Kickboxer – Die Abrechnung

Kurt Sloane wollte nie wieder nach Thailand zurückkehren. Doch die Vergangenheit holt ihn ein. Er wird gekidnappt und erwacht in einem thailändischen Knast als Mörder von Tong Po, den er im Kampf getötet hatte. Dahinter steckt Sport-Promoter Thomas Moore, der mit Tong Po sein lukrativstes Zugpferd verloren hat. Er macht Kurt ein Angebot: Wenn er als Entschädigung zu einem Untergrund-Kampf antritt und den neuen Champion, einen 200-Kilo-Muskelberg, besiegt, bekommt er seine Freiheit und seine ebenfalls gefangene Frau Liu zurück, garniert mit einem dicken Bündel Scheine. Ansonsten kann er im Knast verfaulen. Wohl oder übel nimmt Kurt an … (Ascot Elite)

2016 wurde das Kickboxer-Franchise mit der Veröffentlichung des unterhaltsamen und actiongeladenen Kickboxer: Vengeance wiederbelebt, der mit Alain Moussi einen neuen Martial-Arts-Star vorstellte und Jean-Claude Van Damme in einer Nebenrolle auf die Leinwand zurückbrachte. Die Geschichte war dem Original-Kickboxer-Film sehr ähnlich, Kurt Sloans (Moussi) Bruder wird in einem Untergrund-Muay-Thai-Kampf in Thailand getötet. Er reist daraufhin nach Bangkok und trainiert mit Meister Durand (Van Damme), um gegen den Mörder seines Bruders Tong Po kämpfen zu können. Sloan rächt den Tod seines Bruders und tötet Tong Po im Kampf, was uns zum Sequel Kickboxer – Die Abrechnung führt. Fortsetzungen sind eher eine knifflige Angelegenheit, müssen sie doch stets besser als ihr Vorgänger sein und diesen übertreffen. Während der Plot von Kickboxer – Die Abrechnung niemanden vom Hocker reißen wird, liefert der Streifen mit non-stop Action und großartigen Kampfsequenzen sowie einem absolut brutalen Finale ordentlich ab. Hinzukommen die herausragenden Leistungen vom unglaublich talentierten Alain Moussi genauso wie von Van Damme, Mike Tyson und Christopher Lambert.

Achtzehn Monate sind seit den Ereignissen des ersten Films vergangen, Kurt Sloane ist jetzt verheiratet und nimmt an MMA-Kämpfen in Las Vegas teil. Er wird entführt und vom Kampfveranstalter Thomas Moore (Christopher Lambert) nach Thailand zurückgebracht, der sich für den Tod seines Kämpfers Tong Po rächen will. Sloane muss sich nun dafür entscheiden, in einem thailändischen Gefängnis einzusitzen oder gegen Moores neuen Champion Mongkut (gespielt von Hafûor Júlíus Björnsson aus Game of Thrones) zu kämpfen. Der stellt ein riesiges zweihundert Kilo Monster dar, das bereits zwanzig Männer getötet hat. Sloane tut sich wieder mit Master Durand und zusätzlich einer Gruppe von Strafgefangenen zusammen, um für den epischen Showdown zu trainieren. Die Geschichte wird niemanden umhauen, ist sie doch ziemlich formelhaft geraten, wobei die Handlung sowieso hauptsächlich nur dazu da ist, um die Kampfsequenzen miteinander zu verbinden. Ähnlich wie Rocky Balboa dem russischen Biest Ivan Drago in Rocky IV gegenübersteht, muss sich Sloane einem Mann stellen, der maschinenähnlich und praktisch nicht zu besiegen zu sein scheint. Dies zwingt ihn neue Techniken zu lernen und für diesen Kampf anders zu trainieren, da seinem Verstand, seiner Geschwindig- sowie Geschicklichkeit, Monguts pure Kraft gegenübersteht.

Kickboxer – Die Abrechnung ist ein visuell umwerfender Film, der sich auf extrem dunkle Szenen konzentriert, mit begrenzter Beleuchtung aus verschiedenen Quellen, um einige interessante schwere Schatten zu erzeugen und Licht auf die Schauspieler und ihre Umgebung zu werfen. Die Beleuchtung nutzt sowohl natürliches Sonnenlicht, das durch die Fenster hereinscheint, als auch starke gelbe, grüne und blaue Leuchtstofflampen, um einiges an Farbenpracht in einzelnen Szenen zu erzeugen. Der Film ist nicht gänzlich in Dunkelheit gehüllt, da es auch Einstellungen am Tag gibt, doch die dunkel ausgeleuchteten Szenen sind visuell am interessantesten. Zu Moussis schauspielerischen Fertigkeiten stehen zwar noch etliche Fragen offen, allerdings bestehen keine Zweifel an seinen körperlichen Fähigkeiten. In Kickboxer – Die Abrechnung kann er zum wiederholten Male seine Talente als Stuntman und Kampfkünstler mehr als beweisen. Was das Schauspiel betrifft hat er definitiv noch eine Menge Arbeit vor sich, sind ihm seine Kollegen mit besseren und glaubwürdigeren Dialogen dabei doch durchaus überlegen. Was kann man über Van Damme berichten? Er ist eine verdammte Legende und seine Leistung, sowohl körperlich, als auch emotional ist hervorragend. Während er „nur“ die Rolle einer Nebenfigur übernimmt, hat er dennoch mehr als genug Zeit, um strahlen zu können. Lambert spielt den Bösewicht wirklich exzellent und weiß einige Szenen zu klauen. Doch der Akteur, der in diesem Film sowohl überrascht, als ihn auch komplett beherrscht, ist Mike Tyson, einer der Gefängnisinsassen, der hilft Sloane zu trainieren. Tyson weiß nicht nur in erstaunlichen Kampfsequenzen mit Moussi und Van Damme zu überzeugen, sondern auch seine Dialoge kommen absolut glaubwürdig rüber. Gerne mehr davon! Der Rest der Besetzung umfasst eine Reihe ehemaliger UFC-Kämpfer, Kampfkünstler und Muskelprotze, die alle ihre Momente bekommen. Mit elf Kampfszenen bei 110-minütiger Laufzeit stellt Kickboxer – Die Abrechnung einen Nonstop-Action-Thrill-Ride dar, der trotz einiger Kleinigkeiten (die eine seltsame Eröffnungskampfsequenz und einiges an schlecht gemachtem CGI beinhalten) mit mehr als genug guter Action, die Fans vom Vorgänger und dem Martial-Arts-Subgenre prächtig unterhalten sollte.

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  • Darsteller: Alain Moussi, Christopher Lambert, Jean-Claude van Damme, Mike Tyson, Sara Malakul Lane
  • Regisseur: Dimitri Logothetis
  • Format: Widescreen
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 2.39:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Ascot Elite
  • Produktionsjahr: 2018
  • Spieldauer: 111 Minuten

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Ascot Elite zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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