Frankensteins Höllenbrut – Chikyû kogeki meirei: Gojira tai Gaigan

Frankensteins Höllenbrut

Außerirdische Insektenwesen bemächtigen sich menschlicher Körper und haben nur ein Ziel: die Ausrottung der Menschheit und Übernahme des Planeten Erde. Ein einfältiger Comiczeichner und seine Freunde geraten eher zufällig zwischen die Fronten, als die Außerirdischen einen neuen Vergnügungspark als Hauptquartier nutzen, um von dort ihre Pläne in die Tat umzusetzen. So rufen sie die schrecklichen Weltraumungeheuer Gigan und Ghidorah zur Erde, die sogleich ein Inferno verursachen. Hilfe naht zum Glück von der Monsterinsel, denn Godzilla und Angilas sind schon unterwegs, um eine Monsterschlacht wahrlich gigantischen Ausmaßes zu beginnen…
Jun Fukuda kehrte in den Regiestuhl zurück, um mit Ghidorah erneut ein populäres Monstrum gegen Godzilla antreten zu lassen. Mit dem Cyborg Gigan wurde ein weiteres Untier etabliert, so dass auch diesmal in Tokyo kein Stein auf dem anderen bleibt, wenn riesige Ungeheuer um das Schicksal der Erde kämpfen. (Anolis Entertainment)

Frankensteins Höllenbrut

Frankensteins Höllenbrut wurde 1972 von Godzilla „Regular“ Jun Fukuda realisiert und diesmal schickt er Alien-Kakerlaken vom Planeten Nebula Space Hunter M, die menschliche Gestalt von kürzlich Verstorbenen angenommen haben, mit Weltherrschaftsplänen auf die Erde. Diese werden von „The Chairman“ (Zan Fujita), einem ehemaligen Wunderkind, und dessen „Oberstleutnant“ Kubota (Toshiaki Nishizawa) angeführt. Um ihr wahnwitziges Unternehmen erfolgreich umsetzen zu können, haben sie die Hilfe des dreiköpfigen Weltraum-Dämons King Ghidorah und des Cyborg-Monsters Gigan angefordert. In deren Weg stellen sich jedoch Godzilla und Anguirus, die aus ihrem Gefängnis auf Monster-Island ausbrechen, um die Erde im Kampf gegen die Weltraum-Monster zu unterstützen. Die blutige Konfrontation der vier Monster gipfelt auf dem Gelände eines Kinderfreizeitparks, der auch die Operationsbasis der Kakerlaken darstellt.

Frankensteins Höllenbrut

Frankensteins Höllenbrut wurde zu einer Zeit in der japanischen Filmgeschichte produziert, in der das Filmstudio Toho (das für jeden einzelnen Godzilla Film von 1954 bis jetzt verantwortlich ist) mit sehr großen finanziellen Sorgen zu kämpfen hatte. Das Geld wurde immer knapper, da es eher ins Fernsehen (das immer beliebter wurde und billiger zu produzieren war) anstatt ins Kino investiert worden ist. Als Folge dessen wurde Toho gezwungen Budgetkürzungen in Kauf zu nehmen, worunter auch die Godzilla Filme der 70er Jahre leiden mussten. Aus diesen Gründen wurde es folglich zum Trend sogenanntes Stock-Footage aus vorangegangenen Kaiju-Filmen mit neu gedrehten Szenen zu kombinieren, um die Illusion eines vollkommen neuen Produkts zu geben. Das funktioniert allerdings nur bei Menschen, die kein scharfes Auge besitzen oder diese Reihe an Monsterfilmen schlichtweg nicht kennen; aufmerksame Zuschauer werden die recycelten Szenen sofort wiedererkennen. Frankensteins Höllenbrut und der nachfolgende Streifen Godzilla vs. Megalon (1973) waren davon am meisten betroffen, was leider zu einer schrecklichen Inkonsistenz in der Darstellung der Monster führte. Primäres Beispiel: der feuerspeiende King Ghidorah, der bereits für seine aggressive, hyper-gewalttätige Natur bekannt geworden war, verkümmert im Wesentlichen zur Randfigur, wobei man sofort erkennen kann, wenn das Monster in Stock-Footage oder in von Fukuda neu gedrehten Szenen gezeigt wird.

Frankensteins Höllenbrut

Doch unabhängig davon, wie schlecht oder billig der Film gemacht ist … Frankensteins Höllenbrut ist trotzdem recht unterhaltsam und bei weitem nicht so „schäbig“ wie Godzilla vs. Megalon. Der Streifen stellt diesmal auch eher normale Bürger anstatt heldenhafte Wissenschaftler oder tapfere Soldaten-Typen in den Vordergrund. Dazu gehören der gewitzte aber dennoch naive Comiczeichner Gengo Kotaka (Hiroshi Ishikawa), seine bissige und unabhängige Freundin Tomoko Tomeo (Yuriko Hishimi), die zufällig auch den schwarzen Gürtel in Karate hat, sowie ihre beiden Verbündeten Machiko (Tomoko Umeda) und der Hippie Shosaku (Minoru Takashima). Frankensteins Höllenbrut verdient es von jedem echten Fan des Königs der Monster gesehen zu werden. Ein Kaiju-Classic, der trotz einiger Mängel immer noch ziemlich gut zu unterhalten weiss.

Frankensteins Höllenbrut

Anolis Entertainment veröffentlicht Frankensteins Höllenbrut in einer 2-Disc-Steelbook-Edition auf DVD. Das Bild (2,35:1 / 16:9) bietet auf beiden Scheiben äußerst anständiges Niveau, wirkt in wenigen Einstellungen eventuell etwas „verwaschen“, geht aber dennoch vollkommen in Ordnung. Beim Ton werden uns zwei Spuren (deutsch und japanisch Mono 2.0) geboten, die beide keinen Grund zur Beschwerde geben. Deutsche Untertitel sind auf Wunsch auch zuschaltbar. Die recht umfangreichen Extras bestehen aus einer deutschen Bildergalerie und einem 20-seitigem Booklet mit interessantem Text von Ingo Strecker, sowie dem deutschen und einem japanischen Trailer. Auch die Audiokommentare von Jörg Buttgereit, Bodo Traber und Alex Iffländer sowie der von Florian Bahr (Disc 1) und Thorsten Rosemann (Disc 2) sind wieder einmal sehr unterhaltsam und informativ.  DVD eins beinhaltet die japanische Fassung, während die zweite Scheibe neben der deutschen Kinoversion noch die deutsche Super-8 Fassung und einen Werberatschlag präsentiert. Insgesamt handelt es sich hier um eine sehr gelungene Veröffentlichung mit enorm viel Hintergrundinformationen über einen Film, der weit davon entfernt ist „perfekt“ zu sein aber trotzdem, oder gerade deswegen, ein wirklich unterhaltsames und tolles Exemplar des Genres, mit ganz eigenem Charme, darstellt.

Frankensteins Höllenbrut

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Frankensteins Höllenbrut DVD

  • Darsteller: Hiroshi Ishikawa, Minoru Takashima, Toshiaki Nishizawa, Kunio Murai, Tomoko Umeda
  • Regisseur(e): Jun Fukuda
  • Format: Widescreen
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0 Mono), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Anolis Entertainment
  • Produktionsjahr: 1971

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Bildformat: 1:2,35 (16:9 – 1920 x 1080p)
Tonformat: Deutsch/Japanisch/ DD 2.0 Mono
Untertitel: deutsch (ausblendbar)
Länge: 89 min. Extras: Trailer

Anolis Entertainment bringt Frankensteins Höllenbrut nach der limitierten 2-Disc-Steelbook-Edition auf DVD nun auch auf BluRay heraus und leistet damit, wie bereits gewohnt, hervorragende Arbeit. Das Bild präsentiert sich im 2,35:1 / 16:9 (1920x1080p) Format und sieht absolut klasse aus. Es zeigt sich sehr gut restauriert, farbenfroh, enorm scharf und wunderbar detail- und kontrastreich. Beim Ton kann man zwischen den Sprachen Deutsch und Japanisch (beide DTS-HD-MA 2.0 Mono) wählen, wobei deutsche Untertitel zuschaltbar sind. Außerdem gibt es als Extra einen Trailer des Films.

Frankensteins Höllenbrut

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Diese Editionen sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Anolis Entertainment zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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