Jiang Tou / Das Omen des Bösen

Jiang Tou / Das Omen des Bösen

Xu Nuo – Ein Ingenieur. Ein Arbeiter. Er sehnt sich nach einer gemeinsamen Zukunft mit seiner Freundin und Verlobten Quming. Ihre Hochzeit steht kurz bevor. Lou Yin – Eine reiche Witwe. Geld ist ihr Mittel zum Zweck. Sie will sich die Liebe und Zuneigung von Xu Nuo erkaufen. Shan Jianmi – Ein böser Zauberer. Die Menschen bezahlen ihn für seine Todeszauber und seine giftige Magie. Mit seiner Hilfe, durch die Macht eines bösen Zaubers, will Lou Yin Xu Nuo für immer an sich binden. Drei Schicksale, die in einer düsteren Geschichte voller Blut und Grausamkeiten ihr Ende nehmen. Schwarze Magie existiert…aber kann sie auch gebrochen werden? (filmArt)

Jiang Tou / Das Omen des Bösen

Das legendäre Hong Kong Martial Arts Studio Shaw Brothers ist natürlich hauptsächlich für seine Kung-Fu Flicks bekannt, doch hier und da versuchte es sich auch in anderen Genres. Im Bereich des übernatürlichen Horror hatte das Studio bereits einige spirituelle Romanzen produziert, doch es begann nicht vor 1975 damit diese dann etwas trashiger zu gestalten und mit Ho Meng Huas Black Magic eine Geschichte von böser Zauberei und Sex zu präsentieren, die bereits etliche exploitative Elemente enthält, welche das Genre in den folgenden Jahren definieren sollten. Sha Jianmai benötigt für seine Magie viele bizarre Zutaten wie einen abgetrennten Kopf, Schlangengift, eine frisch exhumierte Leiche, Reis (der in die Vagina einer Frau einmassiert wird), durchtrennte Finger, Tausendfüßler, Muttermilch (die er höchstpersönlich und mit großem Vergnügen selbst „melkt“), Blut, Haare und in Schlamm gepresste Fußabdrücke. Das Ergebnis seiner Zauber ist unkontrollierbare Lust oder plötzlicher Tod, weswegen sich der Zuschauer sicher sein kann etwas Blut, Nacktheit und verschiedene andere Devianzen geboten zu bekommen. Da dies der erste Film seiner Art ist, wird hier noch nicht ganz so unerbittlich extrem vorgegangen wie in späteren, ähnlich themenorientierten Genrevertretern so wie Si yiu (Corpse Mania, 1981),  Zhong gui (Seeding of a Ghost / Black Magic 5, 1983) oder Mo (The Boxer’s Omen / Black Magic 4, 1983), doch Das Omen des Bösen hat auf jeden Fall auch schon genügend Momente des Wahnsinns zu bieten.

Jiang Tou / Das Omen des Bösen

Das Problem ist jedoch, dass sich der Streifen zwischen ein paar tollen, interessanten Szenen wirklich zieht und wiederholt (der schwarze Magier legt einen Fluch, der gute Zauberer kehrt den Fluch um, dann kehrt der schwarze Magier wieder alles um usw., usw. ). Selbstverständlich ist Das Omen des Bösen sehbar, wirkt aber so circa ab der zweiten Hälfte enorm mittelmäßig. Glücklicherweise können die letzten 5-10 Minuten dafür entschädigen, denn die Aktion findet hier ihren Höhepunkt mit einem (besonderslustigen“) Zusammenstoß der Magier auf Ti Lungs Baustelle, wo auch Waffen wie ein Laserspiegel, ein Schrumpfkopf (der tödliche Strahlen abschießt) und magische blaue Blitze zum Einsatz kommen. Fantastisch !!!
Insgesamt ist der Film sicherlich ein interessantes Stück Asia-Kino und bestimmt einen Blick wert, für Hong Kong Horror-Fans sowieso. Wie man es besser machen kann zeigte Shaw Bros. ein Jahr später mit Gou hun jiang tou (Black Magic 2 / Revenge of the Zombies, 1976), der den VerrücktheitsFaktor gehörig ankurbelt und im Grunde eine Verbesserung in jeder Hinsicht ist.

Jiang Tou / Das Omen des Bösen

FilmArt veröffentlicht Das Omen des Bösen als Nummer 3 im Rahmen ihrer SHAW BROTHERS COLLECTOR’S EDITION in einer auf 1000 Stück limitierten DVD/BluRay-Kombo. Das Bild wird uns im 2,35:1 (anamorph, 1080p FULL HD) Format präsentiert und ist wirklich gut, die Restauration hat sich gelohnt. Auch der Ton (Deutsch DTS-HD MASTER AUDIO & Mandarin DTS-HD MASTER AUDIO) bietet keinen Raum für Beschwerden und lässt sich auf beiden Spuren angenehm hören, deutsche Untertitel sind zuschaltbar. Die Extras bestehen aus einem Artbook mit dem kompletten, deutschen Kinoaushang, dem deutschen Kinotrailer (HD), dem Original Trailer (HD), einem Wendecover mit dem deutschen Kinoplakat und einem Trailer der SHAW BROTHERS COLLECTOR’S EDITION NR.01. Ausserdem ist auch wieder ein Osterei unter den Extras versteckt worden. Insgesamt gelingt filmArt eine wunderbare Veröffentlichung eines leider eher durschnittlichen Films, der aber trotzdem seine Momente hat und streckenweise zu unterhalten weiss.

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Jiang Tou / Das Omen des Bösen

  • Darsteller: Ti Lung, Lo Lieh, Li Li-Li, Ku Feng, Lin Wei-Tu
  • Regisseur(e): Ho Meng-Hua
  • Format: Limited Edition, Widescreen
  • Sprachen: Deutsch, Mandarin
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Nicht geprüft
  • Produktionsjahr: 1975
  • Spieldauer: 100 Minuten

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Die Screenshots wurden von der DVD aufgenommen!

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Diese BluRay- / DVD-Kombo wurde uns freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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