Strange Days

Strange Days ist ein dystopischer Sci-Fi Film aus dem Jahre 1995 unter der Regie von der (damals noch mit James Cameron verheirateten) Filmemacherin Kathryn Bigelow (Point Break). Der Film mit Ralph Fiennes (The English Patient), Angela Bassett (What’s Love Got to do With It), Juliette Lewis (From Dusk Till Dawn) und Tom Sizemore (Black Hawk Down) in den Hauptrollen spielt in den zwei Tagen vor der Sylvesternacht 2000.

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Am 30.12.1999 wird der bekannte Rapper und Bürgerrechtler Jeriko One von Polizisten erschossen. Der Dealer Lenny Nero (Fiennes) von SQIDS, aufgezeichneten Erinnerungen, bekommt eine Aufnahme zugeschoben. Die dreckigen Cops sind hinterher. Doch der Fall ist vertrackter. Seine Ex Faith (Lewis) lebt mittlerweile mit dem Produzenten Philo (Michael Wincott), der den Rapper groß raus brachte, aber sich vielleicht mit dem verkrachte. Lenny will zusammen mit Mace (Bassett) herausfinden wer die Prostituierte auf dem Gewissen hat, die Nero auf den Fall hingewiesen hat. Er holt seinen Freund, ebenfalls ein Ex Cop, Max (Sizemore) mit an Bord, der nebenher als Bodyguard von Philo arbeitet. Gemeinsam stolpern sie in eine potentiell explosive Verschwörung. Die Stimmung am Neujahrstag ist ohnehin aufgeheizt, das Land gespalten, die Polizei steht mit Panzern auf der Straße. Ein rassistischer Übergriff der Polizei könnte die Lage zum überkochen bringen….

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Kathryn Bigelow zeigt, wie ein origineller Sci-Fi Film in den 90ern aussehen konnte. Dabei ist es nur ein sehr dezenter Sci-Fi Film, immerhin handelt er von einer sehr nahen Zukunft, man guckt also etwa fünf Jahre in die Zukunft und prophezeit Rassenunruhen, Polizeistaat und Virtual-Reality Drogen. Auch heute nicht so weit hergeholt, irgendwie. Ich hatte von dem Film in Erinnerung, dass die ganze Verschwörung und Vertuschung was den Mord and Jeriko angeht und die Endzeitstimmung, dass das wichtiger ist, aber tatsächlich ist der Film am Ende doch einfach nur eine Art Krimi der zur Silversternacht spielt und diese anderen Aspekte als Aufhänger nutzt. Andere Regisseure hätten hier viel mehr aus der Politik gemacht, Bigelow inszeniert hingegen spannendes Thriller Kino, das ist und war schon immer mehr ihr Metier.

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Klar haben in den 90ern alle schräge Klamotten an, die Musik nervt und die Frisuren sind auch scheisse. Es ist aber eine Freude das Production Design des Films in sich aufzusaugen und sich die Atmosphäre vorzustellen. Fiennes und Bassetts Charakter jagen kurz vor dem Millenium einen Killer, während auf Grund politischer Kräfte ein Gewaltausbruch droht. Das macht definitiv Stimmung, ist originell und hat bis heute wenig an seinem Unterhaltungswert eingebüßt. James Cameron co-produzierte den Film damals, der nur vier Jahre nach Bigelows Riesenerfolg Point Break in die Kinos kam, und irgendwie auch der letzte wirklich gute Film von ihr war. The Hurt Locker war mega spannend, klar, aber vergessenswert, und nach all dem was man nun weiß, ist Zero Dark Thirty auch nur eine vom CIA clever mit unterstützte Propagandalüge über den Nutzen von Folter.

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Die neue DVD bietet verhältnismäßig sehr gutes Bild, was die Vermutung nahe lässt dass die BluRay nahezu exzellent ist. Trotz einiger blasserer Szenen und etwas Edge Enhancement ist der Film sehr scharf, kontrastreich und farbenfroh. Schön den Film so wieder zu erleben. Es steht „Ultrabit“ auf dem Aufkleber, ich habe keine Messmöglichkeit, aber es könnte auf hohe Bitrate (und geringe Kompression hindeuten). Der Ton (DD 5.1 auf der DVD, DTS HD 5.1 auf der BluRay) kann sich ebenfalls hören lassen (Englisch getestet), ist aber in seiner Räumlichkeit auch auf Grund der nicht immer super guten Akkustik bei den Dialogen nicht perfekt. Untertitel gibt es in Deutsch und Englisch. Es ist eine „20th Anniversary Edition“ (DVD wie BluRay Version). Neben den Trailern und TV Spots gibt es ein einstündiges Feature das sich Kommentar der Regisseurin nennt, es ist aber kein klassischer Audiokommentar sondern eine Szenenanalyse. Dann gibt es ein kurzes Feature zu den Spezialeffekten, aber das wurde durch Telefonkonferenz aufgezeichnet. Das 20minütige Making Of ist ein klassisches Werbefeature in VHS Qualität leider, und nur auf Deutsch. In gleicher Qualität aber im Originalton mit Untertiteln dann etwa 20 Minuten Interviews. Letztendich noch 5 Minuten entfallener Szenen (zwei) mit Erklärung, auch in schlechter Qualität (untertitelt). Abgerundet wird das ganze mit einem Musikvideo von Skunk Anansie. Die Extras sind auch bei der BluRay Version auf einer extra DVD.

Fazit: Ein nach wie vor erstklassiger Thriller aus guter Handwerkskunst, mit einem Schuss Kultverdacht. Die DVD und BluRay sind technisch erste Reihe, die Extras sehen nach mehr aus als sie es sind.

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Die DVD wurde von Koch Media bereitgestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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