DEAD SET

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Noch bevor in den Staaten THE WALKING DEAD an den Start ging – genauer gesagt sogar 2 Jahre (!!!) zuvor – hatte das britische enfant terrible Charlie Brooker die Idee zu einer Zombie-TV-Serie. Und konnte tatsächlich Channel 4 und Endemol davon überzeugen, dass sich die Serie in und um die aktuelle (fiktive) Big Brother-Staffel drehen sollte. Und nicht nur das: Selbst die Original Moderatorin Darvina McCall sowie diverse frühere Kandidaten konnten für das Projekt gewonnen werden. (Anolis Entertainment)

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England: Während sich die Kandidaten der aktuellen „Big Brother“ Staffel noch über Themen wie Essen, Klamotten und die sexuellen Ausschweifungen der letzten Nacht unterhalten, bricht im Königreich eine Seuche aus, die jeden Betroffenen in einen Zombie verwandelt. Dass die Untoten auch schon bald das Studio-Gelände überrennen, kriegen Angel, Grayson, Joplin, Veronica, Marky und Space erst mit, als die Produktionsassistentin Kelly sich in das „Big Brother“ Haus flüchtet. Und dabei gleich ungewollt einen Zombie mitbringt, der Angel schwer verletzt. Die Gruppe beschließt, das Beste aus der Situation zu machen und sich nur einmal kurz nach draußen zum nahe gelegenen Supermarkt aufzumachen, um Nahrungsmittel und Medikamente zu besorgen, und ansonsten im abgeschotteten Haus auf Rettung zu warten. Währenddessen sitzen der Produzent der Show, Patrick, und die ehemalige Kandidatin Pippa in einem kleinen Büro fest – ohne Lebensmittel und sanitäre Anlagen. Und während sich mehr und mehr Zombies um das Produktionsgelände scharen, sorgt die Bedrohung von außen und das Zusammenleben auf viel zu kleinem Raum für folgenreiche Spannungen zwischen allen Überlebenden. (Anolis Entertainment)

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Dead Set hätte ganz ehrlich gesagt ein Haufen Gammel-Fleisch werden können. Doch glücklicherweise haben sich alle Beteiligten ernsthaft Gedanken gemacht und Zeit sowie Energie in die Produktion gesteckt, um sie nicht zu einem langweiligen und vorhersehbaren Zombie-Müll werden zu lassen. Hier handelt es sich um eine Serie ohne Tabus mit einem glänzenden Look und einigen großartigen Effekten, wobei jede Episode eine Menge Nervenkitzel, Eimerweise Blut und Gore getränkte Unterhaltung zu bieten hat. Charlie Brookers Schöpfung ist als eine großartige Hommage an Zombies (von denen er ein großer Fan ist) zu verstehen und stattet die Geschichte mit ausgezeichnetem Humor aus, während sein Konzept einem alten Format die dringend benötigte Originalität verleiht. Die Zombie-Klischees haben sich bereits zigmal wiederholt aber aufgrund des einzigartigen Schauplatzes, den Dead Set generiert, wird die Idee am Hals gepackt und mit Schreien und Bluten laufen gelassen.

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Die Besetzung von Dead Set leistet großartige Arbeit, indem sie ziemlich überzeugend versteht die Art von Außenseitern zu emulieren, die oft dazu ausgesucht werden Teil der Big Brother Erfahrung zu sein. Es gibt den typischen Außenseiter mittleren Alters, eine heiße Blondine, den frechen Typen und obendrein noch einen extravaganten Homosexuellen zu bestaunen. Doch abgesehen von der Besetzung gibt es wohl noch eine Reihe von bemerkenswerten Kameen aus vergangenen Big Brother Staffeln zu entdecken, die selbstverständlich nur vom britischen Publikum erkannt werden können. Die Moderatorin der Show Davina McCall macht ihre Sache als monströse Untote jedenfalls erschreckend gut, als sie selbst Opfer des Zombieangriffs wird, indem man ihr die Kehle herausgebeisst. Jaime Winstone (Donkey Punch) spielt die Hauptrolle der „Set-Sklavin“ Kelly und wird dabei durch den stets unterhaltsamen Andy Nyman (Severance, Death at a Funeral) unterstützt, der auf fantastische Art und Weise den Arschloch Produzenten Patrick mimt, der wahrscheinlich nicht nur alle Teilnehmer der Show zu hassen scheint und die meiste Zeit damit verbringt deftige Beleidigungen und sarkastische Bemerkungen herauszubrüllen.

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Die Zombies selbst sind wirklich gruselig anzuschauen, denn die Make-up-Effekte sind erstklassig und teilweise besser als in einigen Hollywood-Produktionen, die man in der Vergangenheit gesehen hat. Die Untoten sind hier wahre Läufer (ähnlich wie im Dawn of the Dead Remake von 2004), was in diesem Fall wohl die richtige Entscheidung gewesen ist, da es die verhängnisvolle Situation eine ganze Ecke gefährlicher und temporeicher gestaltet. Das Tempo treibt die Serie enorm schnell voran, unnötige lückenfüllende Dialoge sind nicht erforderlich und sogar die Kredits fehlen zu Beginn und am Ende. Nun ja, es gibt allerdings dennoch einen oder zwei Kritikpunkte. Die Kameraarbeit ist recht wackelig und obwohl diese Art zu filmen wahrscheinlich aus praktischen Gründen gewählt wurde, um den Zuschauer mehr in die Aktion einzubinden, wird einem nach einer gewissen Zeit schwindlig. Außerdem fehlt eine etwas größere Portion an Nacktheit. Ist das nicht der einzige Grund, warum man Big Brother überhaupt anschaut!? Naja, eigentlich auch egal solange die Spannungen im Haus beginnen die Gruppe zu spalten und letztendlich die Hölle losbricht. So oder so, es geht um viel Blutvergießen und Fleischkauen, während dessen unsere kleine Bande ums Überleben kämpft.

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Wie gut Dead Set außerhalb des Vereinigten Königreichs funktioniert ist eine berechtigte Frage. Offensichtlich wird die Flut an Big Brother UK-Referenzen bei diesem Publikum verpuffen und versteht man es nicht den trockenen Witz richtig zu deuten, so wird man wahrscheinlich eine Menge von dem verpassen, was die Intelligenz der Serie unterstreicht. Doch auch wenn man Big Brother nicht mag oder die Seitenhiebe nicht versteht, ist diese Zombie-Serie etwas für Horror-Fans. Dead Set ist eine ganz hervorragende Erweiterung des Sub-Genres. Gute Leistung Herr Brooker!

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Anolis Entertainment bringt Dead Set in einem wunderschön gestalteten Mediabook in drei Covervarianten heraus (je limitiert auf 333 Stück). Das Highlight der Boni ist ein umfangreiches Booklet (28 Seiten) mit informativen Texten von Nando Rohner & Ivo Scheloske.

Kurze Information von Anolis: „Die Serie war schon komplett ungekürzt auf DVD und Blu-ray erhältlich, doch hierbei handelt es sich nicht einfach um simple Re-Packs der Blu-ray (DVDs gibt es diesmal leider nicht), sondern der geneigte Käufer bekommt die oft bei uns angefragte Spielfilmfassung der Serie auf einer Extra-Blu-ray mitgeliefert. Unglaublicherweise (und allen Unkenrufen zum Trotz) hat die FSK alle Episoden ohne Schnittauflagen freigegeben. Bedenkt man, dass einige Szenen enthalten sind, die in gleicher Weise in Romeros DAY OF THE DEAD vorkamen und bei uns zu dessen Beschlagnahme geführt haben, ein kleines Wunder! WICHTIG!!! DEAD SET wurde für das Fernsehen produziert und nicht mit Hinblick auf eine Heimvideoauswertung. Die Serie wurde daher in 1080i gedreht. Es handelt sich um das native Format und keine Umwandlung von uns.

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DEAD SET BluRay mediabook

  • Darsteller: Jaime Winstone, Andy Nyman, Riz Ahmed, Chizzy Akudolu, Liz May Brice
  • Regisseur(e): Yann Demange
  • Komponist: Dan Jones
  • Künstler: Rebecca Hale, Tat Radcliffe, Charlie Brooker, Angie Daniell, Catherine Willis, Chris Wyatt
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.79:1 (1920 x 1080i)
  • Anzahl Disks: 3
  • Studio: Anolis Entertainment

DEAD SET BluRay

Disc 1:
Inhalt: Pilot, Ep. 2+3 Länge: 92:43 Bildformat: 1,79:1 (16:9) 1920 x 1080i Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1 Deutsch + Englisch Untertitel: Deutsch Typ: BD25

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Disc 2:
Inhalt: Ep. 4, 5 + Bonus Länge: 106:28 Bildformat: 1,79:1 (16:9) 1920 x 1080i Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1 Deutsch + Englisch Untertitel: Deutsch Typ: BD25
Bonus: Entfallene Szenen, Interviews mit Produzent Charlie Brooker & Regisseur Yann Demange sowie der Schauspielerriege, Ausführliche Betrachtung der blutigen Spezialeffekte, Begehung des Big Brother Hauses u.v.m.

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Disc 3:
Inhalt: Spielfilmversion Länge: 128:40 Bildformat: 1,79:1 (16:9) 1920 x 1080i Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 Deutsch + Englisch Untertitel: Deutsch Typ: BD25

Inkl. 28-seitigem Booklet geschrieben von Nando Rohner & Ivo Scheloske

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Dieses Mediabook sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Anolis Entertainment zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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