Operation Avalanche

Was für eine Blamage! US-Präsident JFK hatte angekündigt, dass Amerikaner noch vor Ende der 1960er Jahre den Mond betreten würden, und jetzt werden wahrscheinlich die verhassten Sowjets das Rennen machen. Denn die NASA kann zwar ihre Leute auf den Mond bringen, aber nicht wieder zurück. Als der filmverrückte CIA-Neuling Matt Johnson zufällig hinter dieses Debakel kommt, wächst eine völlig irre Idee in seinem Kopf. Wenn sein Idol Stanley Kubrick gerade eine täuschend echte Odyssee im Weltraum drehen kann, warum kann Matt dann nicht mit eben diesen magischen Filmtricks die 10 % der Mondlandung liefern, die der NASA noch fehlen? (Universum Film)

Die Vorstellung, dass die Vereinigten Staaten die Mondlandung gefälscht haben, ist eine der populärsten und langlebigsten Verschwörungstheorien, die sich in der einen oder anderen Form seit den frühen 1970er Jahren gehalten haben. Eine der populärsten Versionen dieser Geschichte ist, dass Stanley Kubrick mit der NASA zusammenarbeitete, um das Material zu produzieren – aber was wäre, wenn Kubricks einzige Beteiligung an dem Projekt war, seine Spezialeffekt-Techniken zwei CIA-Agenten (als Dokumentar-Filmer auftretend) weitergegeben zu haben und SIE waren diejenigen, die das Material erstellten? Operation Avalanche, Regisseur Matt Johnsons Nachfolger zu seinem unglaublich überzeugenden Debüt-Film The Dirties (2013), folgt den oben genannten Agenten, als sie zur NASA geschickt werden, um als Dokumentaristen zu versuchen einen Maulwurf zu enttarnen, der klassifizierte Raumfahrtprogramm-Geheimnisse an Russland weitergibt. Währenddessen finden sie allerdings heraus, dass die NASA überhaupt nicht über die Technologie verfügt, um auf dem Mond landen zu können – trotz der Behauptungen der Regierung. Eine Katastrophe bahnt sich an.

Im selben improvisierten Stil wie Johnsons vorheriger Film ist Operation Avalanche eine wahnsinnig innovative Exkursion in die Geschichte der jahrzehntealten Verschwörungstheorie, doch noch faszinierender und unterhaltsamer als der Film selbst sind die Anstrengungen, die die Filmemacher auf sich genommen haben, um das Material so zu produzieren, wie sie es sich vorgestellt haben. Ähnlich wie die Charaktere im Film, stellte sich das Team als Dokumentarfilmer vor, um Zugang zur NASA zu erhalten und in deren Einrichtungen filmen zu können, ohne die wahre Natur des Projekts zu enthüllen. Ebenso leistet das Spezialeffekt-Team wirklich erstaunliche Arbeit, einschließlich der Verwendung von Archivfotos und Audioaufnahmen, um Stanely Kubrick in den Film einzufügen und ihn so erscheinen zu lassen, als ob er direkt mit Matt sprechen würde. Diese Szenen kommen so enorm realistisch rüber, da sie mit sorgfältiger Liebe zum Detail geschaffen wurden, was umso beeindruckender erscheint, wenn man das relativ geringe Budget des Films berücksichtigt.

Operation Avalanche ist nicht dazu bestimmt, die „wahre“ Geschichte der Mondlandung zu erzählen. Johnson selbst erklärte, dass sein Ziel darin bestand, ein Erlebnis zu schaffen, das „zugänglich und albern“ zugleich ist, was der Film sicherlich vollbringt. Einige Ideen zünden zwar nicht so richtig, die Kombination des clever produzierten Materials und Johnsons manische Energie stellen jedoch sicher, dass Operation Avalanche von der ersten bis zur letzten Einstellung unterhält.

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  • Darsteller: Owen Williams, Josh Boles, Krista Madison, Matthew Johnson
  • Regisseur(e): Matthew Johnson
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Universum Film GmbH
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 95 Minuten

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Universum Film zur Verfügung gestellt.

 

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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