Rabbits / Night of the Lepus

Durch die Ausrottung von Kojoten kommt es in Arizona zu einer Kaninchenplage, wodurch das Nahrungsgebiet der Rinderherden gefährdet wird. Da Gift auch die eigenen Herden töten würde, engagiert der Viehzüchter Cole Hillman den Wissenschaftler Roy Bennett. Dieser hat zuvor eine Insektenplage mit Fledermäusen erfolgreich bekämpft. Er will einige Kaninchen mit Hormonen behandeln, wodurch diese unfruchtbar werden sollen. Diese will er dann freilassen, um die anderen Tiere hierdurch zu infizieren. Doch leider entkommt ein speziell behandeltes Versuchskaninchen, dessen Nachkommen sich zu wolfsgroßen Riesenbestien entwickeln. Diese Mutationen vermehren sich leider genauso schnell wie ihre Artgenossen und schon bald wird das ganze Gebiet von einer Herde fleischfressender Monster beherrscht, welche Menschen und Tiere frisst. Da sich die Gefahr landesweit verbreiten kann, schaltet sich das Militär ein. Wird es ihnen gelingen die Katastrophe aufzuhalten… (Elea-Media)

Cole Hillman (Rory Calhoun) reitet auf seiner Ranch in Arizona umher, als sein Pferd plötzlich in einen Kaninchenbau stolpert und sich das Bein bricht. Widerwillig ist er gezwungen das Pferd zu erschießen, um es von seinem Elend zu befreien und kehrt zurück in sein Farmhaus, wo er prompt damit beginnt etwas gegen die Explosion der Kaninchenpopulation auf seinem Land zu unternehmen. Er kontaktiert die Beamtin Elgin Clark (DeForest Kelley), die Wissenschaftler wie Roy Bennett (Stuart Whitman) und dessen Frau Gerry (Janet Leigh) kennt, die derzeit Fledermäuse studieren. Roy braucht ein wenig Überzeugungsarbeit, erklärt sich aber letztendlich bereit zu helfen und arbeitet einen Plan aus, um die Anzahl der Kaninchen niedrig halten zu können – doch der Plan hat unvorhergesehene und tödliche Konsequenzen.

Man äußere einem Filmfan gegenüber den Ausdruck „Killerkaninchen“ und er wird wahrscheinlich an das in Monty Python and the Holy Grail (Die Ritter der Kokosnuss, 1975) denken, wobei der zweite Film, der einem in diesem Zusammenhang in den Sinn kommen könnte, dieser berüchtigte und verblüffend lächerliche Horror-Flick sein wird. Rabbits wurde von A.C. Lyles produziert, der am ehesten für seine Western-Flicks bekannt war, was dieser Produktion das Gefühl eines verrückten Cowboy-Streifens verleiht. Night of the Lepus wurde von Don Holliday und Gene R. Kearney geschrieben und basiert auf dem Roman The Year of the Angry Rabbit (1964) von Russell Braddon. Der Film passt genau in den Kreislauf der „Rache der Natur“ Streifen der siebziger Jahre, der von The Birds (Die Vögel, 1964) ein Jahrzehnt vorher eingeläutet worden war.

Die rachsüchtigen Tiere werden diesmal von Hasen verkörpert, während Roy und Gerry herausfinden, dass man die Brutwahrscheinlichkeit der Tierchen verringern kann, wenn man ihnen bestimmte Hormone injiziert. Leider treten im Folgenden starke Nebenwirkungen auf, denn die Kreaturen beginnen zu wachsen und als eines der Exemplare ihrer Tochter Amanda (Melanie Fullerton) entwischt, beginnt es mit dem örtlichen Kaninchenvorkommen das „Häschen-Ding“ durchzuziehen. Es dauert nicht lange bis seltsame Dinge geschehen, zum Beispiel als Amanda und ihre Freundin einen Bergarbeiter besuchen wollen, um nicht nur eine Leiche vorzufinden, sondern auch etwas Großes, das in der Dunkelheit des alten Minenschachts lauert und Amanda traumatisiert.

Die Filmemacher bemühen sich sehr die ganze Angelegenheit so ernst wie möglich erscheinen zu lassen, was auch gleichzeitig ihren Untergang bedeutet. Eine Eröffnungssequenz enthält einen inszenierten Nachrichtenbericht, in dem der Nachrichtensprecher dem Publikum mitteilt welche Bedrohung Kaninchen für Landwirte darstellen und welche Probleme sie mit diesen Lebewesen in Australien haben. Es besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen normal großen Kaninchen, die Ernten zerstören und riesigen Kaninchen, die Menschen verschlingen. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass ein massives Insekt, wie zum Beispiel in Empire of the Ants (In der Gewalt der Riesenameisen, 1977) Schüttelfrost hervorrufen kann, während ein süßes kleines pelziges Nagetier in Nahaufnahme und mit falschem Blut beschmiert, nur absolut absurd aussieht.

Obwohl sich der Film Night of the Lepus nennt, spielt er tatsächlich über mehr als eine Nacht. Am ersten Abend scheitert der Versuch die riesigen Kaninchenhöhlen in die Luft zu jagen, da sich viele von ihnen in die Freiheit graben können und deshalb ein ganzer Haufen knurrender, brüllender Kaninchen für eine ganze Menge Krawall sorgt. Warum sie überhaupt Menschen essen sollten wird nicht erklärt, doch sie tun es, wobei die Bedrohung endlich öffentlich gemacht werden muss. In der Zwischenzeit bekommt man blutige Begegnungen mit Hasen zu sehen, die durch Miniaturlandschaften auf panische Schauspieler zu galoppieren und noch komischer, Männer in Hasenkostümen, die sich auf die Besetzung stürzen. Wenn es einen Hinweis auf intendierten Humor geben sollte, könnte das Ganze leichter zu verstehen sein, doch der Streifen erwartet von den Zuschauern genauso entsetzt zu sein, wie die Charaktere im Film, was sie eventuell auch sein mögen, allerdings nicht aus den gleichen Gründen.

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 1.77:1, 16:9 – 1.78:1
  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur : Claxton, William F.
  • Medienformat : DVD-Video
  • Laufzeit : 1 Stunde und 25 Minuten
  • Darsteller : Whitman Stuart, Leigh Janet, Calhoun Rory, Kelley DeForest, Fix Paul
  • Sprache, : Deutsch (DD 1.0 Mono), Englisch (DD 1.0 Mono), Unbekannt (Dolby Digital 1.0), Nicht qualifiziert (Dolby Digital 1.0)
  • Studio : ELEA-Media

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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Eine Antwort

  1. 14. September 2020

    […] Bluntwolf hat im Nischenkino den Killerkaninchen –Klassiker „Night of the Lepus“ angesehen. Muss ich auch mal irgendwann gucken. Recht häufig habe ich dahingegen Argentos […]

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