Revolver – Die perfekte Erpressung

Polizio Revolver

Vito Cipriani, der stellvertretende Direktor eines Mailänder Gefängnisses, ist ein rechtschaffener Mann, bis zu jenem Tag, als seine Frau von Unbekannten aus der gemeinsamen Wohnung entführt wird. Kurz darauf wird Vito erpresst: Er soll dem Ganoven Milo Ruiz zur Flucht verhelfen. Als Sicherheit hält Cipriani Milo gegenüber den Geiselnehmern zurück, um die Hintermänner aufzudecken, die Milo auf freiem Fuß sehen wollen. Die beiden Männer begeben sich auf eine Reise, die sie bis nach Paris führt. Am Ende findet jeder seine ganz persönliche Hölle… (filmArt)

Es gibt nicht sooo viele italienische Polizei- und Gangsterfilme, die sich aus dem Einheitsbrei der Gattung abheben aber trotzdem noch mit den Elementen (Verfolgungsjagden, Schießereien, etc.) im Einklang stehen, die diese Art von Filmen ausmachen. Neben Milano odia: la polizia non può sparare (Der Berserker, 1974) und Il cittadino si ribella (Ein Bürger setzt sich zur Wehr, 1974, um nur zwei Beispiele zu nennen) gehört mit Sicherheit auch Revolver zu den Filmen, die sich von den durchschnittlichen Polizei-Flicks abheben und somit zu den besten des Genres gezählt werden können. Revolver profitiert von einem guten Plot, zwei starken Hauptdarstellern und der Tatsache, dass der Film doch tatsächlich eine Aussage treffen möchte. Die Handlung konzentriert sich auf Vito Cipriani (Oliver Reed); einen Gefängniswärter und ehemaligen Polizisten, der sich vor eine verzwickte Wahl gestellt sieht: Entweder er verhilft dem Gauner Milo Ruiz (Fabio Testi) zu einem Gefängnisausbruch, oder er sieht seine entführte Frau nicht mehr lebend wieder. Selbstverständlich ist Vito über diese Situation nicht sonderlich glücklich, geht aber aus Liebe zu seiner Frau auf die Forderungen der Entführer ein. Da Vito sich ziemlich sicher ist, dass er den Erpressern nicht trauen kann, ermöglicht er Milo zwar die Flucht aus dem Gefängnis, lässt diesen jedoch nicht einfach laufen, um einen „fairen“ Personenaustausch sicherstellen zu können. Schnell wird allerdings klar, dass die Verbrecher mit Milo etwas gänzlich anderes vorhaben, als zunächst vermutet und so schließen sich die beiden Männer auf der Suche nach Vitos Frau zu einem ungewöhnlichen „Cop/Gangster“-Gespann zusammen.

Revolver

Warum hat Oliver Reed nicht in mehr italienischen Kriminalfilmen mitgespielt!? Es ist wahrlich eine Freude seiner (typischerweise) Over-the-Top Darbietung zu folgen, in der er wild fluchend die Kontrolle über die Szenerie übernimmt. Der geschätzte Poliziesco Star Fabio Testi stellt hier das genaue Gegenteil von Reeds Charakter dar, was das ungleiche Duo zu einer faszinierenden Paarung werden lässt. Im Gegensatz zu so manch anderem Genrevertreter bewegt sich die Handlung in flottem Tempo voran und kommt dabei nie sehr weit vom Kurs ab, was natürlich ein großes Plus ist. Es gibt zwar wenige Momente, in denen die Gangart etwas zu sehr gedrosselt wird und eventuell ist Blood in the Streets ein wenig zu lang geraten aber langweilig wird der Film trotzdem zu keiner Zeit. Revolver – Die perfekte Erpressung beinhaltet weniger Aktion-Sequenzen als der durchschnittliche Polizeifilm, doch das Publikum bekommt dennoch ein paar anständige Verfolgungsjagden und Schießereien geboten.

Revolver

Oliver Reeds Vorstellung erzielt sowieso mehr Wirkung als irgendwelche Autos oder Knarren! Außerdem versteht es Sergio Sollima wie gewohnt vortrefflich eine ordentliche Geschichte zu erzählen, die auch wirklich eine Botschaft rüberbringen kann. Da man von einem Poliziesco normalerweise nicht viel mehr als gute Unterhaltung erwartet, stellt dies natürlich einen weiteren Bonus dar. Insgesamt gehört der Streifen sicherlich zu den besseren Polizei- und Gangsterfilmen. Absolut empfehlenswert.

Revolver

Mit der Nummer vierzehn ihrer Polizieschi Edition Revolver – Die perfekte Erpressung ist filmArt wieder eine klasse Veröffentlichung gelungen. Der Film ist zu den besten Vertretern seiner Art zu zählen und kommt als ansprechend gestaltete BluRay (auf 1000 Stück limitiert) mit Wendecover daher. Die technischen Daten wissen auch zu überzeugen, befinden sie sich doch auf recht hohem Niveau. Als Extras wurden der US- sowie der italienische Trailer, eine deutsche Koproduktionsfassung (99min), ein internationaler Trailer, ein Interview mit Fabio Testi, sowie ein interessantes Booklet von unserem Autorenfreund Thomas Hortian (Italo-Cinema.de) auf die Scheibe bzw. in die Edition gepackt.

Revolver Revolver

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  • Darsteller: Oliver Reed, Fabio Testi, Paola Pitagora, Agostina Belli, Frederic de Pasquale
  • Regisseur(e): Sergio Sollima
  • Sprache: Deutsch, Italienisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.85:1
  • Ton: DTS-HD Master Audio 2.0
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: filmArt
  • Produktionsjahr: 1973
  • Spieldauer: 109 Minuten

Revolver

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Diese Edition wurde uns freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt. Die Bilder stammen nicht von dieser Edition.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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2 Antworten

  1. 16. Juli 2020

    […] metallurgico ferito nell’onore (Mimi – in seiner Ehre gekränkt, 1972), Sergio Sollimas Die perfekte Erpressung (Revolver, 1973) und Dino Risis Profumo di donna (Der Duft der Frauen, 1974; später mit Al Pacino […]

  2. 31. Juli 2020

    […] niemals spektakulär, es sei denn, man interpretiert mehr hinein, als es gibt. Ach ja, Fabio Testi (Revolver – Die perfekte Erpressung; Verdammt zu leben – Verdammt zu sterben) hat sich ebenfalls in diesen Film verlaufen, versteht […]

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