Dynamike / Survival Game

VHS – Edition

Michaels (Mike Norris) Hobby ist das Kriegsspiel. Doch als die attraktive C.J. Forrest (Deborah Goodrich) seinen Weg kreuzt, wird aus dem Spiel unversehens tödlicher Ernst. Alle sind auf der Jagd nach den zwei Millionen Dollar, die ihr Vater Dave (Seymour Cassel) im Drogengeschäft gemacht hat. Eines ist sicher: Die nächste Leiche kommt bestimmt. Doch Michael weiß sich zu wehren. Seine Devise: „Trau keinem, auch nicht in Uniform.“ Als Dave und seine Tochter in die Hände der Kidnapper geraten, zieht Michael der „Kampfhund“ – sein tödliches Register. Zusammen mit seinem schwarzen Kumpel Sugarbear Wilcox (Ed Bernard) räumt er kräftig auf. Der Einsatz lohnt sich, denn als Belohnung winken zwei Millionen Dollar und die hübsche C.J. Forrest. (VPS-Video)

Mike Hawkins (Mike Norris) ist ein junger Erwachsener, der nichts mehr liebt, als im „War In Peace Survival Camp“ abzuhängen, um dort Bühnen-Scheinschlachten, Kriege und „Überlebensspiele“ (eben Survival Games) zu veranstalten. Sogar der Gründer von WIPSC, ein Mann, der sich auf unerklärliche Art und Weise Sugarbear nennt und mit Mikes Vater in „Nam“ war, rät Mike immer wieder, er solle mehr aus sich machen und aufs College gehen. Das raten ihm auch seine Eltern. Mike will jedoch einfach nur weiter Survival Gaming machen.

In der Zwischenzeit wird Dave Forrest (Seymour Cassel) nach 17 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Forrest ist ein Mann im Stile von Timothy Leary – einem Guru aus den 60er Jahren, der eine LSD-ähnliche Droge namens „Forrest Fire“ erfunden hat. Alles, was er tun möchte, ist mit seinem Poster von Jimi Hendrix zu sprechen und sich mit ein paar guten Vibes zu entspannen. Doch seine Tochter C.J. (Deborah Goodrich) und Mike werden in einen Autounfall verwickelt, wobei sich die beiden auf die Flucht begeben müssen, weil einige böse Gangster davon überzeugt sind die Familie Forrest würde über einen Drogenvorrat von mehreren Millionen Dollar verfügen. Also werden Dave und C.J. von den Kriminellen entführt und nur ein Mann mit den richtigen Überlebensfähigkeiten kann sie vor den Gangstern retten … MIKE HAWKINS!

Dynamike erweist sich als ein sehr dämlicher Streifen, der erschreckend wenig Action zu bieten hat, wobei sich die vorhandene Action zu allem Unglück auch noch ziemlich lahm und doof gestaltet. Es scheint so, als wäre dieses ganze Unternehmen in den 80er Jahren als Cash-In für den Namen Norris auf die Beine gestellt worden. Eigentlich kann man Mike Norris mögen, ihn trifft keine Schuld, doch dieser Film ist einfach nicht vollständig durchdacht worden. Ab einem bestimmten Punkt entwickelt sich der Flick zu einem langweiligen Geiseldrama, während das Tempo stark nachlässt. Was dieser Film gebraucht hätte, ist die Action, Gewalt und Intensität hochzuhalten. Es entsteht der Eindruck, als wäre Regisseur Herb Freed zu dieser Zeit nicht mit den Techniken des Actionkinos vertraut gewesen. Obwohl dieser Film im Jahr 1987 veröffentlicht wurde, kam sein nächster Film Subterfuge (1996) erst wesentlich später heraus. Subterfuge ist auch tatsächlich unterhaltsamer als Dynamike, was schon so einiges aussagt.

Vielleicht gibt es im Einklang mit den Charakteren der 60er Jahre wie Dave Forrest viele Songs aus dieser Zeit auf dem Soundtrack, man wird es wohl nie erfahren. „Psychotic Reaction“ von Count Five ist auch im Film zu hören, doch man hat „Louie Louie“ erst dann wirklich gehört, wenn der Song im Hintergrund läuft, während Mike Norris im wahren „Scooby Doo“-Stil durch ein Kaufhaus läuft. Das Lied wird sogar in seiner Gesamtheit gespielt, um anscheinend jeden Cent rauszuholen. Was die Originalmusik betrifft, gibt es ein Thema, das genau wie „Axel F“ klingt. Harold Faltermeyer hätte klagen sollen. Aber hey, es waren die 80er Jahre. Es war eben eine ganz andere Zeit. Eine Zeit, in der Actionfilme mit Carbon-Copy-Action-Movies mit Carbon-Copy-Music in die Regale der Videotheken kamen, worüber sich niemand beschwerte und das Leben einfach nur gut war. Sollte das Thema dieses Films Nostalgie sein, so schließt sich der Kreis doch tatsächlich. Es erweist sich als sehr schwierig geschlossen hinter Dynamike zu stehen, doch seine harmlose, nichts sagende Quasi-Unterhaltung könnte eventuell jemanden ansprechen.

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  • Bildformat: „Vollbild 4:3“
  • Medium: „VHS“
  • Spielzeit: „ca. 87 Min.“
  • Sprache: „Deutsch“
  • TVNorm: „Pal“
  • Zustand: „sehr guter Zustand – Einleger“
  • FSK: 16
  • Tonformat Analog: Mono
  • Medium: VHS
  • FSK-Logo: 16

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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