Il Boss / Der Teufel führt Regie

Lanzetta ist ein geschätzter Auftragskiller in den Kreisen der Mafia. Unter Auftrag seines Mentors und Ziehvaters Don Daniello soll er bevorzugt das ‚kalabresische Pack‘ beseitigen. Sein härtester und hartnäckigster Widersacher seit langer Zeit ist Don Cocchi. Dieser will um jeden Preis die Macht an sich reißen und entführt Don Daniellos Tochter. Der einzige Mann dem Daniello in dieser persönlichen Angelegenheit vertraut ist Lanzetta. Sein Auftrag ist klar: Töte Don Cocchi und vernichte alle, die je seinen Namen ausgesprochen haben. Die Situation eskaliert schnell und das Blutbad scheint unaufhaltsam. Die obersten Bosse sehen nur noch eine Chance. Jeder der Beteiligten soll sterben. Nur so kann die Ordnung hergestellt werden. Ein korrupter Kommisar, Torri, wird auf die Angelegenheit angesetzt. Er soll Lanzetta töten… (filmArt)

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Der dritte und letzte Film Fernando Di Leos exzellenter Mafia-Millieu Trilogie Der Teufel führt Regie von 1973 ist ein absolutes Meisterwerk, das mit Sicherheit zu den besten Mafia-Filmen gezählt werden muss, die jemals auf die Leinwand gebracht worden sind. Schon mit Milano Calibro 9 hatte Di Leo bereits ein Jahr zuvor ein wahres Glanzlicht des Polizei- und Gangsterfilms geschaffen und während der darauf folgende La Mala Ordina aka Der Mafiaboss ein kleines Bisschen schwächer geriet, ist Il Boss der Brillianz des ersten Films zumindest ebenbürtig. Dieses Mal ist der Schauplatz der Ereignisse nicht wie in den beiden Vorgängern Mailand in Norditalien, sondern im Gegensatz dazu Palermo auf Sizilien (das südlichste Italien). Der Film, der gleich richtig loslegt und mit einer erinnerungswürdigen brutalen Eröffnungssequenz beginnt, begeistert außerdem mit einer Menge rauer Action und weiteren exzessiven Gewaltausbrüchen. Zusätzlich verschafft er dem Zuschauer einen realistischen Einblick in die Welt von Korruption und organisiertem Verbrechen. Die Charaktere dieses hart gesinnten und kompromisslosen Films sind allesamt unmoralisch, gewalttätig, brutal und skrupellos bis ins Mark. Jeder von ihnen würde sogar seine Eltern verraten und ermorden, um an mehr Geld und Einfluss kommen zu können. Henry Silva stellt in seiner ohne Zweifel besten Rolle mit Nick Lanzetta einen der härtesten und charismatischten Mafia Hitmen der Filmgeschichte dar und schon seine Vorstellung allein macht Il Boss zu einem absoluten Muss für Liebhaber des Crime-Thriller.

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Der Teufel führt Regie präsentiert uns nicht nur Machtkämpfe innerhalb der sizilianischen Mafia und sadistische Gewalt, sondern auch eine gehörige Portion Sozialkritik. Natürlich verlangsamt sich das Tempo des Films nach dem atemberaubendem Intro ein wenig und es wird zunächst etwas mehr Wert auf Dialoge und Aufbau der Geschichte gelegt. Hierbei geht es hauptsächlich um die mafiainternen Intrigen und die Korruption innerhalb der italienischen Polizei, die auch schon auf die sogenannte Anti-Mafia Einheit übergesprungen zu sein scheint. In den dialoglastigeren Szenen fällt besonders Vittorio Caprioli als sarkastischer Polizeichef auf, der bei seinem Kollegen Gabrielli (Mario Pisu) von der Anti-Mafia und im Speziellen bei Kommisar Torri eine Menge Dampf ablässt. Wie schon erwähnt ist Henry Silva als knallharter und gnadenloser Killer phänomenal. Sein Gesichtsausdruck verändert sich so gut wie nie, er lächelt kein einziges Mal, während er äußerst professionell und kompromisslos agiert, wenn es darum geht seine Arbeit ordentlich zu machen. Die übrigen Schauspieler auf der durchaus ansprechenden Besetzungsliste sind Richard Conte als Mafiaboss Don Corassco, Pier Paolo Capponi als Don Cocchi, Corrado Gaipa als Anwalt Rizzo, der im Auftrag der obersten Bosse die Fäden im Hintergrund zieht, Marino Masè als Pignataro und Spaghetti-Western Star Gianni Garko, der den schmierigen sowie zwielichtigen Kommisar Torri mimt. Die attraktive Antonia Santilli spielt die weibliche Hauptrolle als Don Daniellos Tochter, die von Don Cocchi entführt wird, sich als echtes Miststück entpuppt und unter Alkohol-/Graseinfluss sogar mit ihren Entführern schläft. In weiteren Nebenrollen geben sich zusätzlich noch Howard Ross (Melende) und Pietro Ceccarelli (Maione) die Ehre. Perfekt ist Der Teufel führt Regie nicht, denn es ist manchmal schwer den Dialogen zu folgen, doch die Action Sequenzen sind einfach klasse und der Plot hat einige überraschende Wendungen zu bieten von denen manche geradezu schockierend sind. Die brilliante Musik von Luis Enríquez Bacalov trägt maßgeblich zu der genialen Atmospähre des Films bei. Brutal, rücksichtslos, hart, intrigant, unmoralisch, unloyal und dies auf fulminante Art und Weise, das ist Il Boss! Uneingeschränkt empfehlenswert! Italienisches Genrekino vom Feinsten, an dem kein Freund von Polizei- und Gangsterfilmen vorbeikommt.

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Mit der Nummer sechs ihrer Polizieschi Edition Der Teufel führt Regie ist filmArt ein wirklich großer Wurf gelungen. Der Film ist ganz klar ein Meilenstein des Genres und kommt als ansprechend gestaltete BluRay/DVD Kombo mit Wendecover daher. Die technischen Daten wissen auch zu überzeugen, befinden sich aber nicht auf allerhöchstem Niveau. Ich denke jedoch es wurde das Beste aus dem vorhandenen Ausgangsmaterial herausgeholt. Dem Bild merkt man an wenigen Stellen die Restauration an und beim Ton rauscht es zuweilen ein bisschen im Hintergrund, besonders beim Originalton. Wirklich gestört hat mich das allerdings nicht. Als Extras wurden die deutsche Kinofassung, der italienische Trailer und ein interessantes Booklet von Pelle Felsch auf bzw. in die Kombo gepackt. Absolute Kaufempfehlung!

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  • Darsteller:Richard Conte, Henry Silva, Gianni Garko, Antonia Santilli, Corrado Gaipa
  • Regisseur: Fernando di Leo
  • Format: Limited Edition
  • Sprache: Deutsch (DD 1.0 Mono), Deutsch (DTS HD 1.0), Italienisch (DD 1.0 Mono), Italienisch (DTS HD 1.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: filmArt
  • Produktionsjahr: 1973
  • Spieldauer: 109 Minuten

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Bonusmaterial:
Deutsche Kinofassung; Italienischer Kinotrailer; Trailershow

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Die Screenshots sind von der DVD aufgenommen!

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Diese BluRay/DVD Veröffentlichung wurde uns freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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