Frank

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Frank ist der exzentrische Frontmann der experimentellen Rockband Soronprfbs und buchstäblich der Kopf der Band. Denn Frank trägt ständig einen übergroßen Pappmaché-Kopf auf seinen Schultern und dies nicht nur bei den skurrilen Live-Shows, sondern auch im Alltag. Nicht mal die Bandmitglieder haben je sein Gesicht gesehen. Als der Keyboarder ausfällt, engagiert Frank spontan den Tagträumer Jon als Ersatz. Und obwohl der erste gemeinsame Auftritt zum Desaster verkommt, darf der Debütant bleiben. Hochmotiviert zieht Jon mit der Band in die irischen Wälder, um ein Album aufzunehmen. In der abgelegenen Hütte dämmert ihm allmählich, worauf er sich eingelassen hat. (Weltkino)

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Die meisten Filme lassen sich ziemlich einfach einem Genre zuordnen: Drama, Komödie, Action, usw. Der neueste Streifen von Filmfestival Liebling Lenny Abrahamson ist allerdings schwer zu klassifizieren. Frank beginnt mit einem dummen und lustigen Selbstgespräch eines angehenden Musikers/Songwriters (Domhnall Gleeson), geht in eine dunkle „Dramady“ mit komplexen Charakteren und Dialog über und endet mit einer düsteren Botschaft über die Musikbranche und psychische Erkrankungen. Das ist schon mehr, als ich in der Regel ansprechen würde, aber der Film wird oft als eine reine Komödie beschrieben und ich finde dies nicht zutreffend. Erwartet man ein „Witz-Spektakel“, so wird man nicht nur enttäuscht sein, sondern dürfte auch die einzigartige Perspektive, mit der Frank ausgestattet ist, nicht erkennen. Das Drehbuch wurde von „Die Männer, die auf Ziegen starren“ Mitarbeitern Jon Ronson und Peter Straughan geschrieben und ist deutlich von dem verstorbenen britischen Komiker und Musiker Chris Sievey (und seinem Charakter Frank Sidebottom) inspiriert. Herr Ronsons Beschäftigung mit Herrn Sievey stellt die treibende Kraft für den Film dar. Dies ist auch der Grund dafür, dass Gleesons Charakter mehr hervorgehoben wird, als Michael Fassbenders Titelheld, der für den Großteil des Films einen Pappmaché-Kopf übergezogen hat. Diese Entscheidung des Skripts ist es wahrscheinlich, die den Film davon abhält wirklich großartig zu sein.

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Die außergewöhnlichen und aufmerksamkeitsfördernden ersten 15 Minuten bauen einen Film auf, der sich in eine Auseinandersetzung mit den kreativen Prozessen innerhalb psychischer Erkrankungen auflöst … Frank teilt unzählige Male mit, dass er ein Zertifikat (eichfähig) hat. Es wird auch ein ständiger Kampf zwischen Kunst und Kommerz, wie er von Maggie Gyllenhaals Charakter und dem von Gleeson geführt wird, porträtiert. Die Macht und der Einfluss von Social Media steht zusätzlich im Mittelpunkt, da die avantgardistische Performance-Kunst-Band eine riesige Fangemeinde um sich versammelt, bevor sie jemals wirklich Musik produziert hat. Ohne Franks Mimik sehen zu können, erleben wir seine Transformation vom mystischen Guru zu einem instabilen und sozial unbequemen Kerl, der nach Beliebtheit strebt, ohne dabei zu wissen, was der Begriff eigentlich bedeutet. Müssen Künstler für ihre Kunst leiden? Warum klammert sich die Gesellschaft an die neuesten Social-Media-Spielereien? Was ist kreativer Erfolg und warum haben so viele Menschen Angst davor? Der Film stellt sich diese und andere nicht zu beantwortende Fragen. Sicherlich sehr interessant und definitiv keine 90 Minuten Komödie.

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  • Darsteller: Michael Fassbender, Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Scoot McNairy
  • Regisseur(e): Lenny Abrahamson
  • Format: Widescreen
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS HD Stereo), Englisch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb Universum Film)
  • Produktionsjahr: 2014
  • Spieldauer: 95 Minuten

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Weltkino zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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