Streets of Fire

Ein weiterer Klassiker aus Anfangszeiten von Regisseuren findet seinen Weg auf meinen Bildschirm: Streets of Fire. Zwar kann man Mitte der 80er jetzt nicht wirklich als Anfangszeit von Kultregisseur Walter Hill bezeichnen (übrigens ist 84 mein Geburtsjahr der Film ist also genau so alt wie ich), aber gerade auch hinsichtlich der darin auftauchenden Schauspieler spreche ich schon von einem oft übersehenem Frühwerk das in vielen Kreisen gar niemand kannte. Der Rock-n-Roll Film mit einem Hauch von High Noon und West Side Story versprach ein interessanter Ausflug zu werden. Auf der neuen BluRay von Koch Media musste ich mir diesen Film endlich mal vornehmen.  Zum Filmposter.

Streets of Fire

Ellen Aim (Diane Lane) tourt mit ihrer Band auch durch die schlechteren Stadtviertel und füllt die Clubs mit Teenagern. Ihr neuer Lover Billy Fish (Rick Moranis) ist mittlerweile ihr Manager und hat ein goldenes Händchen bewiesen, die junge Stimme zum Erfolg zu führen. Als jedoch Raven (Willem Dafoe) und seine Bikergang ein Konzert aufmischen und Ellen kurzerhand entführt, ist Billy Ratlos. Coffeeshop Besitzerin Reva schickt ein Telegramm an ihren Bruder Tom Cody (Michael Pare), er solle schleunigst nach Hause kommen, denn die Stadt ist in Aufruhr. Auch ihr Laden wurde verwüstet. Es herrscht Anarchie. Als Tom, ein Draufgänger mit Armee-Erfahrung, in der Stadt ankommt, muss Reva ihn erst einmal davon überzeugen, Ellen wieder zurück zu erobern. Immerhin haben die beiden Vergangenheit. Tom schnappt sich den Billy Fish und sagt zu, für zehn tausend Dollar den Feldzug gegen die Raven Bande zu beginnen. Schwer bewaffnet fallen sie im Quartier der Gang ein….

Streets of Fire

Ich bin ein großer Fan von Walter Hill. Seine Filme haben hohen Unterhaltungswert, sind handwerklich sehr solide, und sind effizient. Kurzweilige Kultfilme aller Art hat der Mann gedreht. Ein paar Beispiele sind Hard Times, The Driver, The Warriors, The Long Riders, Souther  Comfort, 48 Stunden, Red Heat, und Last Man Standing. Als er sich letztes Jahr mit Bullet to the Head (mit Sly Stallone) wieder in den Regiestuhl begab (nach mehr Aktivität als Produzent, u.a. für diverse Predator Filme), ging das allerdings nicht so gut aus. Kurzum, Walter Hill ist ein erstklassiger Filmemacher, von dem man so gut wie alle Filme empfehlen kann, das hatte ich in einem anderen Artikel (Englisch) schon mal dargelegt. So auch Streets of Fire. An anderer Stelle hatten wir schon einmal das Poster bewundert.

Streets of Fire

Streets of Fire ist kein klassischer Rock-n-Roll Film, denn er spielt nicht wirklich in den wilden 50ern, es läuft kein Rockabillly und die Zeiten von wilden Gangs und all diesen Themen sind in den 80ern eigentlich längst vorbei. Dem Film ist das egal, und er kombiniert die Stories und die Autors und die Gefühle der Alten James Dean Zeit in die industriellen 80er. Untermalt von einem wunderbaren energischen Score des genialen Ry Cooder (der übrigens öfter mit Walter Hill zusammen arbeitete) tauchen wir ein in das Strassenleben. Wunderbar skurril ist das vor dem Hintergrund der lächerlichen 80er Musik von Ellens Band, und dem Kontrast zum Cowboy Duster von Tom Cody, und seiner Winchester. Das ganze ist eben auch ein Western. Ich hatte schon ein Musical befürchtet, aber obwohl der Film sehr musikalisch ist, handelt es sich eher um einen knallhart spaßigen 80er Actionfilm, mit witzigen Dialogen, wenig Realismus und schwarz-weiß Feindbildern.

Streets of Fire

Wie ich schon bei Rumble Fish angemerkt hatte, Filme anzusehen aus Anfangszeiten von Karrieren ist super. Auch hier spielt Diane Lane das Objekt der Begierde (oder muss sie gar nicht spielen), umso witziger ist aber Willem Dafoe in seiner Rolle als Biker in Lack Klamotten, und der aus „Liebling ich habe die Kinder geschrumpft“ bekannte Rick Moranis. Wirklich schade ist eigentlich, dass man nach Anfang der 90er dann von Michael Pare kaum mehr was zu hören bekommt. Immerhin mimt er hier einen Parade-Antihelden, er hätte genausogut Deckard in Blade Runner spielen können.

Streets of Fire BluRayKoch media bringt den Film auf Bluray und er sieht einfach spitze aus. Die Kamera-Arbeit ist wirklich ein herausragendes Feature des Films, die Faben und die Bildkomposition kommen in HD wirklich super rüber. Auch der Sound, der den Film in schnellem Rythmus voranpeitscht, hört sich klasse an. Alles in allem eine hervorragende Art und Weise, diesen Film neu zu erleben.

Kurzum, ich war enorm überrascht von dem Film. Er ist ein Kleinod voller interessanter Details, enorm unterhaltsam und sehr gut gemacht. Ein wirklich einzigartiges Filmchen, das man als Cineast unbedingt von der Liste haben sollte. Die BluRay ist uneingeschränkt zu empfehlen.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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