Brotherhood of Blades II / Xiu chun dao II: xiu luo zhan chang

China zur Zeit der Ming-Dynastie: Shen Lian (Chen Chang), seines Zeichens Leibwächter der kaiserlichen Garde, fällt im Verlauf einer Mission einer weitreichenden politischen Verschwörung zum Opfer. Um seinen Namen wieder reinzuwaschen, begibt er sich auf die Suche nach der Rebellin Bei Zhai (Mi Yang) – denn nur sie kann ihm dabei helfen, seine Unschuld zu beweisen. Aber wird sich Zhai überhaupt dazu bereit erklären, dem fälschlich beschuldigten Shen Lian zu helfen? Nur auf eines kann sich der gesuchte Leibwächter im Kampf für die Wahrheit immer verlassen – sein Schwert. (Pandastorm Pictures)

Im Jahr 2014 stellte Brotherhood of Blades eine ziemlich große Überraschung dar. Für einen modernen Wuxia verfügte der Streifen über einen tadellosen Sinn für das dramatische Geschichtenerzählen, die brüderliche Loyalität im Kern des alten Hongkong-Stils und ein hervorragendes Gespür dafür moderne Action mit klassischen Wuxia-Elementen zu mischen. Er war künstlerisch so gut angelegt, um effektiv von Herzen zu kommen und gleichzeitig unterhaltsam genug, um bei einem Mainstream-Publikum punkten zu können. Der Film war zusätzlich ein Überraschungskassenhit und gewann einige Preise, was seine Qualitäten noch unterstreicht. Glücklicherweise genügte das, um ein Franchise zu kreieren, weswegen dieses Jahr ein Prequel präsentiert wurde. Brotherhood of Blades II: The Infernal Battlefield erzählt nämlich die Entstehungsgeschichte von Chang Chens Charakter aus dem Originalfilm. Bei Prequels besteht ja stets die Gefahr, dass sie schrecklich nach hinten losgehen können, Brotherhood of Blades II ist jedoch genauso beeindruckend, unterhaltsam und wirkungsvoll, wie sein Vorgänger. Es handelt sich dabei um dieselbe Art von Film, einen historisch gesetzten Wuxia, der von einer Verschwörung mit vielen moralisch grauen Charakteren erzählt. Gleichzeitig konzentriert sich der Streifen jedoch auch auf sein wichtigstes Schlüsselelement: eine Liebesgeschichte. Was hervorragend funktioniert.

Vielleicht funktioniert das Prequel gerade so gut, weil es Ton und Stil des Originals reproduziert, das emotionale Fundament jedoch von einer brüderlichen Treue in eine romantische verwandelt wurde. Der ursprüngliche Brotherhood of Blades verfügte zwar auch über eine solide romantische Nebenhandlung, doch im Prequel bildet dieser Aspekt die Grundlage für das gesamte Konzept. Hier wird eine „Schicksalsverbindung“ zwischen zwei Personen verwendet, die dessen Aktionen definiert und ihren Kurs innerhalb der Handlung beeinflusst. Dadurch wird das Ganze auf eine beinahe phantastische Wuxia-Art grundiert und nutzt die angeborene Chemie der subtilen Vorstellungen der beiden Hauptdarsteller, um die Liebe zum himmlischen Stil nach Hause zu bringen und das Publikum zu begeistern. Der Film nähert sich dem in einer im Wuxia-Stil gehaltenen Version des „Star-Cross-Lovers“ -Konzepts, das seit Hunderten von Jahren elementar für romantische Geschichten ist und wirklich eine Grundlage schafft, um den Rest des Films so effektiv zu gestalten wie seinen Vorgänger.

Mit diesem Kernfundament ist Brotherhood of Blades II in der Lage, eine moderne Mischung aus Verschwörungsplot und Wuxia-Action aufzubauen, ohne sich zu sehr darum zu sorgen, dass die emotionale Bindung mit dem Publikum verloren geht. Es entwickelt starke Charaktere von effektiver Hand geschrieben sowie einige sehr beeindruckende Darbietungen, die von Chang Chen und Yang Mi veredelt werden. Auf dynamische Art und Weise kreuzen sich die beiden Charaktere dann und werden folgerichtig gegeneinander gestellt. Es gibt Hinweise auf die Aspekte der „Brüderlichkeit“, die den ersten Film so stark gemacht haben, woraus einige interessante Plot-Elemente entstehen, zum Beispiel wenn Chang Chens Shen Lian wegen des Todes eines gemeinsamen Freundes auf einen anderen Ermittler trifft. Dies ist nur ein Teil einer ziemlich eindrucksvoll inszenierten Verschwörung im Zentrum der Handlung des Films, der Spannung bis zur endgültigen Explosion der Action aufbaut.

Die Action, wie im ersten Film, wird genauso dynamisch dargeboten wie die Charaktere und der Verschwörungsplot. Die starke Charakterentwicklung und der intensive Aufbau von Spannung und Paranoia explodieren in einigen klassischen Wuxia-Schwertkämpfen, die Fans der Kampfkunst begeistern werden. Die Drahtarbeit ist solide, die Verwendung der Umgebung ist visuell stark, um die Action auszugleichen, wobei es Regisseur Lu Yang sehr gut versteht, die Emotionen am Laufen zu halten, da jedes Action-Set-Piece ungekünstelt in den Verlauf des Films hineinpasst, ohne den Unterhaltungswert zu beeinträchtigen. Es gibt mannigfaltige Kämpfer zu bestaunen, die mit den unterschiedlichsten Waffen ausgestattet sind und deren Auftritte sowie Kampfstile perfekt in den Film und dessen Tempo passen.

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Darsteller: Chang Chen, Mi Yang
Regisseur(e): Lin Sang, Lu Yang
Region: Region B/2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Pandastorm Pictures
Spieldauer: 120 Minuten

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde und freundlicherweise von Pandastorm Pictures zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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