Wheels of Fire / Die Solo-Kampfmaschine

In einer postapokalyptischen Zukunft erobert eine rücksichtslose Bande namens Highway Warriors das Ödland durch Mord und Plünderung. Während eines Überfalls entführen sie die Schwester eines Straßenkämpfers namens Trace. Der setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um sie aus den Klauen der Entführer zu befreien.

Nach Stryker von 1983 kehrte die philippinische Exploitation-Legende Cirio H. Santiago für einige Runden in denselben Steinbruch zurück, um weitere Rip-Offs vom post-nuklearen Mad Max 2 – Der Vollstrecker zu drehen, beginnend mit den Wheels of Fire aus dem Jahr 1985, die sich ungefähr so schwachsinnig präsentieren, wie Drive-in Actionfilme eben angelegt sind. Santiago und Drehbuchautor Frederick Bailey wussten offensichtlich, wofür Sie hier produzierten und hielten die Handlung deswegen so einfach wie möglich. In einem postapokalyptischen Ödland rettet der Nomade Trace (Gary Watkins) den Drecksack-Freund Bo (Steve Parvin) seiner Schwester Arlie (Playmate des Monats Juli 1982 Lynda Wiesmeier) aus einem Death Match gegen einen post-nuklearen „Robert Goulet“.

Von da an entwickelt sich eine ziemlich lange Verfolgungsjagd mit der Armee des bösen Despoten Scourge (second unit Regisseur Joe Mari Avellana, als Joseph Anderson gelistet, ein Last-Minute-Ersatz für Lee Ving, der einige Stunden nach seiner Ankunft abrupt aus seinem Hotelzimmer in Manila aus checkte und nach Tokio ging, ohne jemandem Bescheid zu sagen), die Trace in einem Auto und Arlie sowie den unglaublich undankbaren Bo in einem anderen unerbittlich verfolgt. Arlie wird schließlich von Scourges Duckmäusern entführt und wiederholt vergewaltigt, während sich Trace mit der Kopfgeldjägerin Stinger (Laura Banks) und der übersinnlichen Spike (Linda Grovenor, Robby Bensons Liebschaft in Stirb lachend, 1980) zusammenschließt, um seine Schwester zu retten sowie Scourges Gang endgültig auszulöschen.

Abgesehen von einer Trace-Stinger-Sexszene, die wie das Cover eines beknackten Liebesromans gestaltet wurde, stellt Wheels of Fire von Anfang bis Ende praktisch ununterbrochene Action dar. Es gibt mehr Explosionen als in einem Antonio Margheriti Flick zu bestaunen, ständige Verfolgungsjagden, unzählige Aufnahmen von Scourges Männern, die in Flammen stehen, einem aus dem Nichts kommenden Auftritt einer Gruppe von Albino-Höhlenmenschen und andere Fälle von wirklich haarsträubender und deutlich gefährlicher Stuntarbeit. Wheels of Fire ist zu den besten der preisgünstigen Road Warrior – Klone zu zählen.

In einem Interview wurde berichtet, dass Wiesmeier so gut hinter dem Lenkrad gewesen sein soll, sodass sie ihre Szenen selbst fahren durfte und dabei alle professionellen philippinischen Stuntfahrer in den Schatten stellte. Wheels of Fire repräsentiert den einzigen Kinostart für Gary Watkins, der in Hollywood weniger für seine Schauspielkünste, jedoch vielmehr als John Belushis Koks-Dealer bekannt war. Ein Jahr zuvor spielte er auch eine Nebenrolle in Johnny Dangerously (Johnny G. – Gangster wider Willen, 1984).

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  • Darsteller: Gary Watkins, Laura Banks, Lynda Wiesmeier, Linda Grovenor, Joe Mari Avellana
  • Regisseur(e): Cirio H. Santiago
  • Format: Import, Blu-ray, Breitbild
  • Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Spanisch
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Produktionsjahr: 1985
  • Spieldauer: 78 Minuten

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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4 Antworten

  1. 22. Mai 2020

    […] (die jedoch nur dazu dienen, das Tempo zu drosseln) folgt Equalizer 2000 der gleichen Vorlage wie Wheels of Fire, bis hin zu einem Mitte-Film-Auftritt einer aus dem Nichts auftauchenden Gruppe von […]

  2. 26. Mai 2020

    […] Wheels of Fire und Equalizer 2000 stellten keine Produktionen mit großem Budget dar, doch sie wurden professionell konstruiert und mit Flair sowie Stil inszeniert. Bei den beiden Filmen wurde sich wirklich bemüht, sie trotz des geringen Budgets gut aussehen zu lassen. The Sisterhood hingegen zeigt einige konkrete Beweise dafür, dass Corman und Santiago schließlich damit begannen, auf noch einfachere, billigere oder schnellere Art und Weise zu arbeiten. Seltsamerweise hat The Sisterhood von den drei ersten Einträgen in der Corman Post-Nuke-Collection von Code Red das meiste an Handlung zu bieten, der Film ist jedoch so unglaublich billig geraten, schlecht geschrieben, schlecht gespielt und so dermaßen langweilig, sodass er mit Leichtigkeit als der schlechteste des Trios bezeichnet werden kann. Dennoch besitzt The Sisterhood den Charme schlechter Filme, spielt in 2021, einige Jahre nach „Dem letzten Krieg“, wo die Welt wieder einmal als ein trostloses Ödland zu beschreiben ist, das durch denselben Abschnitt der philippinischen Wüste repräsentiert wird, der in Stryker, Wheels of Fire und Equalizer 2000 zu sehen ist. […]

  3. 29. Mai 2020

    […] Fahrt gekommen, als Cormans Concorde Pictures eine Reihe seiner Post-Nukes veröffentlichte (1985 Wheels of Fire, 1987 Equalizer 2000, 1988 The Sisterhood, 1992 Dune Warriors – Blut für Wasser). Auch in […]

  4. 21. September 2020

    […] Hier geht’s zur Filmbesprechung […]

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