Brüder – Feinde

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Im besetzten Estland kämpft Karl bei der Waffen-SS während Jüri als Offizier in der Roten Armee dienen muss. So wie tausende ihrer Landsleute wollen die jungen Esten den Krieg irgendwie überleben und es bleibt ihnen keine andere Wahl. Entweder ziehen sie für die russischen Besatzer zu Felde, oder stellen sich unter Hitlers Banner in der Waffen-SS. Das Schicksal der beiden Soldaten steht exemplarisch für die Geschichte eines ganzen Landes, das beinahe zwischen den Mühlen zweier Großmächte zermahlen wurde, hineingezwungen in einen Krieg, Bruder gegen Bruder, Vater gegen Sohn, bei dem es nichts zu gewinnen gab. (Koch Media)

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Grob ausgedrückt, gibt es zwei Arten von Kriegsfilmen – diejenigen, die sich auf eine große Schlacht oder Offensive konzentrieren und solche, bei denen ein Krieg den Hintergrund für die Charaktere und deren Aktionen bilden soll. Brüder – Feinde schafft es beide Arten zu kombinieren. Zwar ohne einen einzigen Haupt-Protagonisten aber dafür mit vielen Figuren, die in unterschiedliche Ereignisse verwickelt sind. Das Skript ist gut und motiviert (basierend auf mehreren Tagebüchern), während die Orte und Geschehnisse real und authentisch sind – zumindest für die meisten Esten; Ausländer benötigen schon zusätzliche Informationen, um diesbezüglich nicht irgendwann verwirrt zu sein. Die Besetzung spielt gleichmäßig stark, wobei fast alle Schauspieler aus Estland stammen und auch „nur“ ausschließlich dort bekannt sein dürften. Mit einem Budget von unter 2 Mio. Euro wurde hier Großartiges geleistet. Alles in allem, eine schmerzhafte Erfahrung nach einer wahren Begebenheit, eine gute Gelegenheit daran erinnert zu werden wie schrecklich Krieg ist und wie die Lage in diesem Teil der Welt im Jahre 1944 war. Ein ausgewogener Plot ohne politische Korrektheit oder einem romantischen Blick auf die Historie.

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Ohne viel Pathos, dafür mit umso mehr Realismus und Glaubwürdigkeit liefert der estnische Star-Regisseur Elmo Nüganen mit BRÜDER – FEINDE nicht nur den teuersten estnischen Film aller Zeiten, sondern sprengte auch alle Rekorde an den Kinokassen. Dabei muss sich der Film nicht hinter großen Hollywood- Produktionen verstecken, denn in enger Zusammenarbeit mit dem estnischen Militär und historischen Beratern liefert Nüganen ein spannendes und packendes Antikriegs-Drama, dessen Ausstattung und Umsetzung auch der Kritik der härtesten Fans standhält. In den blutigen Schlachtszenen, für die extra russische T34-Kampfpanzer aus London, Prag und Helsinki eingeflogen wurden, kommen dabei auch Actionfans auf ihre Kosten.

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  • Darsteller: Kaspar Velberg, Krisjan Üksküla, Maiken Schmidt
  • Regisseur(e): Elmo Nüganen
  • Format: Dolby, PAL, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0), Tschechisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Keine
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Ascot Elite Home Entertainment
  • Produktionsjahr: 2015
  • Spieldauer: 100 Minuten

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

 

 

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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