Return to Sender

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Miranda ist Krankenschwester mit Ehrgeiz. Sie will sich zur OP-Schwester qualifizieren und ein größeres Haus kaufen. Privatleben hat sie nicht viel, deshalb arrangiert eine Kollegin ein Blind Date für sie. Doch der Mann, der vermeintlich viel zu früh vor ihrer Tür auftaucht und den sie unbedacht ins Haus lässt, will kein romantisches Dinner. Er vergewaltigt sie brutal. Der Täter wird schnell gefasst und verurteilt. Zum völligen Unverständnis ihres besorgten Vaters beginnt Miranda, ihrem Vergewaltiger zu schreiben, besucht ihn sogar regelmäßig. Ein therapeutisches Mittel, um sich dem traumatischen Ereignis zu stellen und sich davon zu befreien? Ganz langsam schleicht sich Miranda in das Vertrauen des Täters … (Ascot Elite)

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Return to Sender hatte einiges Potenzial, nämlich ein knallhartes Thema, in das man sich einfach einfühlen kann und mit Rosamund Pike und Nick Nolte zwei klasse Schauspieler, denen man gerne bei ihrer Arbeit zuschaut. Insgesamt wurde hier aber die Chance verpasst einen interessanten und spannenden Film zu produzieren, da dieser ziemlich langweilig und über weite Strecken unglaubwürdig und vorhersehbar geworden ist. Pike ist bei weitem nicht so gut, wie in ihrer zu Recht Oscar-nominierten Rolle in Gone Girl aber sie erfüllt ihre Miranda dennoch mit Charisma und spielt ihren Part mit ansprechender Eiseskälte. Shiloh Fernandez hat seine Momente, spielt angemessen sleazy, bleibt aber im Gegensatz zu Nick Nolte, dessen sympathische Vorstellung einen Schimmer von emotionalem Grundgerüst zu bieten hat, eher blass. Der Streifen ist immerhin gut gefilmt und weiss mit einigen schönen Aufnahmen wenigstens ein wenig Atmosphäre einzufangen.

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Der Rest der Besetzung spielt wie Marionetten, bekommt mit den wenig ausgefeilten Charakteren allerdings auch kaum eine Chance eine ordentliche Leistung abzuliefern. Abgesehen von der guten Kameraführung wirken die Produktionswerte sehr TV-mäßig, die Regie ist teilweise schlampig und verwirrt, zeigt eine Menge an Unerfahrenheit in diesem Genre, was einen Mangel an Spannung und Kohäsivität zur Folge hat. Das Skript ist unlogisch, vorhersehbar und es fehlt vollkommen an Realismus. Die Geschichte weiß nicht so ganz genau was sie sein will, man hat das Gefühl drei verschiedene Filme zu sehen, wobei der zweite und dritte Akt schwach ausgefallen sind, der erste ist wenigstens ein bisschen spannend und erzeugt zunächst echte Sympathie für Miranda. Der zweite Akt versucht sich an Charakterstudie, enttäuscht aber mit lahmen Tempo, dem bereits erwähnten hölzernen Schauspiel von unterentwickelten Charakteren (mit Ausnahme von Nolte), weswegen die emotionale Wirkung minimal ausfällt (wieder mit Ausnahme von Nolte). Der dritte Akt der Rache präsentiert sich spannungsarm, ist berechenbar und leidet darunter, dass Mirandas Vorgehensweise nicht für eine Sekunde glaubwürdig erscheint. Das Ende wirkt sehr gehetzt, ist ziemlich brutal (jedoch nur im Kopf, da die Gewalt im „Off“ stattfindet) und jegliche Sympathie für Miranda aus dem ersten Akt wird hier vollständig zerstört. Schade, aus Return to Sender hätte man eine ganze Menge mehr herausholen können.

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Ascot Elite zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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