Kosmokiller – Sie fressen alles / The Deadly Spawn

Zwei Camper werden Zeugen wie ein Meteorit in ihrer Nähe einschlägt. Als sie dessen Krater finden, entdecken sie kleine Würmer auf den Überresten, die sich mit Fangzähnen festgehakt haben und offensichtlich so mit dem Meteoriten zur Erde gekommen sind. Es dauert nicht lange – und die beiden werden Opfer dieser seltsamen Kreaturen. Als die Würmer erkennen, dass sie der Genuss von Menschenfleisch wachsen lässt, nisten sie sich im Keller eines nahe gelegenen Hauses ein und beginnen zu brüten. Der Sohn des Hauses, Charles, muss mit ansehen, wie die gierigen Monster seine Eltern vertilgen und macht sich nun mit seinen Freunden daran, Jagd auf die menschenfressenden Ungeheuer zu machen. Aus der Unendlichkeit des Alls gekommen, kennen sie nur eines – Fressen! Können die Teenager die außerirdischen Kosmokiller aufhalten, oder werden die Monster zu einer unaufhaltsamen Bedrohung für die gesamte Menschheit? Es beginnt ein gnadenloser Kampf auf Leben und Tod … (CMV-Laservision)

The Deadly Spawn ist einer dieser No-Budget-Horrorfilme (der von Filmemachern gedreht wurde, die Horrorfilme lieben), der noch gerade so als Horrorstreifen einzustufen ist. Die Zeit und eine lautstarke Fangemeinde (die seinen billigen Reiz und seine wilden Monster feiert) haben das Werk zum Kultstatus erhoben, obwohl es in The Deadly Spawn wirklich nichts zu finden gibt, außer einigen genialen Spezialeffekten und ein paar beeindruckenden Besuchen in der Gore-Zone. Man ignoriere den phallischen Unhold und hier liegt ein extrem lethargisches Werk vor, das sich kaum anstrengt, um anfeuerungswürdige Charaktere bereitzustellen, während die zentrale außerirdische Bedrohung eine vage definierte Pestilenz darstellt, die eigentlich vollkommen vermeidbar gewesen wäre. Ja, schon klar, das alles geschieht im Namen des B-Movie-Spaßes, doch gestaltet es sich trotzdem schwierig in einen Film einzusteigen, der gelegentlich droht einzuschlafen und mit einem vielversprechenden Konzept aus Hunderten von lustigen Kreaturen-Features außergewöhnlich wenig anzufangen weiß.

Als ein Meteorit in einem abgelegenen Wald einschlägt, wird eine hungrige außerirdische Spezies entfesselt, die darauf versessen ist alles zu verschlingen, was dumm genug ist, sich seinem riesigen, heillosen Maul in den Weg zu stellen. Das außerirdische Wesen sucht Zuflucht im Keller eines nahegelegenen Hauses, wartet geduldig auf Opfer und verschlingt bald die Eltern des Teenagers Pete (ein couragierter Tom DeFranco) und seines kleinen Bruders Charles (Charles George Hildebrandt, Sohn des künstlerischen Leiters und bekannten Fantasy-Zeichners Tim Hildebrandt). Während das Monster im Keller unschuldige Menschen verschlingt, setzen ahnungslose Charaktere ihr Leben in den darüber liegenden Wohnräumen fort. Pete schafft es nicht den Mut aufzubringen, seiner Klassenkameradin Ellen (Jean Tafler) seine Liebe zu gestehen, während der junge Charles an seinen Fertigkeiten als Monsterfilm-Make-up-Artist arbeitet und nebenbei an einer kleinen Psychoanalyse teilnimmt, die sein besorgter Onkel Herb (John Schmerling) vorgeschlagen hat. Schließlich entdecken sie jedoch den Ärger, der im Keller lauert und versuchen dem Zorn bzw. Hunger des außerirdischen Monsters und dessen lästigen Sprösslingen zu entkommen. Allerdings hat sich die windige Seuche bereits in der Gemeinde ausgebreitet und die Einheimischen in Panik versetzt.

Als grinsende Hommage an die düsteren Monsterfilme der 50er Jahre angedacht, hat Kosmokiller – Sie fressen alles auch das Tempo und die schwankende Spannung der Ära beibehalten. Drehbuchautor und Regisseur Douglas McKeown (sein erster und letzter Film) möchte mit diesem schaurigen Werk (unter der Aufsicht von Produzent Ted. A. Bohus) gefallen, indem er eine wilde Palette von Einflüssen ansammelt, um der Matinee-Unterhaltung seiner Jugend Tribut zu zollen. Seine Absichten sind als liebenswert zu bezeichnen, doch seine Unerfahrenheit beim Filmemachen wird im gesamten Flick rücksichtslos unterstrichen.

Es stellt tatsächlich eine schockierende Erfahrung dar The Deadly Spawn so träge und uninspiriert vorzufinden, obwohl sich McKeown abmüht den Streifen mit enorm konstruierten Charakterisierungen aufzufüllen. Außerdem werden wertvolle Minuten an Bildschirmzeit mit bedeutungslosen Begegnungen verschwendet, während die Panik, die Laufzeit erhöhen zu müssen, im Verlaufe des Films zunimmt, mit frustrierendem Schnitt von Marc Harwood, der nicht darüber hinaus kommt, leere Gesichter für eine Ewigkeit festzuhalten. Bedenkt man, dass Kosmokiller – Sie fressen alles von einer bösartigen Alien-Invasion handelt, scheint der Film fast Angst davor zu haben, die außerirdische Aggression vollständig zu sondieren. Wahrscheinlich war das Budget ganz einfach zu niedrig, um zusätzliche gruselige Aktivitäten finanzieren zu können, doch man würde lieber dem hungrigen, öligen Besucher mit mehreren Köpfen zusehen, wie er an menschlichen Körperteilen nascht, als mehr von dem ertragen zu müssen, was in diesem Streifen als Drama durchgeht. Die oben erwähnte Psychoanalyse zwischen Charles und Onkel Herb repräsentiert ein bedeutendes Beispiel für eine laue Idee zur Charakterisierung, die vollkommen unnötig in die Länge gezogen wurde.

Während sich die menschlichen Elemente des Films für das Publikum tödlicher gestalten als der Spawn, verleiht McKeown dem Streifen den nötigen Nerv, wenn er sich ausschließlich auf außerirdische Einzelheiten konzentriert. Obwohl es an Geld mangelte, um die Monsterangriffe auch im Detail darstellen zu können, hat die Produktion dennoch eine gesunde Portion an Gewalt zu bieten, wobei es überzeugendes Puppenspiel bestens versteht die Fantasie zu unterstützen. Eine groteske Kreation, die durch ihren höhlenartigen, mit unzähligen Zähnen gefüllten Mund definiert wird, präsentiert sich die Bedrohung des Titels als ziemlich denkwürdig und gibt den Filmemachern etwas Schreckliches an die Hand, wenn sie zahlreiche Stalking-Sequenzen mit den spermienähnlichen Abkömmlingen der Bestie inszenieren (eine direkte Referenz zu Alien, 1979), die sich über die Einheimischen hermachen, einschließlich eines Angriffs auf eine Kochparty, die hauptsächlich von älteren Frauen bevölkert wird. Zu dieser Gelegenheit wird sogar etwas Humor zur Schau gestellt, genauso wie ein paar tolle Ideen der Regie, die das Drehbuch weitgehend vermeidet, um keine Elemente zu beinhalten, die es letztendlich nicht liefern kann.

The Deadly Spawn erwacht endlich zum Leben, wenn es zum Klimax des Films kommt, der langweilige Anstarr-Wettbewerbe sowie geistlose Gespräche beiseiteschiebt, um Verfolgungsjagden zu starten, in denen Pete und seine Freunde von der Kreatur in die Enge getrieben werden, während Charles seine Begabung mit Filmmagie zu nutzen weiß (ein Vorläufer des Tommy Jarvis Charakters aus Friday the 13th: The Final Chapter, 1984), um Vergeltungsmaßnahmen zu generieren und die Monsterhersteller Hollywoods stolz zu machen. Der dritte Akt hat ein paar gefällige Tode und die Zerstörung des Haushalts zu bieten, die mit einer potenten Darstellung von Gore verkauft werden, um das Publikum in die Action investieren zu lassen, vorzugsweise mit einem geschlossenen Auge. Glücklicherweise findet die Produktion einen Impuls für den Abschluss und löscht den Heißhunger der Kreatur mit einem zufriedenstellenden häuslichen Amoklauf.

Kosmokiller – Sie fressen alles erweist sich als kitschig, gleichzeitig allerdings auch ehrfürchtig Budgetklassikern gegenüber, was den Streifen zwar sympathisch, aber trotzdem selten unterhaltsam macht. Der Film hat Ambitionen, die er niemals erfüllen kann und lässt viel Raum übrig, in dem eigentlich der Wahnsinn regieren sollte. Der Kultstatus des Films bei einer so auffälligen zentralen Terrorfigur ist natürlich verständlich, obwohl die Gesamtbemühung keinen folgenschweren Sinn für Genre-Einfallsreichtum in sich trägt, was die Monster zu einer gelegentlichen blutrünstigen Freude in einem Film macht, der oft nicht weiß, was er eigentlich mit ihnen anfangen soll.

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  • Seitenverhältnis: ‎4:3 – 1.33:1
  • Alterseinstufung: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Regisseur: ‎McKeown, Douglas
  • Laufzeit: 1 Stunde und 22 Minuten
  • Darsteller: ‎Hildebrandt, Charles George, DeFranco, Tom, Porter, Richard Lee, Tafler, Jean
  • Sprache: ‎Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Studio: ‎cmv-Laservision

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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