Die Teuflischen von Mykonos

Die Teuflischen von Mykonos

Das junge Pärchen Celia und Christopher begibt sich zum Urlaub auf die idyllische griechische Insel Mykonos. Allerdings sind die beiden keine alltäglichen Touristen: Christopher scheint von dem Gedanken beseelt,Mykonos von allen „Perversen“ zu säubern. Und da sich auch Celia mit dieser Idee anfreunden kann, beginnen beide bereits kurz nach der Ankunft mit der Säuberung der Insel. Gefahr droht dabei allerdings nicht nur von Seiten der Polizei, die dem mordenden Pärchen schon länger auf den Fersen ist – auch auf Mykonos selber ist nicht alles so hell und strahlend wie die ständig scheinende Sonne und die weißen Häuser… (OFDb Filmworks)

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Die Teuflischen von Mykonos ist einer der Filme, die auf VHS immer nur in einer stark gekürzten Fassung erhältlich waren. Anscheinend schnell heruntergekurbelt, um Geld für den Regiedebütanten Nico Mistorakis zu machen, wird die Geschichte von einem jungen Touristen-Paar, Christopher und Celia, erzählt, die sich auf der malerischen Insel Mykonos etwas Zerstreuung suchen. Zu Beginn bekommt man noch den Eindruck sie seien Unschuldige, die in einer Welt des Terrors landen. Bald stellt sich jedoch heraus, dass sie die tatsächlichen Monster sind; Christopher ist dem Wahn verfallen die Menschen von sogenannten „Perversen“ befreien zu müssen, während Celia das Chaos, das sie anstellen, als sie sich durch die lokale Bevölkerung foltern und morden, fotografisch dokumentiert. Zunächst begehen sie ihre Untaten wegen des Nervenkitzels, später, um ihre Spuren zu verwischen. Der Großteil von Island of Death stellt nur seichte Rahmenhandlung für eine ganze Reihe von effektvoll schockierenden Set-Pieces dar. Das Schauspiel ist im besten Fall als brauchbar zu bezeichnen. Jayne Ryall spielt hier als Celia in ihrem einzigen Film und Bob Belling aka Robert Behling als Christopher agierte hauptsächlich in TV-Produktionen. Er könnte dem einen oder anderen aber auch aus der Stephen King Verfilmung Cujo (1983) mit Dee Wallace und Ed Lauter bekannt sein. Der Streifen enthält Sex und Vergewaltigung, von Mensch und Tier, zeigt aber nur wenig nackte Haut, sodass die körperlichen Handlungen dieser Art leicht in eine Softcore-Sex-Komödie passen würden. Die Ausnahme dabei bildet vielleicht die „Wasserlassen“-Szene, da sie einen ziemlich unerwartet trifft und zu der Zeit auch eher selten im Pornokino zu finden war. Die viel gepriesene „Ziegen-Vergewaltigung“ ist offenkundig gefälscht und kommt nicht sonderlich überzeugend rüber aber man erkennt dadurch schon sehr früh die wahre Natur des psychopathischen Chris.

Die Teuflischen von Mykonos

Für einen Film mit solch einem Ruf, schockiert die Gewalt heutzutage überraschenderweise nicht mehr so richtig, obwohl die Morde (Kreuzigung und Lackvergiftung, Überdosis Heroin, Schwert und Sense, Bulldozer, etc.) von genialer Vielfalt sind – ein Zeugnis für den Plan des Regisseurs konkurrierende Exploitation-Filme in diesem Bereich zu übertreffen. Celias Badewannen-Vergewaltigung ist schon unangenehm aber die von Susan George in Straw Dogs ist zum Beispiel viel härter und wird auch tatsächlich abgeschlossen. Dennoch versprüht Die Teuflischen von Mykonos eine enorm düstere, nihilistische Atmospähre, während das mörderische Urlauberpaar Homosexuelle, Lesben, Nymphomaninnen, Hippies, einen Franzosen und einen Polizisten (der gesandt wurde, um das berüchtigte Duo aufzuspüren) erst bestialisch misshandelt, um sie dann eiskalt zu töten.

Die Teuflischen von Mykonos

Sehr interessant ist die Art und Weise, wie der Film die kontinuierliche ironische Verdrehung einer normalen Urlaubsituation behandelt. Die attraktive Insel, voll von traditionellen weißen Gebäuden, unter blauem Himmel mit Sonnenschein und Strand, wirkt auch aufgrund der guten Kameraführung, wie aus einem Reiseprospekt zu sein. Chris und Celia sind die „Touristen“, die den Besuch auf der Insel zur Entspannung nutzen und ihren Aufenthalt mit vielen Fotos dokumentieren wollen. Der Unterschied ist natürlich, dass sie die wunderschöne Landschaft dabei sehr viel weniger interessiert, als die gedemütigten, gequälten und sterbenden Opfer ihrer Untaten. Der Film gewinnt den größten Teil seiner Energie aus dem Strom von Greueltaten, der über die Gemeinschaft der Inselbewohner hereinbricht. Was allerdings noch mehr beunruhigt ist, wie das Paar nach seinen Morden jedesmal wieder lässig und unbekümmert in den gewöhnlichen Urlaubsalltag (Besuch der örtlichen Taverne, romantische Spaziergänge am Strand usw.) zurückkehrt, so als wäre nichts gewesen. Vielleicht funktioniert Die Teuflischen von Mykonos auch teilweise deswegen deutlich besser, als die meisten Bahnhofskino Flics dieser Zeit und soll Exploitation-Fans wärmstens empfohlen sein.

Die Teuflischen von Mykonos

OFDb Filmworks spendiert dem Film eine tolle 3-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook mit zwei verschiedenen Covern, die jeweils auf 750 Exemplare limitiert und nummeriert sind. Hierfür wurde eine brandneue 2K-Restaurierung des Films vom original Kameranegativ vorgenommen und in Zusammenarbeit mit Regisseur Nico Mastorakis erstellt. Ausserdem hat die Veröffentlichung eine Menge an Extras zu bieten, die das Herz eines jeden Fans höher schlagen lässt:

  • Exploring Island of Death – Filmhistoriker Stephen Thrower über die Entstehung eines Kult-Klassikers
  • Return to Island of Death – Nico Mastorakis kehrt an die Originalschauplätze auf Mykonos zurück
  • Alternative Eröffnungssequenzen
  • Island Sounds – fünf Tracks aus dem Soundtrack von Island of Death
  • Original Kinotrailer
  • Deutscher Trailer
  • Einführung von Nico Mastorakis zur deutschen Blu-ray-Premiere
  • Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger
  • Aushangfotos und Plakat der deutschen Kino-Erstaufführung
  • Exklusiver Inhalt im Mediabook
    • Interview mit Nico Mastorakis
    • The Films of Nico Mastorakis – 4-teilige Dokumentation über das filmische Schaffen von Nico Mastorakis
    • Nico Mastorakis Trailerschau
    • Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch

Die Teuflischen von Mykonos

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Die Teuflischen von Mykonos

  • Darsteller: Bob Belling, Jane Ryall, Jessica Dublin, Gerald Gonalons, Janice McConnel
  • Regisseur(e): Nico Mastorakis
  • Format: Limited Collector’s Edition
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 2.0), Englisch (DTS-HD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
  • FSK: Nicht geprüft
  • Produktionsjahr: 1975
  • Spieldauer: 106 Minuten

Die Teuflischen von Mykonos

Diese BluRay wurde uns freundlicherweise von OFDb Filmworks zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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