Dog Eat Dog

Paul Schraders Karriere, sowohl als Drehbuchautor als auch als Regisseur, ist eine Berg- und Talfahrt. Von Meisterwerk(en) (Taxi Driver) bis Quatsch mit Soße (The Canyons) war da schon alles vertreten. Und Dog Eat Dog, obwohl kein gänzlich schlechter Film, gesellt sich doch zu seinen schwächsten Arbeiten.

Troy, Mad Dog und Diesel sind drei Sträflinge und Knast-Kumpels, die endlich ihre Strafen abgesessen und die Freiheit wiedererlangt haben. Doch ein gewisser Lebensstandard in Freiheit muß finanziert werden und so läßt sich das Trio doch immer wieder für die ein oder andere kriminelle Aktivität anheuern. Mad Dog, drogensüchtig und psychisch reichlich labil, ist stets ein Unsicherheitsfaktor und zieht Fehlschläge magisch an. Ein letzter, großer Auftrag (die Entführung des Kindes eines Gangsters) soll für jeden genügend Geld abwerfen, um danach in den „Ruhestand“ gehen zu können. Aber das wird natürlich der größte Fehlschlag von allen.

Paul Schrader beschränkt sich hier auf die Regie und verfilmte Matthew Wilders Adaption von Eddie Bunkers Roman. Das Ergebnis wirkt so, als habe Schrader einen Guy Ritchie-Film gedreht, wenn dieser versucht hat, einen Tarantino zu imitieren (in dessen Reservoir Dogs auch Eddie Bunker einen Auftritt hatte). Das zeigt sich in einigen schrägen Einfällen und dem Einsatz von Stilmitteln beim Schnitt und visuellen Gestaltungen.

Das Merkwürdige an dem Film ist auch, das es im Endeffekt um nichts geht und er keine wirklich übergreifende Handlung hat. Er ist eine Aneinanderreihung verschiedener Episoden. Erst werden einige Aufträge, mehr schlecht als recht, ausgeführt und danach scheitert jeder der drei Protagonisten auf unterschiedliche Weise mit seinem Tun oder an seinem Dasein.

Trotzdem kann man dem Film einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Da liegt teils an dem kruden Humor und der Erwartungshaltung, was als nächstes schiefgeht, den audio-visuellen Mätzchen und an Nicolas Cage und Willem Dafoe, die ordentlich aufspielen (am meisten allerdings Dafoe als Mad Dog). Wie gesagt, ein Glanzlicht im Schaffen Schraders ist das sicher nicht, aber wenn man an solchen Loser-Gangster-Geschichten Spaß hat, wird man hier ganz gut bedient. 6/10

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Andrew Woo

"You don't butt in line! You don't sell drugs! You don't molest little children! You don't profit off the misery of others! The rules were set a long time ago! They don't change!"

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