Bezug auf Tanners und Valdez‘ Vergangenheit. Aber das sind Nebengeplänkel. In erster Linie verwandelt sich der Film ab der Mitte in ein recht spannendes Katz und Maus Spiel an dessen Ende eher eine moralische Lektion steht. Ein unterhaltsamer Eurowestern mit jeder Menge Exploitation Qualitäten.

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Die DVD bietet recht solides Bild, schwächelt aber ein wenig was Rauschfilter angeht. Einige Aufnahmen sehen nicht neu abgetastet aus. Insgesamt etwas unterdurchschnittlich, aber dafür recht kontrastreich und detailliert, leider konnte ich die BluRay dazu nicht sehen. Die Kompression der DVD erlaubt halt auch immer nicht den echten Eindruck so einer Neuabtastung. Der Ton hingegen ist ziemlich wuchtig und lässt kaum Wünsche offen. Untertitel gibt es keine, der Ton liegt in Deutsch und Englisch vor. Ein seltsames Extra ist die Tonspur ohne Dialoge. Außerdem der Trailer zu Prime Cut, und der Valdez Trailer in vier verschiedenen Ausführungen (mit oder ohne Text, usw) und eine Bildergalerie enthalten. Das vierseitige Booklet im Postkarten-Format enthält einen zweiseitigen Klappentext meines Kollegen Simon Gelten, den ich damals ins Deutsche übersetzt hatte. Die BluRay ist leider schon vergriffen (bei Amazon höchstens noch von Drittverkäufern), aber vielleicht besteht Hoffnung auf eine Neuauflage. Bis dahin tut es die DVD sehr gut.

Valdez is Coming ist ein harter Eurowestern der hält was er verspricht.

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Die DVD wurde uns von Explosive Media freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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1 Antwort

  1. 4. April 2016

    […] – Wenn Sebastian auf Nischenkino den Lieblingsfilm meines lieben Vaters bespricht, ist es meine Pflicht, darauf hinzuweisen: „Valdez Is Coming!“. […]