Die Bande der Fünf

Die Bande der Fünf (When the Daltons Rode) ist ein Universal Western von 1940 unter der Regie von George Marshall mit dem guten alten Randolph Scott in der Hauptrolle. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Jack Jungmeyer und Emmett Dalton (der zum Zeitpunkt einzige überlebende Dalton).

Die Daltons sind Farmer die nach Kansas ziehen um ein neues Leben zu beginnen, doch wie so oft gib es einen gierigen Konzern der auf schönem Weideland Industrie und Eisenbahn bauen will. Ben Dalton kämpft vor Gericht gegen das Konglomerat, und der frisch angereiste Tod Jackson (Randolph Scott) wird von Bob Dalton gebeten, ihn zu verteidigen. Als eine Keilerei im Gerichtssaal ausbricht, fühlen sich die Daltons gezwungen, sich den Weg freizuschießen und sie sind fortan geächtet, werden von der Presse als Gesetzlose gebrandmarkt und sie schlagen sich nun als Räuber von Postkutschen und Banken durch. Weggefährte Tod verliebt sich währenddessen in die Verlobte von Bob, Julie. Er versucht die Daltons wieder auf den Rechten Pfad zu bringen, doch ein Teil der Gang setzt sich durch und gegen Bobs Willen wird eine letzte Bank in Kansas überfallen, eine Entscheidung die sich als fatal entpuppt…..

Ich fand den Film eigentlich ziemlich unterhaltsam. Er ist aufregend, vielfältig, mit einem Schuss Humor, voller rasanter Verfolgungsjagden und Schießereien, mit einer Prise Romantik und dann auch noch – reicht ja wohl noch nicht – etwas Gerichtsdrama. Der Film ist grandios gespielt in all seinen Nebenrollen. Randolph Scott, bekannt aus reihenweise Western, von Comanche Station bis Der Schweigsame Fremde, ist dabei gar nicht mal so der große Star, viel besser fand ich Brian Donlevy als Grat Dalton und vor allem den großartigen Andy Devine als drolliger Ozark, einer der Freunde der Daltons. Julie (Kay Fancis) als die Femme Fatale ist das Korrektiv des Films, der zivilisatorische Anker in dem reißenden Fluss aus Gesetzlosigkeit. Broderick Crawford gibt sich auch ordentlich Mühe, neben Donlevy nicht blas auszusehen, was ihm gut gelingt.

Nun ist die Geschichte natürlich nicht besonders innovativ, und erinnert natürlich auch an diverse Jesse James Interpretationen, dennoch funktioniert der Film sehr gut, und nicht zuletzt wegen den soliden Charakteren. Klar, unterm Strich (siehe Fazit) zwar solide Westernware, aber jenseits des Fanpublikums sicher kein Kracher. Das macht aber gar nichts, denn die Zielgruppe der Western Collection ist ja gerade der/die Cineast/in, der/die unter all den tausenden Western die damals wie am Fließband produziert wurden, immer mal wieder eine Perle zu entdecken. Ob der hier eine ist, da bin ich mir nicht sicher, jedenfalls ist er aber besser als er Einheitsbrei.

Die BluRay macht einen sehr ordentlichen Eindruck, das Bild (Vollbild, s/w) kann sehr überzeugen für sein Alter. Ausreichend scharf, angenehm frei von Schäden und  nicht zu viel digitale Nachbearbeitung, so dass der Film kernig und kontrastreich daherkommt ohne zu sehr nach Video auszusehen. Die Tonspur (englisch getestet) ist ziemlich ordentlich und wirkt nicht all zu flach oder rauschend. Die Synchronspur liegt auch bei. Es gibt lediglich englische Untertitel. An Extras gibt es einige Bildergalerien, mit Postern, Kinoaushängen, Fotos und Presseheften.

Fazit: Ein recht ordentlicher Fließband-Western über die Daltons, die man als Europäer in der Regel eher aus Lucky Luke Comics kennt. Unterhaltsam, gut gespielt und sowohl actionreich als auch witzig, so muss man doch sagen dass es eher für hartgesottene Western-Fans ist als Durchschnittspublikum, einfach ein alter Pistolenschinken. Aber dafür liebe ich die Reihe… man lernt sämtliche Western kennen, nicht nur die „Großen“.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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