Der Vagabund von Texas (Along Came Jones)

Along Came Jones (Der Vagabund von Texas) ist ein Western mit, und produziert von, Gary Cooper (High Noon) aus dem Jahr 1945. Eine kleine Überraschung aus Kochs Klassiker-Reihe, Überraschung deshalb, weil ich mir Stangenwahre erwartet hatte, aber einen kleinen Knaller geboten bekam.

Der Film handelt von dem etwas tollpatschigen Tagelöhner Melody Jones (Cooper) der mit seinem Kompanion auf der Suche nach Arbeit durch die Lande reitet. Wegen seiner Initialen am Sattel wird er schnell für den steckbrieflich gesuchten Mörder und Revolverhelden Monte Jarrad gehalten, der wiederum verletzt untergetaucht ist. Seine Freundin Cherry (Lorretta Young) beginnt, Melody zu bezirzen, um den Suchtrupps des Sheriffs eine Finte zu schlagen. Die Angst der Bewohnter vor Melody, den sie für Monte halten, führt zu einer brandgefährlichen Situation für die beiden Glücksritter, doch Melody hat eine Idee wie er der Verwechslung entkommen, Monte stellen, und Cherry behalten kann. Wenn er nur nicht so ein Nichtsnutz wäre, nicht mal mit einem Revolver kann er eigentlich richtig umgehen…

Along Came Jones / Der Vagabund von Texas

Gleich die Titelmelodie kam mir irgendwie bekannt vor, die wurde möglicherweise irgendwie recycelt. Jedenfalls ist der doch recht alte Western auf ersten Blick zwar übliche Cowboy und Banditenware, entpuppt sich dann aber als einen sehr überraschend cleveren Film, der seiner Zeit irgendwie weit voraus ist. Along Came Jones hat eine leichtherzige Note, trotz einiger doch ernsterer Themen und brutaler Momente, ein Western eben. Was den Film besonders macht ist das erstklassige Drehbuch, dessen super erwachsene Dialoge irgendwie nicht aus den 40ern zu sein scheinen, sondern eher den 90ern. Scharfsinnig, frech, aufgeklärt und mit viel Wortwitz, das macht den Film, der ansonsten mit wenig Produktionswert auskommt, zu einem überraschend unterhaltsamen Unterfangen.

Along Came Jones / Der Vagabund von Texas

Zu verdanken ist das Nunnally Johnson, einem sehr aktiven Autor, der in seiner späteren Karriere unter anderem die Dirty Dozen Filme verfasst hat. Along Came Jones basiert wiederum auf dem Alan Le May Roman „Useless Cowboy“, einem treffenden Titel. Gary Cooper, den man eigentlich mit High Noon verbindet, so wie man John Wayne mit Rio Bravo verbindet, spielt hier den irgendwie nicht so ganz gewieften Glücksritter unter der Regie von Stuart Heisler, den man kaum kennt, der aber jede Menge von den Serien Rawhide und Lawman auf seinem Buckel hat, und auch eine Verfilmung von The Lone Ranger. Immerhin. Cooper und sein Kollege haben hier jede Menge Spaß, ich komme nicht umhin das ganze irgendwie an David Mamet angelehnt zu sehen, man könnte auch sagen einige der Dialoge und Aspekte des Films hätte Tarantino nicht besser schreiben können. Da ist Pfeffer dahinter und eine gewisse Lockerheit, die ich einem Film diesen Alters nicht zugetraut hätte. Auch wenn die Story am Ende etwas ausfranst, irgendwie war ich von dem Film total angefixt. Empfehlenswert.

Along Came Jones / Der Vagabund von Texas

Der Film wurde von MGM schonmal auf DVD veröffentlicht. Hier erschien er bei Koch im Juli nochmal. Die DVD bietet Untertitel in Deutsch und Englisch zum Originalton und natürlich ist auch die Synchronfassung mit dabei.  Die Tonspur (Original getestet, das gilt eigentlich für alle meine Reviews) ist etwas rauschig aber gut verständlich, viel sollte man sich hier nicht erwarten. Das Bild ist in Ordnung (schwarz-weiß), ist aber teilweise Blass und nicht mega scharf. An Extras gibt es nur den Trailer und einige Bilder.

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Vagabund von Texas DVD

Die DVD wurde uns von Koch Media freundlicherweise gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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