Don Siegel Retrospektive: Hell is for Heroes

Im absolut fabelhaften Arsenal Kino in Berlin läuft derzeit eine Don Siegel Retrospektive. Frisch aus dem Urlaub habe ich gleich mal versucht, etwas davon noch mitzunehmen. Zugeschlagen habe ich bei Hell is for Heroes, dem schwarz-weiß Kriegsfilm mit Steve McQueen. Ich wurde nicht enttäuscht. Zwar handelte es sich bei Leibe nicht um eine irgendwie restaurierte Kopie oder dergleichen, aber der Film ist so saugut, da störte die Qualität wenig. Man muss dazu sagen, ich habe in dem Kino schon mal Terence Malicks Badlands geguckt, von dem es eine restaurierte Fassung gibt, und es wurde eine grauenvolle Kopie gezeigt, was dem Erlebnis wirklich sehr geschadet hat.

Hell is for Heroes

Hell is for Heroes (der deutsche Titel lautet Die ins Gras beißen) erzählt von einer Truppe US Soldaten die unweit der Hauptkampflinie im 2. Weltkrieg in einem französischen Dorf auf ihre lange ersehnte Heimreise warten. Dann kommt der Befehl zur Front aufzubrechen. Die zahlenmäßig stark dezimierte Truppe nimmt an Schützengräben und Bunkern Stellung. Unter ihnen ist Reese (Steve McQueen), ein alter Haudegen der dem Kriegsgericht schon knapp entgangen ist, sowie Henshaw (James Coburn), der Techniker, und ein paar andere freiwillige und unfreiwillige Mitkämpfer.

Hell is for Heroes

Auf der anderen Seite der Gräben lauern hunderte von deutschen Soldaten mit schwerem Geschütz. Dann kommt überraschend der Befehl, die meisten Truppen von der Linie kurzzeitig abzuziehen, nur diese eine soll bleiben, und den Deutschen vorgaukeln dass sie es mit einer großen Gegnerschaar zu tun haben. Eine Hinhaltetaktik bis Verstärkung wieder eintrifft. Die Deutschen beginnen, mit Stoßpatrolien die Linie abzutesten. Reese weiß, dass man sie überrollen wird, fänden die Deutschen erstmal heraus, dass nur noch eine Hand voll lausiger GIs die Stellung halten. Also hecken sie einen waghalsigen Plan aus….

Hell is for Heroes

Von dem schwarzweiß Bild sollte man sich nicht täuschen lassen, auch nicht vor dem üblen deutschen Titel. Hell is for Heroes ist ein fein abgestimmter, nüchterner und minutiös durchexerzierter Kriegsfilm mit einem Maß an Hochspannung und Dramatik, wie man es selten erlebt bei Filmen diesen alters. Es ist kein hochtrabender Antikriegsfilm, aber auch kein verherrlichender Actionstreifen, sondern eine art „men on a mission“ Abenteuer mit viel Dramatik, ausgefeilten und interessanten Charakteren, und hervorragender Regie. Don Siegel gelang hier ein absoluter Meilenstein des Kriegsfilmkinos.

Hell is for Heroes

Steve McQueen ist eine absolute Granate, er spielt einen absolut coolen Charakter, ohne auf zu schneiden. Kurzum, ich lief total begeistert aus dem Kino und kann dieses Meisterwerk sehr empfehlen.
Hell is for Heroes
Der Film ist bei Amazon auf DVD erhältlich. Ob es sich um eine restaurierte Fassung handelt, kann ich aktuell nicht bestätigen.

Jetzt kaufen: Bei Amazon.de

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

Das könnte Dich auch interessieren …

1 Antwort

  1. 17. August 2015

    […] gibt es gerade eine Don Siegel-Retro. Dort wird zunächst der eher wenig bekannte Kriegsfilm “Hell is for Heroes“ mit Steve McQueen und dann der etwas bekanntere, aber immer noch viel zu selten erwähnte „Betrogen“ mit Clint […]