American Assassin

Nach dem tödlichen Attentat auf seine Verlobte sinnt Mitch Rapp (Dylan O’Brien) auf Rache. Beim CIA lässt er sich von dem berüchtigten Kriegs-Veteranen Stan Hurley (Michael Keaton) zum Elite-Agenten ausbilden. Schnell erhalten die beiden ihren ersten, folgenschweren Auftrag: Es gilt, die Hintergründe einer Reihe scheinbar willkürlicher Anschläge auf sowohl militärische als auch zivile Ziele zu überprüfen. Bald entdecken sie, dass alle Attentate Parallelen aufweisen. Gemeinsam mit einer geheimen Spezialeinheit begeben sie sich auf eine hochriskante Mission: Es gilt, den äußerst gefährlichen Drahtzieher (Taylor Kitsch) hinter einer großangelegten Verschwörung zu stoppen. Doch dieser hat nicht vor, sich von seinen todbringenden Plänen abbringen zu lassen und scheint stets einen Schritt voraus. Eine erbarmungslose Jagd beginnt… (StudioCanal)

Inspiriert von der Mitch Rapp-Buchreihe des bereits verstorbenen Autors Vince Flynn hofft American Assassin der Auftakt eines weiteren erfolgreichen Film-Franchises zu werden (oder zumindest die Produzenten hoffen das). Unter der Regie von Michael Cuestra (Kill the Messenger, 2014) bietet American Assassin eine originelle Geschichte für Rapp, einen jungen, talentierten, aber naiven und rücksichtslosen C.I.A. Agenten, der mit Hilfe seiner Arbeit versucht mit Schicksalsschlägen aus seiner Vergangenheit fertig zu werden. Mit intensiven und packenden Action-Sequenzen und toller Schauspielerei, stellt dieses erste Kapitel einen guten Start in ein vielversprechendes Film-Franchise dar, doch wenn die Produzenten diese Filmreihe wirklich zum Abheben bringen wollen, müsste noch etwas an der Qualität der Drehbücher gearbeitet werden.

Der dreiundzwanzigjährige Mitch Rapp (Dylan O’Brien) hat bereits ein ziemlich turbulentes Leben hinter sich und es soll sogar noch mehr erschüttert werden. Nachdem er im Alter von dreizehn Jahren seine Eltern durch einen Autounfall und erst Letztens seine Verlobte bei einem Terroranschlag verloren hat, beschließt Rapp, dass es für ihn nun nichts mehr zu verlieren gibt. Nach dem Versuch, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen, wird Rapp von C.I.A. Deputy Director Irene Kennedy (Sanaa Lathan) für die Ausbildung zum Black-OP rekrutiert. Während der intensiven und anspruchsvollen Ausbildung, geleitet von Stan Hurley (Michael Keaton), verfeinert Rapp seine Fähigkeiten, die ihn antreibende Wut scheint er allerdings nicht unter Kontrolle zu bekommen. Nach längerem Zögern von Seiten Hurleys bekommt Rapp die Erlaubnis bei der Untersuchung einer Reihe von scheinbar zufälligen Terroranschlägen zu assistieren, die mit einem ehemaligen Agenten namens „Ghost“ (Taylor Kitsch) zusammenhängen könnten.

Geschrieben von Stephen Schiff, Michael Finch, Edward Zwick und Marshall Herskovitz, stellt Cuestras Film einen spannenden Spionagefilm mit beeindruckenden Actionsequenzen und faszinierenden Charakteren dar, aber auch einen Streifen, der mit bestens bekannten Spionageklischees spielt. Obwohl die Geschichte selbst einige fesselnde Momente zu bieten hat, wirkt der Dialog eher abgedroschen. Die Charaktere sind ok, wobei deren Entwicklung größtenteils als solide bezeichnet werden kann. Wie bereits erwähnt, ist das Potenzial für einige wirklich aufregende Plots gegeben, das würde jedoch einige Verbesserungen im Drehbuchschreiben erfordern.

Die Besetzung liefert mit O’Brien, Kitsch und Keaton, die sich glücklicherweise über einige Albernheiten des Drehbuchs erheben, gute Arbeit ab. Keaton kann natürlich in fast jeder Rolle brillieren, so dass es für die Filmemacher ein großer Erfolg war, ihn für diesen Film zu gewinnen. Er bringt eine kraftvolle und düstere Intensität in seine Rolle des No-Nonsense-Veteran des Kalten Krieges und C.I.A. OP-Leader Stan Hurley, während Taylor Kitsch als „Ghost“, der vom OP zum Terroristen konvergierte, doch eine bestimmte schauspielerische Bandbreite aufweisen kann. Der junge Schauspieler Dylan O’Brien beeindruckt als der schmerzerfüllte aber standhafte Mitch Rapp, dessen jungenhaftes Aussehen mit der inneren Agonie und Wildheit seines Charakters transformiert.

Obwohl einige der Sequenzen ein Gefühl von erhöhter Realität vermitteln, bleiben die Themen, Charaktere, Beats und Emotionen des Films fest in der Realität verankert. Die Themen der Bewältigung von Tragödien und der Umwandlung von Wut sowie Verzweiflung in etwas anderes sollten beim Publikum gut ankommen. American Assassin leidet eventuell ein wenig unter einigen müden Einfällen, ist aber dennoch ein fesselnder und teils atemberaubender Actionfilm, den man für eine Sonntagnachmittags-Vorstellung im Heimkino durchaus empfehlen kann. American Assassin repräsentiert nun keinen großen Durchbruch innerhalb des Genres Actionfilm, ist aber ein solider Auftakt für ein möglicherweise interessantes neues Franchise.

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  • Darsteller: Dylan O’Brien, Michael Keaton, Sanaa Lathan, Taylor Kitsch, David Suchet
  • Regisseur: Michael Cuesta
  • Format: Widescreen
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: STUDIOCANAL
  • Produktionsjahr: 2017
  • Spieldauer: 112 Minuten

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von StudioCanal zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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