Kurzkritik: THE INTERVIEW

Vor dem Hintergrund der Kontroversen rund um den Film, wollen wir hier auf Nischenkino eine Kurzbewertung dazu abgeben. The Interview wurde öffentlichkeitswirksam aus dem Vertrieb gezogen, nachdem Sony mit Hackerattacken zu kämpfen hatte, und die Kinoketten bedroht wurden. Sogar das Weiße Haus äußerte sich zu der Kontroverse. Nordkorea hatte sich vor einem halben Jahr mal drastisch zu dem Film geäußert als der Trailer das erste mal erschien, aber bis heute, wenn man etwas genauer nachbohrt, ist es total unklar, wie man diese Hackerattacken einordnen kann. Ich werde mich jetzt nicht über Cyberwarfare auslassen, aber man muss wissen dass man diese nur sehr schwer einwandfrei zurückverfolgen und das auch noch beweisen kann. Jetzt wo der Film nun doch raus ist, ist die warscheinlichste Erklärung immer noch, dass es sich um einen grandiosen Marketing-Stunt hält – allerdings einer der etwas aus dem Ruder gelaufen ist möglicherweise.

The Interview

Sony kündigte vorgestern an, dass der Film nun doch in den  US in den unabhängigen Kinos zu sehen sein wird, und gestern kündigte Google einen Deal mit Sony an, im Zuge dessen The Interview seit gestern Vormittag US-Zeit online auf YouTube und GooglePlay kaufbar ist. Außerdem hat Sony eine eigene Website für das Streaming des Films eingerichtet.

Um das ganze außerhalb der USA zu sehen, muss man sehr viel tricksen, da man z.B. YouTube (von mir verwendet) nicht nur einen anderen Standort vorgaukeln muss, sondern auch noch eine US-basierte Zahlungsweise zu verwenden hat. PayPal und Kreditkarte mit Deutschen Wurzeln fallen damit aus, was bei mir am Ende geklappt hat war GooglePlay Guthaben aus dem Elektromarkt Best Buy und eine Wohnsitzänderung in die USA in den Einstellungen von Google Wallet. Also habe ich mich während der Rest der Familie zum Gottestdienst ging hingesetzt und den Film angesehen. Schließlich musste ich mal wissen, ob es den Cyberkrieg wert ist. Komischerweise hat der Film auch gerade noch gute Bewertungen auf IMDb, das wird sich sicher noch ändern…. also:

KURZKRITIK: „THE INTERVIEW“ (2014):

„Ein Talkshow-Moderator und sein Produzent werden nach Nordkorea eingeladen, um den mysteriösen Kim Jong Un zu interviewen. Flugs werden die beiden vom CIA beauftragt, diesen bei der Gelegenheit zu liquidieren. Die Mission geht grandios daneben, aber die beiden ziehen einen waghalsigen Plan B aus der Schublade.

Die Prämisse ist sehr vielversprechend, der Produktionswert hoch, und einige Szenen geradezu unverschämt, aber der Film ist weit weg von Pineapple Express oder dem Kaliber der Judd Apatow Filme. Außerdem ist der Film nicht durchgehend lustig, oder in der Substanz wirklich Kontrovers genug um den ganzen Rummel um ihn herum zu rechtfertigen. Ich habe mich recht gut unterhalten, und kann auch nicht ernsthaft von dem Film abraten, aber er ist keineswegs ein hervorragendes Filmerlebnis. Man hätte den Streifen entweder trashiger machen sollen oder einfach mehr zu einer superlustigen Komödie. C

Der Artikel erschien zuerst auf Furious Cinema, ich habe ihn recht schlampig nochmal übersetzt. Verzeiht die sprachlichen Ecken…

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

1 Antwort

  1. 12. Januar 2015

    […] eigentlich hinter der Legende? Eine ziemlich alberne, aber nicht unbedingt lustige Komödie meint Sebastian von Nischenkino.  Ebenfalls nicht wirklich begeistert ist souli von den Drei Muscheln: „In „The […]