Zulu

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Ali Neuman (Forest Whitaker) entkam als Kind nur knapp einem Massaker, als er mit seiner Familie zwischen die Fronten der militanten Inkhata und Nelson Mandelas ANC geriet. Neuman ist heute Chef der Mordkommission in Kapstadt und scheint ein gutes Leben zu führen, doch seine Narben sind nur oberflächlich verheilt. Einer seiner Mitarbeiter ist Brian Epkeen (Orlando Bloom), ein unzähmbarer Weißer, dessen Familie einst für die Apartheid kämpfte, wovon sich Brian vehement distanziert. Gemeinsam arbeiten sie in einer Welt, deren Alltag von Bandenkriminalität, Drogenmissbrauch und Rassismus bestimmt wird. Als sie den Mord an zwei jungen Frauen aufklären sollen, geraten sie schnell in eine Spirale der Gewalt, in der ihre Gegenwart auf den Schmerz der Vergangenheit trifft. Denn die Schatten der Apartheid sind noch immer näher als gedacht…

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 Es sieht aus wie ein Mord im Drogenmilieu, als die blutüberströmte Leiche eines 20jährigen Mädchens gefunden wird. Doch Ali Sokehla, Chef der Mordkommission von Kapstadt, und sein Kollege Brian Epkeen stoßen dabei auf Machenschaften, die bis in die Zeiten des Apartheid-Regimes zurückreichen. Machenschaften, in die die Drahtzieher des alten Systems genauso verstrickt sind wie die Dealer der Townships. Je weiter sie in dieses Netzwerk vordringen, desto gefährlicher werden die Konsequenzen für sie selbst, ihre Kollegen und ihre Angehörigen. Dabei müssen sie sich auch ihren eigenen inneren Dämonen stellen…

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Achtung Spoiler !!!

Kapstadt – 2013
Als Chef der Mordkommission bekommt es Ali (Forest Whitaker) mit dem Fall der brutal getöteten Nicole Weiss zu tun, deren Leiche im botanischen Garten gefunden wurde. Die beiden Kollegen, die ihm dabei zur Seite stehen, könnten unterschiedlicher nicht sein: Brian Epkeen (Orlando Bloom) streitet sich mit seiner Ex-Frau Ruby (Inge Beckmann), die jetzt mit einem wohlhabenden Zahnarzt liiert ist, wegen der Unterstützung für den gemeinsamen Teenager-Sohn. Sein Privatleben besteht aus One-Night-Stands mit jungen Schönheiten und diversen Begegnungen mit hochprozentigem Alkohol. Dan Fletcher (Conrad Kemp) dagegen hat ein inniges Verhältnis zu seiner krebskranken Frau Claire (Tinarie Van Wyk-Loots), sodass ihm gar nicht auffällt, dass die Rechercheurin Janet (Iman Isaacs) ihn anhimmelt. Alis einzige Bezugspersonen außerhalb der Arbeit sind seine Mutter Josephina (Nomhle Nkeniy) und die Prostituierte Maia (Chuma Sopotela). Und daran wird sich nichts ändern. Denn bei der Verfolgungsjagd vor 35 Jahren erlitt er Verletzungen, die ihm eine normale Beziehung unmöglich machen. Die Verwerfungen, die das Apartheid-Regime anrichtete, sind überall sichtbar. Ob in den Townships, wo Ali den heftigen Zweikampf zweier Straßenkinder unterbricht, oder im Polizeidezernat, dessen Leiter Kruger (Danny Keogh) früher Regimegegner folterte, um dann dank der Amnestiegesetze ungeschoren davonzukommen. Für Ali, der es mit Nelson Mandela hält, ist indes Verzeihen die oberste Devise. Aber seine Überzeugungen werden auf eine harte Probe gestellt.

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Denn auf der Suche nach Nicoles Mörder stoßen die Cops auf kriminelle Machenschaften, die in die düsteren Zeiten der Rassentrennung zurückreichen. Bald stellt sich heraus, dass das getötete Mädchen Drogen im Blut hatte und vor ihrer Ermordung einen Nachtclub besuchte. Eine Tänzerin gibt Ali einen entscheidenden Hinweis: Nicole wollte sich in der Nacht ihres Todes mit einem Mann namens Stan (Christian Bennett) am Strand – einem Ort der Drogenszene – amüsieren. Als die drei Ermittler am Meer Ermittlungen anstellen, kommt es zum Fiasko: Sie werden von einer Gruppe bewaffneter Dealer überwältigt, die in einer Hütte ihr Lager aufgeschlagen haben. Dan wird erst verstümmelt und dann tödlich verletzt. Brian, der sich zuvor auf peinliche Weise entwaffnen ließ, erobert seine Pistole zurück, erschießt ein paar der Gangster und vertreibt den Rest. Der Angriff am Strand liefert zumindest einige Indizien: Unter den Habseligkeiten des Trupps waren auch einige Drogen der gleichen Art, wie sie im Blut von Nicole Weiss gefunden wurden. Laut Laboranalyse handelt es sich um einen synthetischen Stoff, der in hoher Dosierung zu mörderischer Aggressivität führt. – Wie mörderisch, das sehen die Ermittler an einem Tierversuch mit Mäusen. Janet wiederum hat bei ihren Recherchen herausgefunden, dass unweit der Strandhütte ein verlassenes Haus liegt, das von einer Briefkastenfirma auf den Cayman Islands gekauft wurde. Doch die Besitzer ließen sich nie blicken.

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Was die Ermittler zu diesem Zeitpunkt nicht wissen: Unter den flüchtigen Dealern war auch der gesuchte Stan, der nun seinerseits von seinen Drahtziehern geschnappt wird, unter ihnen der bullige Weiße De Beer (Regart Van Den Bergh). Unter Folter gesteht Stan, wie er Nicole umbrachte: Sie bekam etwas von der Designer-Droge ab und geriet dann außer Kontrolle, so dass er sie in Selbstverteidigung erschlug.
Brian untersucht die leerstehende Villa und entdeckt dort Verpackungen der Droge. Vor dem Haus trifft er die attraktive Judith (Roxanne Prentis), die aus der Gegend stammt. Auf dem Revier identifiziert sie einen Geländewagen, den sie vor dem Haus gesehen hat. Der offizielle Termin hat noch eine angenehme Kehrseite: Cop und Zeugin verbringen eine Nacht zusammen – aber nicht mehr als das, denn Judith hat eine feste Beziehung. Ali wiederum versucht die Straßenkids ausfindig zu machen, deren brutale Prügelei er vor kurzem stoppte. Einer der Jungen ist seinen Verletzungen erlegen, hält aber noch den Behandlungsschein einer kleinen Township-Klinik in der Hand. In der Krankenstation erfährt Ali, dass alle Straßenkinder seit einiger Zeit spurlos verschwunden sind. Er setzt jetzt auf die Hilfe seiner Mutter, um den zweiten Jungen aufzuspüren.

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Dann überschlagen sich die Ereignisse: Am Strand wird eine zweite Mädchenleiche entdeckt – eine Botschaft auf Zulu in die Haut geritzt, in ihrer Hand ein Büschel Haare, das offenbar von ihrem Mörder stammt. Wenig später erhalten die Polizisten ein unerwartetes Paket: den Kopf Stans, dessen DNA zu den Haarresten passt. Der Fall Nicole Weiss scheint gelöst. Zum Entsetzen seiner Cops verkündet Kruger das Ende der Ermittlungen. Denn sie wissen, dass Stan nicht für den zweiten Mord in Frage kommt: Er ist Analphabet und kann daher die Inschrift nicht eingeschnitten haben. Bei Brian kommen noch persönliche Frustrationen hinzu: Seine Ex-Frau hat sich mit ihrem neuen Partner verlobt. Desillusioniert und eifersüchtig wird er beiden gegenüber handgreiflich – was Kruger zum Anlass nimmt, ihn vom Dienst zu suspendieren. Immerhin begreift Brian, dass er privat versagt hat. Gegenüber seinem Sohn outet er sich als „Scheiß-Dad“ und gibt ihm das Geld für eine Mietkaution, das er ihm ursprünglich vorenthalten hatte.

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Immerhin sorgt Janet für neue Hoffnung: Sie hat herausgefunden, dass der Geländewagen, den Judith bei der Strandvilla sah, der privaten Sicherheitsfirma DPS gehört. Zwar besitzt diese keinen Vertrag für das Haus, aber das Briefkastenunternehmen, dem die Immobilien gehören, bezahlte den Security-Spezialisten über 3 Millionen Rand. Und noch mehr: Bei DPS ist ein Kontaktmann für die Offshore-Finanziers gelistet – ein Dr. Oppermann (Patrick Lyster). Und das ist ein Name mit unheilvollem Beiklang: Zu Zeiten der Apartheid gehörte der Wissenschaftler zu dem berüchtigten „Project Coast“, das chemische und biologische Waffen entwickelte, unter anderem um die schwarze Bevölkerungszahl zu reduzieren. Im Amnestieverfahren berief sich Oppermann auf den Befehlsnotstand und wurde freigesprochen. Danach verließ er das Land und wurde nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Für die Cops ist der Fall klar: Oppermann entwickelte die fatale Designerdroge und ließ sie unter anderem über die medizinischen Stationen verteilen, was dazu führte, dass die Straßenkids übereinander herfielen. Sie beschließen, den Fall aufzuklären – ohne Krugers Wissen. Doch das ist noch nicht das Ende der düsteren Enthüllungen. Der Schlüssel zur Wahrheit liegt ganz offenbar im Gebäude von DPS verborgen. Und der Leiter der Firma ist kein anderer als De Beer, der frühere Logistikchef von „Project Coast“. Die Cops sind bereit, die letzten Grenzen zu überschreiten, um die Drahtzieher der Drogen-Morde zu überführen und ihr Geheimnis zu lüften. Doch dabei bringen sie nicht nur sich selbst in Lebensgefahr, sondern auch die Menschen, die ihnen am meisten bedeuten…

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Apartheid (Afrikaans für „Gesondertheit“) steht für die Politik der rigorosen Rassentrennung, die 1910 durch erste Gesetze in der damals gegründeten Südafrikanischen Union begann. Schwarze wie auch Farbige und Asiaten erhielten kein nationales Wahlrecht. Des Weiteren war jeglicher sexueller Kontakt zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen verboten. Mit dem „Mines and Works Act“ von 1911 wurden Schwarze verpflichtet, ausschließlich niedrige Arbeiten zu verrichten. Der „Native Land Act“ von 1913 wiederum wies Siedlungsgebiete nur für Schwarze aus und verbot ihnen, außerhalb dieser Territorien Land zu erwerben. Ihren Höhepunkt erreichte die Apartheid indes erst nach dem Zweiten Weltkrieg, angeheizt durch zahlreiche Streiks schwarzer Minenarbeiter. Mit der Drohung vor einer „schwarzen Gefahr“ gewann die rassistische Partei Nationale Partei NP 1948 die Nationalwahlen und etablierte mit verschiedensten Gesetzen eine strikte Rassentrennung, deren Einhaltung mit massiver Polizeigewalt durchgesetzt wurde. Ziel war es die Privilegien der weißen Minderheit zu schützen und zugleich billige schwarze Arbeitskräfte verfügbar zu haben.

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Die Apartheid unterteilte sich in zwei Aspekte:
Die so genannte ‚kleine Apartheid’ beinhaltete die rassische Trennung im Dienstleistungsbereich, etwa das Verbot des Betretens von öffentlichen Parks für Schwarze, die separaten Abteile in öffentlichen Verkehrsmitteln oder unterschiedliche Eingänge bei öffentlichen Gebäuden. Die ‚große Apartheid’ bezog sich auf die räumliche Trennung im großen Maßstab. Mit den Homelands gründete die Regierung faktisch Riesenghettos, in denen ausschließlich Schwarze leben durften. Die gesetzlich verordneten Zugehörigkeit zu einer Rassenkategorie führte auch zu getrennten Schulsysteme mit unterschiedlich qualifizierten Lehrern. Das Wahlrecht war ausschließlich Weißen verhandelt. Widerstand wurde als krimineller Akt eingestuft.

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Als Opposition gegen die Segregationspolitik hatte sich bereits 1912 der African National Congress formiert, der unter anderem in den 1920ern Streiks der schwarzen Minenarbeiter organisierte. Als 1960 in Sharpeville eine Gruppe friedlicher Demonstranten erschossen worden war, wurde der Widerstand zunehmend gewalttätiger. Das Massaker löste nationale Unruhen aus, die die südafrikanische Regierung brutal unterdrückte. Der ANC gründete 1961 einen bewaffneten Flügel, dessen Leitung der Anwalt Nelson Mandela übernahm. Nach einer Zeit im Untergrund wurden Mandela und seine Mitstreiter 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. In den späten 60ern entstand die von Steve Biko begründete Black Consciousness-Bewegung, die die Werte der schwarzen Kultur betonte. Als die Regierung die bei den Schwarzen verhasste Sprache Afrikaans zwangsweise einführen wollte, kam es 1976 in Soweto zu Studentenunruhen, bei denen bis zu 1000 Schwarze ihr Leben verloren und viele Kinder und Jugendliche inhaftiert wurden. In den folgenden Jahren verstärkte sich der Widerstand, international fand sich das Regime zunehmend isoliert. Am 2. Dezember 1973 hatte die Vollversammlung der UN die Apartheid geächtet. Die inneren Unruhen und die Sanktionen der europäischen Staaten und der der USA trieben die Schwächung der südafrikanischen Wirtschaft voran, die durch den Verfall des Goldpreises 1983 noch verschärft wurde.

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Parallel hatte sich die nichtweiße Opposition besser organisiert und infolgedessen faktisch die Verwaltung der Townships übernommen. Zwischen 1985 und 1990 rief das Regime den Ausnahmezustand aus, sah sich aber aufgrund der weiter wachsenden Probleme gezwungen, zunächst geheimgehaltene Verhandlungen mit den Führern des ANC im Exil aufzunehmen. 1989 trat Frederik Willem de Klerk das Amt des südafrikanischen Staatspräsidenten an; ein Jahr später ließ er aufgrund des gewachsenen Drucks Nelson Mandela zusammen mit den übrigen politischen Gefangenen frei. Oppositionsparteien wie der ANC wurden wieder legalisiert. De Klerk hob wesentliche Gesetze auf, die als Pfeiler der Apartheid galten. Nach den ersten freien Wahlen aller Südafrikaner wurde Nelson Mandela am 10. Mai 1994 für fünf Jahre erster schwarzer Ministerpräsident Südafrikas. Anfang der 1980er rief die Apartheidregierung ein Geheimprojekt ins Leben, um das Land mit chemischen und biologischen Waffen auszurüsten. Leiter war der Kardiologe Wouter Basson, Leibarzt von Präsident Pieter Willem Botha. Ursprünglich als reine Abwehrmaßnahme geplant, wurden zunehmend Angriffswaffen entwickelt. Zielobjekte waren unter anderem ANC-Politiker und die Bevölkerung der schwarzen Townships. So sollte das Toxin Pyridin zur Sterilisierung schwarzer Männer verbreitet werden. Für die Bekämpfung von Unruhen wurde ein besonders intensives Tränengas hergestellt. Auch arbeitete man an Giften, die durch die Haut aufgenommen wurden. Mit Waffen des „Project Coast“ wurden gefangene Kämpfer der südwestafrikanischen Befreiungsorganisation und verhaftete Demonstranten getötet. Wie viele Menschen dem Projekt zum Opfer fielen, ist unbekannt. Unter Präsident De Clerk wurden die schlimmsten Auswüchse aufdeckt: das Ende der Apartheid bedeutete auch das Ende des Projektes. Wouter Basson wurde 2002 von allen Anklagepunkten freigesprochen, da er auf militärische Befehle gehandelt haben soll.

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Zulu BluRay

  • Format: PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: Studio Hamburg Enterprises
  • Erscheinungstermin: 31. Oktober 2014
  • Produktionsjahr: 2013
  • Spieldauer: 110 Minuten

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Studio Hamburg Enterprises zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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