Einladung zum Totentanz / …e venne il tempo di uccidere / Tequila Joe

Rio Venado ist ein Dorf an der Grenze zwischen Texas und Mexiko. Ein rauer, ungastlicher Ort, in dem die beiden „Herren“ Manuel Trianas und der alte Mulligan eine Schreckensherrschaft ausüben. Sheriff „Tequila Joe“ ist dem Alkohol verfallen und hat jede menschliche Würde verloren. Seit langem hat er es aufgegeben, dem Gesetz Geltung zu verschaffen. Das sind die äußeren Umstände, die der neue Vize-Sheriff bei seinem Dienstantritt vorfindet. Er ist jung und denkt gar nicht daran, tatenlos zuzusehen, wie die Moral baden geht… (Savoy Film)

Django – Einladung zum Totentanz aka …e venne il tempo di uccidere ist Vincenzo Dell’Aquilas (hier als Vincent Eagle gelistet) einziger Westernbeitrag und findet sich, unserer Meinung nach, im oberen Mittelfeld des Italo-Western Genres wieder. Der Film hat einige Stärken aufzubieten aber leider auch einige Schwächen. Zu den Stärken zählt neben Francesco De Masis tollem Soundtrack, die starke Besetzung und gute Charakterzeichnung der Protagonisten. Das nicht vollkommen ausgeschöpfte Potenzial der Geschichte sowie die ersten, sehr langatmigen 30 Minuten machen die Schwächen des Films aus.

Mag man von Francesco De Masis Soundtracks halten was man will, uns gefallen sie meistens sehr gut. Das Titellied A Man Alone gesungen von Raoul gehört jedenfalls zu unseren Lieblingstitelsongs. Allerdings ist das natürlich reine Geschmackssache. Der Film ist mit Anthony Ghidra (Sheriff „Tequila“ Joe Donnell), Jean Sobieski (Burt), Furio Meniconi (Rock Mulligan) und Mimmo Palmara (Manuel Trianas) bestens besetzt, wobei besonders Ghidra eine grandiose und äußerst glaubwürdige Vorstellung als alkoholkranker Sheriff abliefert. Auch einige weitere bekannte Gesichter des Italo-Kinos wie Giovanni Ivan Scratuglia oder Luciano Rossi lassen sich in Tequila Joe wiederfinden. Der Film kommt an manchen Stellen eventuell ein wenig „amerikanisch“ daher, was uns hier aber nicht im Geringsten stört.

Das Bild wird uns im 16:9 anamorphen Format präsentiert und sieht sehr gut aus. Es ist klar, relativ farbenfroh, frei von Bildschäden und schneidet im Vergleich zur VMP Video Version, was diese Aspekte betrifft, deutlich besser ab. Beim Ton liegen die deutsche sowie die italienische und englische Spur in DD 2.0 vor. Alle drei Tonspuren hören sich sehr gut an. Hier gibt es höchstens minimale Unterschiede im Klang zu erkennen. Untertitel (deutsch) sind nur für die O-Ton Passagen verfügbar. Als Extras sind der italienische und englische Trailer des Films, der deutsche Vorspann (identisch mit dem VPM Tape) sowie drei weitere Trailer (Arizona Colt, Django spricht kein Vaterunser und Die im Staub verrecken) enthalten.

Der Film versteht es aufgrund seiner soliden Inszenierung und guten Darstellern trotz einiger Längen gut zu unterhalten, währenddessen die DVD in den Bereichen Bild und Ton ausgezeichnete Qualität bietet. Insgesamt liefert Savoy Film eine sehr gute Veröffentlichung eines teilweise amerikanisch wirkenden Italo-Western ab. Der Film sollte in keinem Sammlerregal fehlen und auch Genre Neulinge sollten hier mehr als nur einen Blick riskieren.

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  • Seitenverhältnis: 16:9 – 1.77:1
  • Alterseinstufung: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur:‎ Dell’Aquila
  • Medienformat:‎ Dolby, PAL, Breitbild
  • Laufzeit:‎ 1 Stunde und 27 Minuten
  • Darsteller:‎ Jean Sobieski, Dragomir &#34, Gidra&#34, Bojanic
  • Sprache: ‎Italienisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Studio:‎ Savoy Film
  • Anzahl Disks:‎ 1

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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