Aura / Trauma

Der junge Grafiker David kommt zufällig vorbei, als die junge Aura von der Brücke springen will. Er hält sie davon ab und baut mit ihr ein Vertrauensverhältnis auf. Zur gleichen Zeit geht in der Stadt ein Mörder um, der seine Opfer köpft und die Körper ohne Kopf zurücklässt. Als Auras Eltern dem Mörder zum Opfer fallen, forscht David genauer nach und entdeckt eine Verbindung zwischen den Morden. Als auch noch Aura verschwindet, macht sich David auf die Suche, das Geheimnis zu lüften. Wer ist der Mörder? Die Wahrheit ist grauenvoll. Schließlich stirbt der vermeintliche Mörder auf der Flucht vor der Polizei, aber das ist zunächst nur das scheinbare Ende des Falles. Aura verschwindet und scheint sich in einem See ertränkt zu haben, doch David glaubt das nicht und macht sich auf die Suche… (Edition Tonfilm)

Nach der Veröffentlichung von Opera (Terror in der Oper, 1987) entschied Dario Argento, die Zeit sei reif, um seinen Namen auf dem internationalen Markt noch weiter bekannt zu machen. Er entwickelte die Idee einer Edgar Allan Poe-Anthologie, die in den USA gedreht werden sollte. Schließlich entschloss er sich in Zusammenarbeit mit seinem Freund und Kollegen George A. Romero in Pittsburgh, Pennsylvania, zu filmen. Der resultierende Film, Due occhi diabolici (Two Evil Eyes, 1990), entpuppte sich als Enttäuschung, die den Ruf des Regisseurs nur wenig bzw. gar nicht stärkte. Immer noch entschlossen es auf dem amerikanischen Markt zu schaffen, beschloss er nun, sich neu zu gruppieren und zu seinem alten Leisten zurückzukehren, dem Giallo. Trauma ließ den italienischen Meister des Grauens daher versuchen, eine Verbindung mit dem amerikanischen Cineplex-Publikum einzugehen, während er mit seiner bis dato selbstreferenziellsten Anstrengung in Erinnerung bleiben wollte. Der Film wird von vielen Argento-Fans als fehlgeschlagenes Experiment weitgehend abgeschrieben, doch so wie sein Segment aus Two Evil Eyes jetzt als das gute Stück Arbeit gewürdigt wird, das es schon immer war, scheint niemand Trauma verteidigen zu wollen.

Was natürlich sehr schade ist, da sich der Film als empfehlenswert herausstellt und als eines der schönsten Werke des Regisseurs zu bezeichnen ist. Viele Kritiker lehnen den Film wegen seiner amerikanischen Produktion entschlossen ab. Es wird die Vermutung angestellt, der Dreh in Amerika hätte dazu geführt, dass Argentos schrullige Stimme und Vision effektiv neutralisiert wurden. Das ist offensichtlich absurd. Der Film steckt voller seltsam verrückter Einfälle und Sequenzen, die nur aus Argentos unorthodoxer Vorstellungskraft stammen konnten. Auch der Aufbau ist alles andere als konventionell. Ein magersüchtiger Teenager und ein ehemaliger Heroinsüchtiger in seinen 20ern verlieben sich, während sie einer Reihe grausamer Morde nachgehen. Argento ist weit davon entfernt, der langweiligen Mentalität des amerikanischen Genre-Filmemachens zu erliegen, denn in Trauma zeigt der Regisseur, wie er sein bevorzugtes Terrain auf insgesamt emotionalere Art und Weise erkundet. Argento erklärte Alan Jones, wie er Trauma sah:
“Deep Soul, my Deep Red for a new generation. Usually my stories come from articles in newspapers or things I hear on the streets. Not this time. It’s from deep down inside myself.” (Jones, Alan, Dario Argento: The Man, The Myths & The Magic (Godalming: FAB Press, 2012), S. 215.

Die Idee für den Film entstand angeblich aus den Problemen der ältesten Tochter von Daria Nicolodi, die aus der ersten Ehe der Schauspielerin hervorgegangen war. Argento kanalisierte seine Enttäuschungen über ihre Kämpfe mit Magersucht in das Drehbuch für Trauma und verlieh dem Film somit eine persönlichere Dimension, als man von seinen Werken gewohnt war. Dies erklärt vielleicht warum der Film viel wärmer gestaltet wurde, als so viele seiner anderen Thriller. Die Charaktere von Aura und David sind gut entwickelt und sorgen für eine entsprechend skurrile Liebesgeschichte inmitten eines typischen Giallo-Szenarios. Das Drehbuch entwickelte sich auf kuriose Art und Weise. Argento entwickelte die Geschichte in Zusammenarbeit mit Franco Ferrini und Gianni Romoli, doch als die Entscheidung fiel, den Film in Amerika zu drehen, entschied der Regisseur es sei nun auch notwendig, einen amerikanischen Mitarbeiter einzustellen. Horror-Romancier T.E.D. Klein stieg in das Projekt ein und half dabei den Dialog zu verbessern sowie einige der wilderen Exzesse abzuschwächen. Argento hatte angeblich vor mit Blut und Gore über Bord zu gehen, doch Klein rechnete zu Recht damit, dass dies auf dem amerikanischen Markt nicht gut ankommen würde.

In der Hoffnung, endlich einen amerikanischen Hit zu landen, nahm Argento den Rat an und beschloss die Gewalt zu entschärfen. Die Mühe hätte er sich allerdings sparen können. Selbst mit dem abgemilderten Blutvergießen ist der Film noch viel zu extravagant und bizarr, als dass man ihn für einen amerikanischen Mainstream-Film halten könnte. Argentos Hauptproblem bei seinem Streben nach Etablierung auf dem amerikanischen Markt, war das Problem des Namens. In Italien stellt Argento eine Institution für sich dar – auch wenn seine Filme kein Publikum anziehen (was in den letzten Jahren zunehmend der Fall geworden ist), ist er immer noch eine echte Berühmtheit; in gewisser Hinsicht repräsentiert er eines der seltensten Wesen: den Star als Regisseur. Sein Name ist in Amerika außerhalb der Genrekreise jedoch bei weitem nicht so bekannt. Argentos Wunsch, sich selbst zu einem John Carpenter-Typ zu machen (das heißt zu einem Markennamen), erstreckt sich darauf, seinen Namen zum ersten Mal in seiner Karriere über den Titel zu setzen. Leider sollten die Elemente, die ihn unter Filmkultisten so beliebt machen, ein großes Mainstream-Publikum unweigerlich abschrecken.

Seine Thriller sind zu verworren und chaotisch geplottet, mit bizarren Elementen und Erfindungen überladen, so dass sie einfach nicht gut zu einem Publikum passen, das eher an „traditionelle“ Handlungen gewöhnt ist. In ähnlicher Weise werden ihn sein barocker Stil und seine Fixierung auf Bilder von gewaltsamen Toden für immer als „Außenseiter“ markieren, da Filme dieser Art noch nie große Geschäfte an der amerikanischen Abendkasse gemacht haben. Sicher, Horrorfilme fahren Gewinne ein, doch von den Kritikern werden sie verhöhnt, während sie von den meisten „durchschnittlichen“ Kinogängern mit einem Grinsen und einem herablassenden Lachen betrachtet werden. Für Argento bedeutet das Genre jedoch eine Kunstform – und seine Unfähigkeit mit einem amerikanischen Publikum in Verbindung zu treten, sollte ihn unweigerlich zurück nach Italien schicken. Dort hatte er mehr zu beweisen, wobei es sich gleichzeitig einfacher gestaltete, die Art von Finanzierung und Bekanntheit zu erlangen, die er wünschte. Trauma hat eine Reihe von Problemen, von denen viele auf den eifrigen Wunsch des Regisseurs zurückzuführen sind, ein breites Publikum zufriedenstellen zu wollen. Die Geschichte ist faszinierend, unterliegt allerdings dem Klischee, wenn es um das Unerwartete geht. Der Begriff des Head Hunter-Killers wird willkürlich und konventionell ausgespielt.

Argentos Gespür für „im Blickfeld verborgene“ Hinweise kommt am Ende ins Spiel, während sich das Rätsel etwas zögerlich entwickelt. Zu viele Drehbuchautoren können die Dinge noch zusätzlich verkomplizieren. Argentos Zusammenarbeit mit Ferrini war nie so effektiv gewesen, wie beispielsweise seine Kollaboration mit Bernardino Zapponi bei Profondo Rosso (1975), wobei die Hinzufügung des amerikanischen Mitschreibers Klein lediglich dazu dient, die Dinge etwas zu verwässern. Argentos Absicht, die psychologischen Aspekte von Essstörungen im Film zu behandeln, erwies sich als schwerwiegendes Problem. Klein argumentierte, dass das amerikanische Publikum auf diesen Aspekt nicht anspringen würde, weswegen dieses Merkmal im Film eher zurückhaltend präsentiert und nach der Hälfte der Spielzeit vollkommen fallengelassen wird. Aus seinem Wunsch das Publikum zu besänftigen lässt sich ablesen, dass Argento einige seiner eigenen Ziele aus den Augen verlor, was an einen seiner oft diskutierten Kritikpunkte von Il gatto a nove code (Die neunschwänzige Katze, 1971) erinnert, den er oft als seinen unbeliebtesten seiner eigenen Filme beschreibt. Trotz alledem gibt es immer noch vieles, was man an Trauma mögen oder vielleicht sogar lieben kann.

Die stilvolle Inszenierung des Regisseurs ist als eine der Hauptstärken des Films zu bezeichnen. In Zusammenarbeit mit Kameramann Raffaele Mertes verwendete Argento weiche, neblige Innenräume und kalte, raue Außenräume, um die Liebesgeschichte mit der allgemeinen Brutalität der Welt in Kontrast zu setzen. Sein balletischer Einsatz einer sich bewegenden Kamera ist noch immer deutlich zu spüren, wenn die Kamera von selbst hin- und herfliegt, sich dreht, kreist und gleitet. Die Verwendung des Breitbild-Rahmens ist durchweg kunstvoll angelegt und zeigt, dass Argento ein Regisseur ist, der den Rahmen jederzeit optimal nutzt. Die Liebesgeschichte zwischen Aura und David kommt aufrichtig bewegend rüber. Die Szene, in der David verzweifelt nach Aura sucht, weil er glaubt sie hätte sich umgebracht, stellt einen herzzerreißenden Moment für einen Regisseur dar, der für solche Momente nicht gerade bekannt ist. Willkommener Humor wird in Form einer Nebenhandlung in die Geschichte eingeführt, die sich um einen neugierigen kleinen Jungen dreht, der neben dem Mörder wohnt. Die Szenen des Kindes, das sich mit dem Beobachten von Schmetterlingen beschäftigt, ermöglichen es dem Regisseur sogar, sich einer Art „Schmetterlingsperspektive“ hinzugeben, die an die Krähen aus Opera erinnert.

Die Morde mögen in Bezug auf Grisalität gedämpft sein, sind allerdings immer noch bemerkenswert gut inszeniert und gestaltet worden. Der Film beginnt mit der Ermordung einer Chiropraktikerin, die überrascht wird, als sie dem Mörder den Rücken zukehrt. Die Anwendung von stringenten Nahaufnahmen, grausamen Soundeffekten und kunstvollem Schattenspiel verleiht der Sequenz eine viszerale Wirkung, auch wenn nur sehr wenig zu sehen ist. In ähnlicher Weise ist eine spätere Szene (die den Tod eines Arztes zeigt, der den Schlüssel zum Rätsel in der Hand hält) in einem gruseligen, heruntergekommenen Mietshaus wunderschön inszeniert worden. Der Mörder bevorzugt ein bestimmtes Elektrogerät (vom Filmteam als „Noose-O-Matic“ bezeichnet) für seine Untaten, das während der Tat blockiert, sodass der unglückliche Arzt zu einem Aufzugsschacht gezogen und sein Kopf so positioniert wird, dass der herunterfahrende Aufzug die Enthauptung stattdessen durchführen kann. Das alles wurde wunderbar übertrieben und theatralisch dargestellt, und zwar absichtlich; Argento strebt nicht nach stickigem Realismus, sondern verwöhnt diesen Aufschwung der Phantasie mit einem Auge für das Dekorative. Die überraschend schäbigen, abgetrennten Köpfe, die vom Make-up-Zauberer Tom Savini kreiert wurden, mildern jedoch ihre Wirkung. Savini (1946 in Pittsburgh geboren) arbeitete zum ersten Mal mit Argento an Two Evil Eyes und freute sich darauf, ihre Zusammenarbeit bei Trauma fortzusetzen.

Wahrscheinlich war es besser, dass Argento nicht sehr lange auf den abgetrennten Köpfen verweilte, denn ehrlich gesagt, stellen sie keine Leistung dar, auf die man stolz sein könnte. Savini war schon in jungen Jahren auf Filmemachen und Spezialeffekte fixiert, nachdem er das zuckersüße Lon Chaney Biopic Der Mann mit den 1000 Gesichtern (1957) mit James Cagney gesehen hatte. Nach einem Aufenthalt in Vietnam als combat photographer schloss er sich George A. Romero an und arbeitete mit ihm als Schauspieler und Visagist an Martin (Martin – The Blood Lover, 1977). Die beiden Männer verstanden sich gut und arbeiteten gemeinsam an Filmen wie zum Beispiel Dawn of the Dead (Zombie, 1978), Knightriders – Ritter auf heißen Öfen (1981), Creepshow (Die unheimlich verrückte Geisterstunde, 1982), Day of the Dead (Zombie 2 – Das letzte Kapitel, 1985). Savinis Gespür für realistische Gore-Effekte machte ihn in den 80er Jahren zu einer vollwertigen Ikone des Horror-Genres, doch als später der Trend zu computergenerierten Effekten einsetzte, konzentrierte er sich mehr auf das Schauspielern und das Unterrichten von Make-up-Effekten für eifrige Studenten in Pittsburgh. Als Schauspieler trat Savini in Titeln wie Robert Rodriguez‘ From Dusk Till Dawn (1996) und Quentin Tarantinos Django Unchained (2012) auf.

Er hat auch einige Filme gedreht, insbesondere ein Romero-Skript-Remake von Die Rückkehr der Untoten – Night of the Living Dead (1990). Argento war in der Lage, eine bemerkenswerte Besetzung zusammenzustellen, doch leider waren nicht alle Schauspieler auch inspiriert, ihre beste Leistung abzuliefern. Asia Argento spielt in der Rolle der Aura sehr beeindruckend. Die Schauspielerin würde sich über Gerüchte ärgern, dass Vetternwirtschaft ihr die Rolle gesichert haben soll, sie bringt jedoch enorme Energie und Aufrichtigkeit in die Rolle ein. Auch wenn es ihr nie gelingt, überzeugend rumänisch zu klingen, kann man ihr das wohl kaum verübeln. Eine so herausragende Rolle auf Englisch zu spielen, war bereits eine Herausforderung für sich, wobei sie auch nicht die einzige war, die in der Akzentabteilung nicht überzeugen konnte. 1975 in Rom geboren, ist sie die einzige Tochter von Dario Argento und Daria Nicolodi; Nicolodis Tochter Anna hatte einen anderen Vater, während Argentos Tochter Fiore das Produkt seiner ersten Ehe war. Asia debütierte Mitte der 80er Jahre im italienischen Fernsehen und begann in den Produktionen ihres Vaters mit Back-to-Back-Auftritten in Dèmoni 2… l’incubo ritorna (Dämonen, 1986) und einem Ausschnitt aus Giallo: la tua impronta del venerdi (1987) zu spielen.

Trauma bedeutete das erste Mal, dass sie von ihrem Vater inszeniert wurde, wobei die beiden auch weiterhin zusammenarbeiteten sollten, wie an La sindrome di Stendhal (Das Stendhal Syndrom, 1996), Il fantasma dell’opera (Das Phantom der Oper, 1998), La terza madre (Mother of Tears, 2007) und Dracula 3D (Dario Argentos Dracula, 2012). Asia spielte auch in Filmen wie Patrice Chéreaus La Reine Margot (Die Bartholomäusnacht, 1994), Peter Del Montes Compagna di viaggio (Die Reisegefährtin, 1996), Abel Ferraras New Rose Hotel (1998), George A. Romeros Land of the Dead (2005) und Sofia Coppolas Marie Antoinette (2006). Sie wurde nicht nur zu einer festen Größe in den italienischen Klatschkolumnen, sondern entwickelte sich auch zu einem bedeutenden Sexsymbol und drehte ihre eigenen Filme, beginnend mit dem teilweise autobiografischen Scarlet Diva (2000). 2014 gab sie bekannt, die Schauspielerei zugunsten anderer Beschäftigungen aufzugeben. Christopher Rydell spielt David recht effektiv. Seine etwas fade Persönlichkeit passt gut zu dem unbeholfenen Außenstehenden, der versucht, ein besseres Leben zu führen. Außerdem präsentieren er und Argento sehr gute Leinwandchemie. Der Sohn des Schauspielers und Regisseurs Mark Rydell (Am goldenen See, 1981) wurde 1963 geboren und trat Anfang der 70er Jahre als Kinderschauspieler in den Filmen seines Vaters auf.

In den 80er und 90er Jahren arbeitete er sporadisch im Filmgeschäft, doch seine Karriere fing nie wirklich Feuer, weswegen er in den letzten Jahren relativ inaktiv gewesen ist. Piper Laurie gibt als Auras Mutter, dem Medium Adriana Petrescu, eine atemberaubende Vorstellung. Lauries theatralischer Akzent und Manierismen machen sie von Anfang an zu einem unverhohlenen Monster. 1932 in Detroit geboren, begann sie als Teenager Schauspielunterricht zu nehmen und wurde mit 17 Jahren von Universal unter Vertrag genommen. Ihre frühe Filmarbeit war Standard-Studiofutter, aber sie etablierte sich als ernsthafte Schauspielerin im aufstrebenden Medium Fernsehen dank herausragender Auftritte in harten Dramen wie Days of Wine and Roses (Die Tage des Weines und der Rosen, 1958). Sie trat mit Paul Newman in The Hustler (Haie der Großstadt, 1961) auf, wobei sie eine Oscar-Nominierung erhielt, machte aber von Mitte der 60er Jahre bis 1976 eine Pause, als sie von Brian De Palma in seiner erfolgreichen Stephen King-Adaption Carrie besetzt wurde.

Lauries furchteinflößende Leistung als Carries religiös fanatische Mutter brachte ihr ihre zweite Oscar-Nominierung ein. Sie ist nach wie vor aktiv, vor allem im Fernsehen, wo sie in den 90er Jahren als Catherine Packard Martell / Mr. Tojamura in David Lynchs Mystery – Soap Twin Peaks für Aufsehen sorgte. Der finstere Dr. Judd wird von Frederic Forest gespielt, einem weiteren guten Schauspieler, der seine Verachtung für das Material in einer sehr seltsamen, prononcierten Aufführung zum Ausdruck bringt. Der 1936 in Texas geborene Forrest gab sein Filmdebüt in den späten 60er Jahren. Er wurde ein Favorit von Francis Ford Coppola, der ihn in Filmen wie The Conversation (Der Dialog, 1974), Apocalypse Now (1979) und One from the Heart (Einer mit Herz, 1982) besetzte. Forrest erhielt eine Oscar-Nominierung für seine Nebenrolle in Mark Rydells The Rose (1979) mit Bette Midler und Alan Bates und trat auch in Filmen wie Wim Wenders‘ Hammett (1982, produziert von Coppola) und Jack Nicholsons Die Spur führt zurück – The Two Jakes (1990) und Joel Schumachers Falling Down – Ein ganz normaler Tag (1993), in dem er als Skinhead-Ladenbesitzer eine furchterregende und doch düster komische Vorstellung abliefert. Seit 2006 ist er in der Filmbranche inaktiv.

James Russo spielt den eifrigen Polizeiinspektor, der den Fall bearbeitet. Seine flache Vorstellung scheint eine Antwort auf die langweilige Rolle gewesen zu sein, da er sich auf eine Zusammenarbeit mit Argento sehr gefreut hatte. Er wurde 1953 in New York City geboren und gab 1981 sein Filmdebüt. Er spielte in Fast Times in Ridgemont High (Ich glaub‘ ich steh‘ im Wald, 1982) und Beverly Hills Cop – Ich lös‘ den Fall auf jeden Fall (1984) sowie in Sergio Leones Once Upon a Time in America (Es war einmal in Amerika, 1984) und Gus Van Sants My Own Private Idaho (Das Ende der Unschuld, 1991). In jüngerer Zeit war er in Michael Manns Public Enemies (2009) und Quentin Tarantinos Django Unchained (2012) zu sehen. Der stets zuverlässige Brad Dourif tritt kurz als drogenabhängiger Arzt auf, der an den Morden beteiligt ist und gibt in seinen kurzen Szenen mehr als seine Co-Stars zusammen auf die Beine stellen. Dourif wurde 1950 in West Virginia geboren und erhielt mit einem seiner ersten Filmauftritte eine Oscar-Nominierung. Er spielte den tragischen Geisteskranken Billy Bibbitt in Milos Foremans Oscar-Preisträger One Flew Over the Cuckoo’s Nest (Einer flog über das Kuckucksnest, 1975) mit Jack Nicholson. Als kraftvoller, exzentrischer Schauspieler trat er in Filmen von John Huston (Wise Blood / Der Ketzer, 1979) und Michael Cimino (Heaven’s Gate, 1980) sowie in William Peter Blattys problematischen / unterschätzten Der Exorcist III (1990) auf, doch Hollywood schien sich nie ganz sicher gewesen zu sein, was es mit ihm anfangen sollte. Er fand Anerkennung, indem er der Killerpuppe Chucky im Child’s Play-Franchise seine Stimme lieh und beeindruckte später mit seiner zurückhaltenden Arbeit als Stadtarzt in HBOs Hitserie Deadwood (2004-2006). Die kommerzielle Enttäuschung von Trauma, der 1994 in Amerika nur in begrenztem Umfang veröffentlicht wurde und auch in Italien nur wenig an den Kinokassen einspielte, hielt Argento nicht davon ab, einen weiteren amerikanischen Giallo zu planen, doch als die Dreharbeiten zu Das Stendhal-Syndrom begannen, war er bereits wieder nach Italien umgezogen.

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Darsteller: Frederic Forrest, James Russo, Brad Dourif, Hope Alexander-Willis, Christopher Rydell
Regisseur(e): Dario Argento
Format: DVD, Blu-ray, 2,35:1 anamorph 16:9
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch, Deutsch
Region: Region B/2
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spieldauer: 111 Minuten

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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