Berserk – Das goldene Zeitalter 3

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Ein Jahr ist vergangen, seit Guts und Griffith getrennter Wege gingen. Unter der Führung von Casca und auf der ständigen Flucht vor den Elitetruppen Midlands, verfolgen „Die Falken“ den verschwörerrischen Plan, Griffith aus der Gefangenschaft zu befreien. Als die Söldnertruppe eines Nachts jedoch heimtückisch überfallen wird, beginnt ein blutiger Überlebenskampf und gerade als die Situation ausweglos scheint, naht Rettung in Gestalt von Guts. Angetrieben von Cascas Entschlossenheit das Schicksal zum Guten zu wenden, machen sich „Die Falken“ mit Guts auf, um Griffith aus den Fängen seiner grausamen Entführer zu befreien. Doch noch ahnt die Truppe nicht welchem apokalyptischen Alptraum sie entgegentreten … (universum film)

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Während die ersten beiden Filme der Triologie von gerade noch passabel bis zu einer regelrechten Verstümmelung des Originalplots rangieren, findet der dritte Teil einen annehmbaren Groove und ist somit der am besten umgesetzte. Bevor Berserk 3 überhaupt beginnt sammelt er bereits Pluspunkte: Der Film behandelt die wichtigsten und Charakter-fokussierten Teile der Geschichte ohne die Darstellung massiver Schlachten und politischer Ränkespiele. Es wird sich zunächst ausschließlich auf das Überleben der Falkenbande konzentriert. Die Kämpfe sind eher kleine Scharmützel wo keine ganzen Armeen aufeinander treffen, während sich die Geschichte von den weltlichen und mittelalterlichen Aspekten weg bewegt und sich mehr dem Übernatürlichen mit Dämonen usw. widmet, was eine stärkere Konzentration auf und Struktur im Plot möglich macht. Das Tempo ist allerdings bei weitem nicht perfekt, aber es ist endlich wenigstens annehmbar. Nach den ersten 20-30 Minuten wird sich dann schließlich einige Zeit für die Figuren genommen und der Film schafft es tatsächlich emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen, was definitiv etwas Positives ist.

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In den ersten Filmen reichte die Mischung aus handgezeichneter Animation und CG von schrecklich bis in Ordnung aussehend, doch hier passt sie endlich. Sie ist immer noch nicht perfekt gelungen, den ersten beiden Streifen aber um Lichtjahre voraus. Das Studio hat sich löblicherweise dafür entschieden CG für die Charakter-Modelle zu verwenden, ihre Gesichter sind jedoch in 2D animiert. Dadurch werden die verschiedenen Animationsstile besser getrennt und die Momente, wenn die beiden aufeinanderstoßen sind weit weniger zahlreich als früher. Da der Film mehr auf die Charakter fokussiert ist, gibt es auch mehr Momente, in denen diese vollkommen von Hand gezeichnet animiert sind, was sehr gut aussieht. Wenn dann die Eclipse beginnt wird der Film wirklich zu einem Genuss für die Augen: All die verschiedenen Monster und die surrealen Landschaften der Dämonenwelt sehen toll aus und die Actionszenen sind sehr gut choreographiert und animiert.
Trotz alledem ist Berserk 3 von großartig weit entfernt. Die Probleme sind kleiner als zuvor, aber sie sind immer noch die gleichen. Das größte ist da zweifellos das Tempo; der Film ist noch immer eine stark abgeholzte Version der Originalgeschichte. Wäre der Film etwa 30-40 Minuten länger, dann könnte er vielleicht alles, was die Geschichte in ihrem gesamten Umfang ausmacht, befriedigend abdecken. Die unverschämtesten Beispiele dafür sind, dass a) wir nie herausfinden, was Guts während seiner Abwesenheit von einem Jahr so alles getan hat und b) eine Szene, wo Caska scheinbar willkürlich zwischen drei völlig verschiedenen Gefühlszuständen  in der Zeitspanne von nur wenigen Minuten hin und her wechselt.

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Trotz des Lobes der Animation, das CG bei den Menschen sieht immer noch aus als würde es nicht richtig zusammenpassen und ist sehr leicht zu erkennen. Dies ist zwar weniger problematisch als zuvor, doch immer noch ein Problem. Die Musik ist auch so eine gemischte Tüte; manchmal klingt sie angemessen boomenden und unheilvoll, um an anderen Stellen dann auf bizarre Art und Weise unangemessen eingesetzt zu werden. Es gibt Momente im Film, in denen bloße Stille einigen Szenen besser zu Gesicht stehen würde als die zur Untermalung benutzte Musik . Tatsächlich passt der Musikstil der Original-Serie besser zu den alptraumhaften Geschehnissen der Eclipse und das bedeutet schon was, wenn man bedenkt, dass der Music-Score der Vorlage ziemlich schwach wegkommt. Das Seltsame bei Berserk 3 ist, dass der Film für alles was er besser als die Animeserie macht, irgendetwas anderes dafür falsch macht. Hier sehen wir zwar wie Guts der Eclipse entkommt aber Rickerts eigene kleine Mini-Geschichte ist beinahe vollständig weggelassen worden. Die Animation ist natürlich weitaus besser als die der Serie, die Sprachausgabe ist die der Serie jedoch genauso weit unterlegen. Trotz allem was ich geschrieben habe, hat mir der Film gut gefallen. Er hat zwar so seine Problemchen aber die guten Aspekte überwiegen die schlechten. Wer die Manga und/oder Anime nicht kennt und auf surreale Geschichten steht, der wird Berserk 3 mindestens mögen.

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Diese DVD wurde uns freundlicherweise von universum film zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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