Gangland – Cops unter Beschuß / Gang Related

Die beiden Polizisten Divinci und Rodriguez nehmen das Gesetz in die eigene Hand und sie verdienen auch noch gut daran: Mit vorgetäuschten Drogendeals locken sie Kriminelle in die Falle, töten sie und erleichtern die Opfer um ihr Geld. Sobald sie selbst auf die Fälle angesetzt werden, legen sie die Sache einfach als „Gang-Kriminalität“ zu den Akten. Doch dann geht alles schief. Das zehnte Opfer entpuppt sich als Undercover-Agent der Drogenbehörde. Jetzt muss ein Sündenbock her, und um den zu finden, gehen Divinci und Rodriguez ohne Gnade über Leichen… (justbridge entertainment)

Es hat schon immer einige Debatten darüber gegeben, ob Tupac Amaru Shakur nun noch lebt oder ob er wirklich tot ist. Die Leute behaupten immer noch, ihn herumlaufen zu sehen, seine Musik wurde nach seinem angeblichen Tod immer wieder veröffentlicht und viele wollen den unglaublich talentierten Mann einfach nicht loslassen. Über Amarus aktuellen körperlichen Status soll hier nicht spekuliert werden, doch eine Sache ist mit Sicherheit klar, seine Schauspielkarriere ist auf jeden Fall tot. Seit 1997 gibt es keinen neuen Tupac-Film mehr zu sehen (im Gegensatz zu Musik Veröffentlichungen), was sehr schade ist. Tupac war eine kurze, jedoch recht produktive Schauspielkarriere in einer Vielzahl von Genres beschieden. Hier soll nun auf einen strammen Action-Krimi zurückgeblickt werden, der nicht nur Tupacs letzte Rolle in einem Film darstellt, sondern möglicherweise auch seine beste Vorstellung in einem Film. Also heißt es nun „All Eyez on Me“, wenn ich Euch jetzt über Gangland – Cops unter Beschuß aus dem Jahr 1997 berichte.

Die beiden Kommissare der Mordkommission Divinci (James Belushi) und Rodriguez (Tupac Shakur) sind korrupte Polizisten, die gerne Drogen an Drogendealer verkaufen und sie daraufhin töten, um das Geld sowie die Drogen selbst einzustreichen und gleichzeitig die Straßen von Verbrechern zu befreien. Wenn die beiden dann diese Morde aufklären sollen, schieben sie die ganze Sache auf Bandenkriminalität. Kein schlechter Plan, um an Geld und Drogen zu kommen, wenn man das Morden ertragen kann. Divinci benutzt seine Geliebte, die Stripperin Cynthia Webb (Lela Rochon) dazu, die Drogendealer an Land zu ziehen und auch für alles andere, was er so braucht (wenn Ihr wisst, was gemeint ist!?). Als sich herausstellt, dass ihr letztes Opfer der DEA-Agent Lionel Hudd (Kool Moe Dee) gewesen ist, muss sich das Trio ernsthaft um einen Sündenbock bemühen, falsche Fährten legen und echte Beweise verschwinden lassen, um das LAPD sowie die DEA täuschen zu können. Glücklicherweise wird der Fall Divinci und Rodriguez zugeteilt, so dass sie problemlos ihre Spuren verwischen und einen vermeintlich Schuldigen präsentieren können, oder etwa doch nicht?

Es folgt nun eine unterhaltsame Montage darüber, wie die beiden Kommissare potenzielle Kriminelle verhaften und verhören, denen sie den Mord anhängen könnten, wobei jeder Versuch scheitert, da die Verbrecher allesamt Alibis vorzuweisen haben. Schließlich läuft Divicini ein Volltrunkener, Joe Doe, der auf der Straße lebt (Dennis Quaid), über den Weg. Der obdachlose und alkoholkranke Mann dürfte doch sehr leicht zu manipulieren sein, weswegen Divinci ihm glauben macht, er hätte Hudd getötet. Divinci und Rodriguez müssen nun nur noch Cynthia davon überzeugen Joe als Täter zu identifizieren, was ihr sehr schwer fällt, da sie Joe kennt, der in der Gasse vor ihrer Wohnung zu übernachten pflegt. Joe bekommt den Pflichtverteidiger Elliot Goff (David Paymer) zugeteilt, der nicht davon überzeugt ist, dass Joe die Tat begangen hat. Unterdessen bekommen Divinci und Rodriguez Schwierigkeiten aufgrund der Tatwaffe, die sie Joe untergeschoben haben. Die stellt nämlich einen wichtigen Beweis für einen weiteren Mordfall dar, der letztendlich fehlt und somit die Freilassung eines wirklichen Mörders ermöglicht. Daraufhin verstricken sich die beiden korrupten Cops immer tiefer in Manipulationen sowie Lügen, so dass das Publikum förmlich spüren kann, wie sich die Spannung (auch die zwischen Divinci und Rodriguez) im Verlauf des Films immer weiter aufbaut.

Ab der Mitte des Streifens taucht dann der berühmte Anwalt Arthur Baylor (James Earl Jones) auf, weswegen sich der Film größtenteils von der Action abwendet und sich von diesem Zeitpunkt an stark auf den Drama-Anteil stützt. Joe ist in Wirklichkeit nämlich der für tot gehaltene, reiche und berühmte Chirurg William McCall, dessen Familie ihn mit Baylors Hilfe von seiner angeblichen Tat entlasten möchte. Baylor gelingt es letztendlich Joes Freilassung zu erwirken, wodurch das Spiel für Rodriguez und Divinci eigentlich aus sein sollte. In einer kleinen, überraschenden Nebenhandlung wird zunächst Rodriguez von seinem Schicksal eingeholt. Divinci bekommt seine gerechte Strafe auch noch, was jedoch in einem etwas längeren Handlungspunkt abgehandelt wird.

Gang Related ist ein Muss für alle, die versuchen, die gesamte Tupac-Filmografie durchzuschauen (was an einem Tag erledigt werden könnte, sollte man engagiert sein) und dürfte Action-Fans nur zum Teil enttäuschen, da der Film ab der Mitte ins pure Drama abgleitet. Tupac glänzt in seiner Rolle als von Problemen und Konflikten geplagter Polizist, während Belushi als Cop mit geringerer Moral chargieren muss und dies auf wunderbare Art und Weise tut. Der einzige Bereich, in dem Gangland – Cops unter Beschuß versagt, ist das Ende, das sich trotz einiger Wendungen recht vorhersehbar gestaltet. Für einen Film mit sehr realistischem sowie rauem Motiv wäre ein unerwarteter Schluss wirklich großartig gewesen. Es überrascht nicht, dass Gang Related einen erstklassigen Soundtrack von Tupac Shakur und seiner Crew spendiert bekommen hat.

Gangland – Cops unter Beschuß erscheint als 2-Disc-Mediabook (DVD + Blu-ray) im Hause just bridge entertainment, wobei man dem Label zu dieser gelungenen Veröffentlichung nur gratulieren kann. Über den Film lässt sich sicherlich kaum streiten und auch die Scheibe weiß nicht nur auf technischem Gebiet zu überzeugen, sondern hat auch interessante Extras zu bieten. Das Bild wird in 1,85:1 (16:9 anamorph) präsentiert und sieht wirklich klasse aus. Es zeigt sich sehr farbenfroh, enorm scharf und wunderbar detail- und kontrastreich. Bei der Qualität der beiden angebotenen Tonspuren (Dolby Digital 5.1) gibt es ebenfalls keine Beschwerden anzumelden. Außerdem gibt es die Möglichkeit deutsche oder englische Untertitel zuzuschalten.

Bonus:

20 seitiges Booklet von Christoph N.Kellerbach (umfangreich und interessant); featurette über Tupac; Trailer

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  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 16 Jahren
  • Regisseur : Kouf, Jim
  • Laufzeit : 1 Stunde und 46 Minuten
  • Darsteller : Shakur, Tupac, Belushi, James, Quaid, Dennis, Rochon, Lela, Jones, James Earl
  • Sprache, : Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Studio : justbridge entertainment (Rough Trade Distribution)

Schaut gerne mal bei justbridge entertainment rein !!!

Diese Edition wurde uns freundlicherweise von justbridge entertainment zur Verfügung gestellt.

Das Bildmaterial stammt nicht von dieser Edition.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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