Der Mann mit dem Karateschlag

Gialli filmArt

Mehrere Frauen werden brutal verstümmelt. Die Polizei tappt im Dunkeln. Aus der Unterwelt Hongkongs erheben sich mehr und mehr Verdächtige. Die Welle der Gewalt scheint unaufhaltbar. Gelingt es dem Inspektor den wahren Triebtäter zu stellen und dessen Mordlust für immer zu beenden?

Der Mann mit dem Karateschlag ist eine vergessene Perle des asiatischen Kinos. Regisseur Chan Tung Man verbindet geschickt die klassischen Elemente des italienischen Giallos mit den stahlharten Kampfeinlagen des Eastern- und Kung-Fu Films. 95 Minuten geballte Spannung mit den Genre-Stars: Bolo Yeung (Bloodsport), San Kuai (Die Todeskralle kehrt zurück), Hon Gwok-Choi (Die 36 Kammern der Shaolin) und Gai Yuen (Zhao – Der Unbesiegbare). -FilmArt

Filmkritik:

Aufgrund der oben aufgeführten Werbung für den Film war die Vorfreude auf „Der Mann mit dem Karateschlag“ aka „Duo Ming Ke“ aka „Killer In The Dark“ relativ groß. Leider wird der Film diesen Worten nicht sonderlich gerecht. Es stimmt zwar, dass es sich hier um eine Perle des asiatischen Kinos handelt aber mehr als eine echte Trash-Perle kann man ihn nicht nennen. Ob diese nun zu Recht vergessen worden ist oder nicht, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Auch werden weder „die klassischen Elemente des italienischen Giallos“ gut oder fingerfertig mit „Kampfeinlagen des Eastern- und Kung-Fu Films“ verbunden, noch sind diese „stahlhart“. Es werden viel mehr ziemlich schlecht choreographierte Kloppereien präsentiert, die eigentlich nur dazu gebraucht werden, um „Bloodsport“ Star Bolo Yueng in den Film zu integrieren. Seine Auftritte beschränken sich dabei nur auf einige wenige Szenen.

Karateschlag

Auch das restliche „Editing“ lässt zuweilen sehr zu wünschen übrig. Der Mörder trägt zwar schwarze Handschuhe und benutzt ein Rasiermesser für seine Untaten, doch wer blutige und/oder kunstvoll inszenierte Morde (a la Dario Argento) erwartet wird (natürlich) enttäuscht werden. Die Schlitzerei findet mehr oder weniger im „off“ statt. Wovon man mehr sehen kann ist nackte Haut. Allerdings sind die diversen Softsexeinlagen, die in „Der Mann mit dem Karateschlag“ zu sehen sind, nur sehr bedingt als erotisch zu bezeichnen. Wenigstens soll die dabei verwendete Farbgebung an den Giallo erinnern. „Geballte Spannung“ kommt bedauernswerterweise zu so gut wie keiner Zeit auf, wobei noch nicht einmal die Ermittlungsarbeit der Protagonisten, sei es Kommissar oder Privatperson, zu überzeugen weiß. Tja, was kann man an positiven Dingen über diesen gar wunderlichen Streifen hongkongscher Machart schreiben? Auf jeden Fall kann man sich „Killer In The Dark“ anschauen ohne größeren Schaden davonzutragen. Die unfreiwillig komischen Momente des Films haben durchaus das Potenzial dazu den einen oder anderen Lacher beim wohlwollenden Publikum zu provozieren, weswegen diese seltene „Perle“ für Trash-Fans vielleicht sogar ein echter Geheimtipp sein könnte!?

Karateschlag

Die DVD

Das Bild wird uns im 2.35:1 Format (anamorph) präsentiert und hat durchaus seine Schwächen, denn Farben, Kontrast und Schärfe befinden sich nicht in bestem Zustand. Das ist aber mit Sicherheit dem alten deutschen Ausgangsmaterial zu Grunde zu legen. Sehr wahrscheinlich wurde hierbei noch das Bestmögliche herausgeholt. Auch Bildschäden konnten nicht vollkommen entfernt werden, was in Anbetracht des Alters nicht weiter ins Gewicht fällt und dem Film einen netten „Grindhouse“ Effekt verleiht. Zusätzlich müssen noch beim Ton Abstriche gemacht werden, denn nur eine deutsche Monospur ist vorhanden, welche etwas dumpf klingt und im Hintergrund leicht rauscht. Dies ist aus o.g. Gründen aber nicht weiter schlimm, ja es passt sogar zu diesem ausgefallenen Genre-Hybriden. Als Bonusmaterial wurden eine restaurierte Fassung des Schinkens, eine Bildergalerie, der deutsche Trailer, sowie eine Trailershow anderer filmArt Titel auf die Scheibe gepackt. Ein Wendecover ist ebenfalls vorhanden.

Karateschlag

Urteil

filmArt bringt diesen Film weltweit erstmals auf DVD heraus, wobei sich mit der Präsentation sehr viel Mühe gegeben wurde (soweit es eben ging). „Duo Ming Ke“ ist bestimmt nicht jedermanns Sache aber Freunde des gepflegten Trashs sollten dem Film unbedingt eine Chance geben. Wer hier einen ausgeklügelten und exzellent in Szene gesetzten Giallo mit vorzüglich gestalteten Kung-Fu Einlagen erwartet wird allerdings bitter enttäuscht werden.

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Mann mit dem Karateschlag

Diese DVD wurde freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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