Ti Lung – Die tödliche Kobra / Xia gu ying xiong zhuan / The Shaolin Heroes / Wu-Tang Clan

Zen Chong, ehemaliger Shaolin-Mönch, hat sich dem grausamen Mandschu-Fürsten unterworfen und versetzt die Provinz in Angst und Schrecken. Als der Shaolin Tempel überrannt und niedergebrannt wird, schafft es Zen Chong die letzten überlebenden Shaolin Kämpfer gefangen zu nehmen. Unter grausamer Folter und dem Befehl nie mehr zu kämpfen, sollen die Shaolin gebrochen werden. Während sich der Widerstand in den Bergen formiert verfolgt Zen Chong seinen eigenen Plan, um seine ehemaligen Freunde eventuell doch vor dem sicheren Tod zu retten. (filmArt)

Marshall Zen Chong (Ti Lung), ehemaliger Shaolin-Kämpfer, der jetzt zum Vollstrecker der Manchus geworden ist, hat die Aufgabe, alle verbleibenden Mitglieder seiner ehemaligen Bruderschaft aufzuspüren. Dem Verräter gelingt es, den berühmten Anti-Ching Krieger Si Ying (Tan Tao Liang) gefangen zu nehmen und ihn sowie alle seine Rebellenkollegen zur Befragung in einer furchterregenden Mandschu-Festung festzusetzen. Obwohl der Kaiser darauf bedacht ist, die Gegner hinrichten zu lassen, überredet Zen Chong seinen Vorgesetzten ihm zu erlauben die Shaolin-Kämpfer in der Hoffnung zu foltern, dass die sich der Sache der Ching anschließen. Die Folterungen haben jedoch noch einen anderen Zweck, als man vermuten würde, denn die Gefangenen scheinen sich dem Regime besser widersetzen zu können, als gewünscht. Dem Kaiser beginnt es zu dämmern, dass sein Verbündeter Zen Chong sich vielleicht doch nicht so weit von den Shaolin entfernt hat – tatsächlich könnte er sie nämlich heimlich unterstützen.

Obwohl Wu Mas ambitionierter Xia gu ying xiong zhuan offensichtlich nicht vom Budget der Shaw Brothers profitierte, handelt es sich trotzdem um ein würdiges Kung-Fu-Drama, das es versteht genügend zu beeindrucken, um sich vom überfüllten unabhängigen Markt abzuheben. Ti Lungs makellose Vorstellung steht Zentral für den Erfolg des Films, was beweist (wenn ein Beweis dafür überhaupt notwendig sein sollte), dass viele der größten Stars des Genres tatsächlich schauspielern konnten. Während seiner Zeit bei Shaw Brothers demonstrierte Ti Lung neben seinen körperlichen Fähigkeiten auch seine schauspielerischen Qualitäten und gewann im Stall der Schauspieler an Bedeutung. Während einige von Ti Lungs unabhängigen Auftritten kaum als anspruchsvoll zu bezeichnen waren, beschert Ti Lung – Die tödliche Kobra dem Star ein kraftvolles Vehikel, das viel mehr darstellt, als nur einen stumpfsinnigen Actionfilm. Die Emotionen, die Marshall Zen Chong beim Spielen des Verräters durchmachen muss, werden von Ti schmerzlich umgesetzt und erzeugen innerhalb des Films eine zentrale Dynamik, die ihm eine Gesamtresonanz verleiht, die im Genre nicht immer zu finden ist.

Durch Ti Lungs bemerkenswerte Leistung ist es nur natürlich, dass sich das auf den Rest der Besetzung überträgt. Tan Tao Liang verkörpert den heldenhaften Si Ying ziemlich gut, während ein junger Danny Lee als naiver und getäuschter Rächer (der entschlossen ist Zen Chong zu töten) sehr effektiv spielt. Die einzige Enttäuschung in der Schauspielabteilung repräsentiert Shih Szu: es ist eine Schande, dass solch eine talentierte Schauspielerin eine recht unwichtige Rolle zugeteilt bekam und sich deshalb damit abfinden musste, mit wenig Bedeutung in den Film hinein- und heraus zu schweben. Die Helden haben jedoch genügend Substanz verpasst bekommen, um sicherstellen zu können, dass die Schwächen und das relativ kleine Budget kaum ins Gewicht fallen.

Für alle, die sich eine Abwechslung vom Kung-Fu-Comedy-Zyklus der späten 70er Jahre wünschen, repräsentiert The Shaolin Heroes einen Film, der von Herzen empfohlen werden kann. Regisseur Wu Ma formt ein dramatisches Stück, das eine Kraft und Tiefe besitzt, die wirklich gelobt werden sollten. Die letzten paar Minuten beinhalten einen Effekt, der bei vielen Zuschauern noch lange nach dem Abspann nachwirken wird. Obwohl hier hauptsächlich die dramatischen Qualitäten der Produktion unterstrichen wurden, hat Ti Lung – Die tödliche Kobra auch genug gut choreografierte sowie beeindruckende Kampfsequenzen zu bieten, wobei Wu Mas Edikt eher Qualität als Quantität bedeutet. Ein in jeder Abteilung ausgezeichneter Film.

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 2.35:1
  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur : Hsueh-Li, Pao, Ma, Wu
  • Medienformat : Breitbild
  • Darsteller : Lung, Ti, Szu, Shih, Lee, Danny, Tao-Liang, Tan, Lung, Ti
  • Studio : filmArt

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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