So Deadly, So Perverse Vol. 2: 50 Years of Italian Giallo Films 1974-2014

Der italienische Thriller, der von seinen Hardcore-Fans als Giallo bezeichnet wird, repräsentiert die Art von Mystery-Thriller, die ihresgleichen sucht. Diese farbenfrohen und labyrinthischen Schocker ließen sich genauso von Edgar Wallace Krimis inspirieren, wie von den frühen, wegweisenden Werken Alfred Hitchcocks und Fritz Langs. In den 60er Jahren sprengten sie Grenzen des guten Geschmacks und explodierten während der 70er und 80er Jahre in glorreichen Exzess. Autor Troy Howarth sondiert die Entstehung des Genres und zeichnet es in diesem zweiten Band seiner Studie bis zu seinem späteren Niedergang nach. Jeder Titel wird einer eingehenden Rezension unterzogen und mit Kontextinformationen und biografischen Daten zu wichtigen Akteuren vor und hinter der Kamera versehen. Band zwei umfasst die Jahre 1974 bis 2014, von Il baco da seta (The Silk Worm) bis Tulpa – Dämonen der Begierde mit einem Nachwort von Luigi Cozzi Giallo: In the Heart of the Mystery, einer GIALLOGRAPHY, einer Liste von KEY ENGLISH-LANGUAGE VOCAL ARTISTS und einem Titel-Index (1974-2014).

Der Giallo – eine italienische Thriller-Marke, die für ihre stilvollen und grellen Exzesse bekannt ist – erlebte 1963 mit der Veröffentlichung von Mario Bavas Executive, la donna che sapeva troppo (The Girl Who Knew Too Much) seine Geburtsstunde. Andere Regisseure erforschten die Möglichkeiten solchen Materials während der 60er Jahre, doch erst 1970 schaffte es Dario Argentos beeindruckendes Debüt Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe dem Giallo einen Platz, neben dem Spaghetti-Western und dem Poliziottesco, im öffentlichen Bewusstsein zu verschaffen. Alle guten Dinge müssen jedoch irgendwann ein Ende haben und so ließ das öffentliche Interesse am filone (durch die Flut von Argento-Imitationen in den frühen 70er Jahren) allmählich nach. Trotzdem versiegte die Strömung nie, blieb hartnäckig am Leben und mutierte in den 70er Jahren, als amerikanische Filmemacher wie John Carpenter und Sean S. Cunningham sich davon inspirieren ließen, um den sogenannten Slasher-Film zu produzieren. So Deadly, So Perverse Vol. 2: 50 Years of Italian Giallo Films bietet einen Blick auf den allmählichen Niedergang des Giallo von 1974 bis 2014. Der Zerfall der italienischen Filmindustrie in den 80er Jahren traf jedes Genre schwer und der Giallo bot dabei keine Ausnahme. Trotz größter Bemühungen von Regisseuren wie Argento, den filone am Leben zu halten, gelang es dem Giallo, nach einer späten Phase von stilistischen und blutigen Exzessen, die durch Werke wie Argentos Tenebre – Der kalte Hauch des Todes und Lucio Fulcis Der New York Ripper (beide 1982) charakterisiert wurde, nie wieder sich zu erholen. Autor Troy Howarth gibt in diesem Zusammenhang auch einigen der späteren Einträge, die Lob und Aufmerksamkeit verdienen, eine Chance. Wie schon der erste Band ist auch diese Ausgabe mit farbenfrohen Bildern, Plakaten und kunstvoller Werbung aufwändig illustriert.

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Taschenbuch: 228 Seiten
Verlag: Midnight Marquee Press, Inc.
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1936168588
ISBN-13: 978-1936168583
Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 1,4 x 27,9 cm

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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