Orbiter 9

Órbita 9 (Orbiter 9 – Das letzte Experiment) ist ein spanisch-kolumbianisches SciFi Drama von 2017. Achtung, der Film lässt sich kaum ohne Spoiler beschreiben, aber ich versuche es mal….

Der Film handelt von der jungen Helena (Clara Lago), die nach der Abreise ihrer Eltern einsam auf einem Raumschiff lebt, das nach fast 20 Jahren Reise noch weitere Jahrzehnte brauchen wird, um auf dem Kolonie planet Celeste zu landen, wo die Menschheit ein neues Zuhause sucht. Als ihr Schiff in Reichweite einer Wartungsmission kommt, dockt der Techniker Alex (Álex González) bei ihr an, um den kaputten Sauerstoffmechanismus zu reparieren. Doch die beiden finden gefallen aneinander, und das bringt beide in Gefahr…..

Man erkennt an dem Film viele Einflüsse, u.a. Solaris, Moon oder auch Blade Runner. Der spanische Regisseur Hatem Khraiche zeigt hier mit wenig Budget die Umsetzung eines nicht gänzlich originellen Einfalls, der aber immerhin das Zeug zu einer Bildschirmromanze hat. Órbita 9 ist teils Weltraumabenteuer, teils Verschwörungsdrama, teils Liebesfilm, teils Psychothriller. Für letzteres Element kommt mit Belén Rueda (Mar Adentro) auch noch ein etwas größerer Name des spanischsprachigen Kinos mit an Bord.

Was der Film an Drehbuchpatzern, Logikfehlern und Budgetunzulänglichkeiten mit bringt, gleicht er durch Einfallsreichtum und Herz wieder aus. Ich denke alle Beteiligten wussten darum, aus dem Low-Budget Projekt einen überzeugenden Film zu machen, ohne zu übertreiben. Gerade der Anfang ist sehr stimmig, und die vielen Momente die teils aus Dialogen teils aus Zusammenschnitten sich an der komplexen Story versuchen, sind auch nicht schlecht. Man hätte den Film aber vielleicht mit einem Gang runter geschalten auch gut hinbekommen. All die Action und das Happy End, vielleicht wäre doch etwas mehr Minimalismus wie bei Moon gut gewesen: Man erfährt zu früh, was Sache ist. Die sich daraus entwickelnde Story ist nicht gänzlich glaubwürdig und bringt zu viel Entwicklungen und Geschehnisse mit sich, die mehr Tiefgang einerseits, und mehr Budget andererseits gebraucht hätten, um richtig zu wirken.

Unterm Strich bleibt Orbiter 9 ein interessantes kleines Sci-Fi Abenteuer, dass sich selbst etwas zu wenig zugetraut hat. Der Film wirkt nicht mutig, geht zu wenig eigene Wege, und verpufft letztlich ein wenig in einer Wolke an schon da gewesenem. Unterhalten tut er dennoch gut, und ich muss sagen für die simple Abendunterhaltung hat er sich ganz gut geschlagen.

Die seit etwas über einer Woche erhältliche BluRay von Koch Media bietet den Film in Deutsch und Spanisch (getestet, jeweils DTS HD MA 5.1) und hat nur deutsche Untertitel mit an Bord. Der Sound lässt sich nur an wenigen Stellen das etwas sparsame Sound Design anmerken und klingt grundsätzlich recht gut, wenn auch nur sehr schüchtern für einen heutige Sci-Fi Film. Die Dialoge sind recht gut verständlich einerseits, und bei den Actionszenen krachts auch mal ein klein wenig. Umwerfen wird die Tonspur allerdings dann auch niemanden. Das Bild sieht ziemlich gut aus, wie zu erwarten, aber auch hier kann sich die Budgetklasse nicht ganz hinter der HD Optik verstecken. Das Team hat sich denke ich alle Mühe gegeben, den Film richtig hochwertig aussehen zu lassen, aber das gelingt nicht immer. An Extras gibt es ein ganz kleines fünfminütiges Making of, den Originaltrailer und Originalteaser sowie den deutschen Trailer.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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