Rausch der Sinne / Due maschi per Alexa

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Obwohl die junge Alexa den fast 30 Jahre älteren Bankier Ronald geheiratet hat, lacht sie sich junge potente Männer für außereheliche Treffen an, die sie obendrein mit seinem Geld finanziert. Catalina, die Tochter von Ronald, riecht Lunte und versucht ihren Vater von der Falschheit seiner jungen Frau Alexa vergeblich zu überzeugen. Als Alexa mit ihrem neuen Liebhaber in einer einsamen Villa an der Meeresküste die Nacht verbringt, entsteht eine lebensbedrohliche Situation. Der Rausch der Sinne wird zum Todesrausch, der nur von den Wellen der einsamen Meeresküste übertönt wird! (X-Rated)

Was ist der Preis, den Ehebrecher zahlen müssen? Verdienen sie den Tod? Eines ist sicher, für diejenigen, die betrogen werden, ist das Leben nicht mehr lebenswert, es wird unerträglich, es verwandelt sich in einen schleichenden Tod. Rausch der Sinne handelt von der jungen Alexa, die den reichen Vater einer Universitätsfreundin heiratet, sich aber schnell in einen jüngeren Mann verliebt. Der gehörnte Ehemann heckt einen ungewöhnlichen Racheplan aus, indem er Selbstmord begeht und das ehebrecherische Paar in einem Raum seiner isoliert gelegenen Villa zusammen mit seiner Leiche einschließt. Da der Großteil des Films an diesem einzigen Ort stattfindet, entsteht schnell eine Atmosphäre von Paranoia und Klaustrophobie, während sich das junge Paar in Diskussionen über das, was geschehen ist und wie man nun zu verfahren hat, aufreibt. Diese italienisch-spanische Koproduktion ähnelt in gewissem Maße dem damals populären italienischen Giallo, doch es fehlen viele der grellen und delirierenden Elemente dieses „Genres“. Einen „klassischen“ Giallo im Stil von Mario Bavas Blutige Seide oder Dario Argentos Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe darf man also auf keinen Fall erwarten, der Film nähert sich eher den sogenannten psychologischen Gialli eines Umberto Lenzi (Paranoia; Così dolce… così perversa) und/oder den erotischeren Beiträgen zur Strömung, wie zum Beispiel Piero Schivazappas Femina Ridens.

Im weitesten Sinne könnte Bitterer Whiskey (alternativer Titel) also marginal als Giallo angesehen werden, ist allerdings vollkommen surreal inszeniert und könnte für Freunde dieses Ausläufers des filone eine beinahe vergessene aber echte Perle darstellen. Bereits der Anfang präsentiert sich dem geneigten Zuschauer entweder als unglaublich schlecht oder berauschend gut, je nachdem, wie man auf scheinbar total unzusammenhängende Sequenzen, die gedankenlos mit völlig unterschiedlicher Farbgebung zusammengeschustert wurden, reagiert. Nur ganz allmählich, so wie sich die Dreiecksbeziehung durch etliche Rückblenden entfaltet, etabliert sich eine abgedrehte Art von Logik, die eine echte Überraschung bereithält und der Film zu Ende zu sein scheint. Doch nein, weit gefehlt. Die Schauspieler sind großartig, einschließlich der aus unendlich vielen italienischen Genrefilmen bestens bekannten Rosalba Neri (die ihren Körper mal wieder zur Schau stellen darf) als Alexa und Curt Jürgens, der den betrogenen Ehemann überzeugend zu mimen weiß. Auch Juan Luis Galiardo macht seine Sache als Alexas Liebhaber Pietro sehr gut. Die Musik von Piero Piccioni geht in Ordnung und in eine recht ungewöhnliche Richtung. Sollte man Interesse an italienischen Filmen der frühen 70er Jahre haben, dann liegt man bei diesem niedrig budgetierten Streifen genau richtig. Wurde schon erwähnt, dass Frau Neri in vielen wunderbar aufreizenden „Kostümen“ zu sehen ist?!?

X-Rated veröffentlicht Rausch der Sinne als Nummer 28 der X-Rated-Eurocult-Collection im Mediabook (DVD+Bluray) mit drei verschiedenen Covern, die alle auf 444 Stück limitiert sind. Bild (1.85:1/1080p) und Ton (deutsch, spanisch und italienisch) bewegen sich auf hohem Niveau, da kann man wieder überhaupt nicht meckern. Die Extras haben einige Highlights zu bieten und zwar einen Audiokommentar mit Bodo Traber, Gerd Naumann und Matthias Künnecke, die wie gewohnt viel Interessantes zu berichten haben sowie ein 16seitiges Booklet mit Texten von Christopher Klaese („Im Rausch der Soundtracks – Tausend Töne für Alexa“) und Dr. Kai Nauman („Die Rache des Suggar-Daddy“) mit einer Fülle an Information und somit sehr lesenswert. Die weiteren Boni bestehen aus einem informativen und unterhaltsamen 75minütigen Interview („Der schiere Wahnsinn“) mit Synchronlegende Uwe Schier, mit schier unglaublichen Informationen und Anekdoten, die bis dato unbekannt sind (unter anderem wird dort auf die Verstümmelung von „Rausch der Sinne“ und die Einfügung eigens in Deutschland gedrehter Erotikszenen eingegangen) und einem Making-of „Deutsche Fassung“. Die italienische Originalfassung kann man zusätzlich mit der englischen Übersetzung untertiteln und wäre das nicht schon genug, so kann man sich auch noch die „Alte deutsche Kinofassung“ anschauen. „Dieser total gekürzte Schrott ist nur aus Spaß mit auf Disc 3 gewandert, weil noch Platz war und dient lediglich als Beispiel für Filmkastrationen damaliger deutscher Verleiher.“ (X-Rated)

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  • Darsteller: Curd Jürgens, Rosalba Neri, Juan Luis Galiardo, Ricardo Tundidor, Eva Dormane
  • Regisseur(e): Juan Logar
  • Format: Limited Edition
  • Sprache: Italienisch (DD), Deutsch (DD), Spanisch (DD)
  • Untertitel: Englisch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.85:1
  • FSK: Nicht geprüft
  • Studio: X-Rated Kult DVD
  • Produktionsjahr: 1971
  • Spieldauer: 87 Minuten

„Der 35. Gialli von X-Rated ist ein verkanntes Meisterwerk des Eurocult-Thrillers, der bis dato weltweit nur auf VHS zu bekommen war und in Deutschland 30 Minuten gekürzt als angeblicher Erotikfilm vermarktet wurde.“ (X-Rated)

weitere Ausstattung:
– ungekürzte italienische Originalversion, erstmalig als HD-Weltpremiere
– alternative, spanische Koproduktionsfassung mit alternativen Szenen und anderen Szenenwechseln, erstmalig als HD-Weltpremiere
– isolierte Musiktracks aus dem Film
– textless Opening
– Making of (B-Rolls) mit Kamera-Rohmaterial direkt vom Set (streckenweise mit Filmklappe)

Dieses Mediabook sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von X-Rated zur Verfügung gestellt.

 

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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