Destroyers / Eliminators

Bei einem Flugzeugabsturz wird sein Körper völlig zerstört. Durch die Künste eines wahnsinnigen Wissenschaftlers wird er wiedergeboren – MANDROID, halb Mensch, halb Kampfroboter. Aber der Wissenschaftler Reeves will mehr, als nur künstliches Leben erschaffen. Er will die Weltherrschaft! Als MANDROID von den Zielen seines „Erbauers“ erfährt, will er den verrückten Plänen Einhalt gebieten. Mit einem notorischen Söldner, einem geheimnisvollen Ninja und einer genialen Forscherin macht er sich auf den Weg, den Stützpunkt von Reeves zu erobern … (Wicked-Vision)

Ein Mandroid (Patrick Reynolds) entkommt seinem bösen Schöpfer und sucht die Hilfe einer Wissenschaftlerin (Denise Crosby), die sich ihm dann anschließt, um den bösen Schöpfer zu töten. Die Wissenschaftlerin nimmt ihren kleinen Roboter-Begleiter Mini-R2D2 … ähm … S.P.O.T. mit, während sie sich auf dem Weg dorthin befinden, schließen sie sich mit dem rauen Flussführer Harry Fontana (Andrew Prine) und (etwas später) einem Ninja (Conan Lee) zusammen! Was kann man von einem Terminator / Indiana Jones / Star Wars / African Queen / Ninja-Film noch mehr verlangen!? Viele Explosionen? Ok, die bekommt man auch. 80er Jahre optische Blitz FX? Duh, natürlich!

Auf technischer Ebene präsentiert sich der Film so gut wie alle anderen 80er Jahre Empire-Produktionen. Sollte es schon eine Weile her gewesen sein, dass man sich einen Empire Film angesehen hat, so könnte man schon vergessen haben, wie viel höher das Budget hier im Vergleich zu den späteren Full Moon Streifen war. Bei Destroyers gibt es viel mehr an Effekten und Explosionen zu bestaunen, als bei späteren Full Moon Produktionen. Peter Manoogian führte später Regie bei Flicks wie Arena – Nur einer Überlebt (1989) und Demonic Toys (1992), wobei der Sinn für lächerlichen Spaß, der diese Filme durchdringt, das Publikum nicht darauf vorbereitet, was es von diesem Streifen zu erwarten hat. Eliminators ist als einer der rücksichtslosesten und verrücktesten Filme zu beschreiben, die man je zu sehen bekommen wird. Destroyers ist mit Cyborg-Stahl-Bällen bestückt, die er für die Menge an Schwachsinn, die er aus anderen Werken klaut und in einem Film zusammen mixt, auch dringend benötigt.

Die meisten Leute, die einen Film über einen Cyborg machen, würden versuchen, sich auf ihn und die Science-Fiction-Aspekte zu konzentrieren. Sobald man sich auf den Rückreise-Teil des Films begibt und sich unsere Helden mit Harry Fontana treffen, entwickelt sich der Film stattdessen in ein Flussabenteuer, das zu gleichen Teilen aus Indiana Jones und Star Wars geklaut wurde … nur um später noch Teile aus James Bond 007 – Liebesgrüße aus Moskau (komplett mit der bestätigenden Dialogzeile „Ich habe das einmal in einem Film gesehen.“) und African Queen (1951) beizumischen. Ganz zu schweigen von allen Szenen mit den Neandertalern und den römischen Soldaten. Den Film mit Eliminators zu betiteln ist ebenfalls Teil des Zelluloid-Gumbo, der dem zerlumpten Team von Charakteren einen Namen gibt und sie in eine Art Superhelden-Rolle als Verbrechensbekämpfer steckt. Wäre dieser Film erfolgreich gewesen, hätte man vielleicht auch noch andere böse zeitreisende Genies mit schlechtem Teint eliminieren können.

Ehrlich gesagt erweist sich Destroyers als ein schwierig zu rezensierender Film. Ein Film, mit dem man Spaß haben kann und der technisch gelungen ist, also einfach einsteigen und los legen. Der Ninja kommt erst relativ spät zum Einsatz, vollführt gegen Ende allerdings einen großartigen Stunt, bei dem er durch einen rotierenden Ventilator springt, der den Fluchtweg unserer Helden blockiert. Der Dialog gestaltet sich manchmal auch ein wenig rau, was sich aber nicht von den heutigen Action-Blockbustern mit großem Budget unterscheidet, so dass dies auch kaum jemanden stören dürfte. Eliminators ist wahrscheinlich als das am meisten zusammengemixte Werk in der Geschichte des Kinos zu bezeichnen. Überraschenderweise funktioniert der Flick ziemlich gut, weswegen er sich als lächerlich lustiger Streifen für einen kitschigen Filmabend qualifiziert.

Wicked-Vision veröffentlicht Destroyers als Nummer 36 ihrer Collector’s Edition im Mediabook mit drei verschiedenen Covermotiven, die alle streng limitiert sind und mit exklusiven Artworks aufwarten. Bild (1,85:1 /1080p) und Ton (deutsch + englisch DTS-HD Master Audio 2.0 / Dolby Digital 2.0) bewegen sich auf wirklich gutem Niveau, da kann man nicht meckern. Deutsche oder englische Untertitel können zugeschaltet werden.
Extras: 24-seitiges Booklet mit einem sehr informativen Essay von Christoph N.Kellerbach; Bildergalerie, Originaltrailer; Vorwort von Charles Band; Featurette: „Empire of the Full Moon“ – Diskussionsrunde mit Dr. Rolf Giesen, Dr. Gerd Naumann und Matthias Künnecke. Insgesamt handelt es sich bei Destroyers um eine äußerst gelungene Mediabook-Edition, die in keinem Regal von Liebhabern und Freunden von Empire– und/oder Full Moon-Filmen fehlen sollte.

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  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 16 Jahren
  • Regisseur : Manoogian, Peter
  • Laufzeit : 1 Stunde und 36 Minuten
  • Darsteller : Prine, Andrew, Crosby, Denise, Lee, Conan, Reynolds, Patrick, Prine, Andrew
  • Untertitel: : Deutsch
  • Studio : Wicked Vision Distribution GmbH

Diese Edition sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Wicked-Vision zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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