Katzenmenschen (Cat People) (1982)

Als Quentin Tarantino vor einigen Jahren bei seinem Inglourious Basterds einen pop song in seinen Soundtrack packte, war es an der Zeit sich an einen Mystery Klassiker der 80er zu erinnern, der nun endlich in guter Qualität wieder verfügbar ist. „Putting out the fire … with gasoline“ von David Bowie zierte damals den Abspann von Paul Schraders Remake von CAT PEOPLE. Der leicht erotische Thriller mit Nastassja Kinski, Malcom McDowell und John Heard in den Hauptrollen kommt in bester 80er Manier mit einem Georgio Moroder Soundtrack daher, erklärt reichlich wenig, und bietet tolle Atmosphäre. Nun ist in Deutschland (teilweise auch schon im Ausland) der Film auf BluRay erhältlich. Zeit den Film wieder zu erleben…

Cat People

Die Story handelt von Irena (Nastassja Kinski), ein Nachkomme eines Kults der sich wohl mit schwarzen Panthern vereint hat. Neu in New Orleans, findet sie arbeit im Zoo bei Oliver (John Heard) und beginnt, sich in diesen zu verlieben. Allerdings merkt sie schon seit ihrer Ankunft bei Paul (Malcom McDowell), der wohl ein lange verschollener Cousin oder Bruder ist, dass hier irgendwas nicht stimmt. Sie hat Schlafprobleme, hat ihre sexuellen Bedürfnisse nicht völlig unter Kontrolle, und legt seltsame Reaktionen an den Tag, sei es gegenüber Katzen im Zoo, oder potentiellem „Futter“. Als Paul seine Ziele auf den Tisch legt, flüchtet Irena sich zu Oliver, und es beginnt eine fiese Kette von Ereignissen, die Oliver fast um den Verstand bringen, Irena innerlich zerreissen und zeigen werden, wie es um das Erbe der Katzenmenschen steht….

Cat People

Paul Schrader ist eine recht kontroverse Figur. Vor einigen Wochen hatte ich ihn noch wegen The Canyons so richtig gescholten. Dabei ist er eine der zentralen Filmemacher und Autoren des Independent Kinos. Cat People ist zwar ein Remake des gleichnamigen Films aus den 40ern, ist aber für sich ein ganz eigenes Werk. Genährt von den Stiltrends und Ideen der 80er, inklusive der Musik, der Mode und den Erotikvorstellungen, stellt der Film ein wundersam bizarr mystisches Abenteuer dar. Schrader macht auch keine großen Umwege. Gleich zu beginn erfahren wir dass hier irgend etwas extrem seltsames vorgeht, und warten später quasi schon darauf, dass sich Menschen in Katzen verwandeln.

Cat People

Das Original kann sicher nicht mit den Effekten hier mithalten, aber auch aus heutiger Sicht ist der Film doch schon ziemlich ulkig. Da er aber recht subtil ist, schadet es dem Film nicht, und so kann er trotz seines Alters fesseln und begeistern.  Es ist in gewisser Weise ein Tier-Horrorfilm, mit einer nicht geringen Prise Erotik (die junge Kinski wird hier instrumentalisiert, das würde heute sämtliche Boulevardfeministinnen auf den Plan rufen) und viel Mythos. Man kann eine gewissen Zerrissenheit feststellen, oder gar die Frage hinein interpretieren, wann der Mensch zum Tier wird, ob wir unsere Instinkte eigentlich nur unterdrücken, und wie wir eigentlich uns die Natur zum Untertan gemacht haben. Schrader kombiniert dabei gekommt stimmige Kamera-Arbeit mit dem düsteren 80er Soundtrack und vielen doch Dialogarmen Szenen die fast alle Nachts spielen. Die Charaktere sind in gewisser Weise den Vorkommnissen mehr oder weniger hilflos ausgeliefert…. der Bann der Katzenmenschen ist schier unaufhaltsam.

Cat People

Während ich finde dass Malcom McDowell fast schon etwas nervt, aber ich mochte den noch nie, spielt Kinski alle an die Wand. Es ist eine Paradebesetzung für diesen Charakter. Wenig Dialoge, viel Blickkontakt, gekonnter Körpereinsatz und eine leichte Identitätskrise (bin ich Mensch oder Panther), ich fand das sehr passend, und es hält den ansonsten schauspielerisch nur mittelmäßigen Film zusammen.

Cat People

Ingsesamt kann ich den Film sehr empfehlen. Er ist wunderschön atmosphärisch, hat einen Schuss Mystik, einen Schuss Erotik und einen Schuss Horror, das ganze mit ein paar Würfeln 80er Charme. Die BluRay sieht ordentlich aus und ist der zur Zeit beste Weg diesen Klassiker neu zu erleben.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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