Der Söldner / The Soldier

Der Söldner
Söldnerfilme

Der Söldner (The Soldier) ist ein, wie der Name schon preisgibt, Söldnerfilm aus dem Jahr 1982.

Eine Gruppe russischer Terroristen stielt radioaktives Material für eine Bombe mit der sie arabische Ölfelder vernichten möchten. Sie lassen es so aussehen, als handle es sich um eine Mossad-Aktion, was die ansonsten Israel-nahe US Regierung vor ein Dilemma stellt: konfrontiert mit einem nuklearen Konflikt bereitet das US Militär nun einen Angriff auf Israel vor. Nur ein Mann kann den Weltfrieden retten: die CIA muss den „Söldner“ (Ken Wahl) von der Leine lassen, ein Elitesoldat (und einige Kollegen) der direkt dem CIA Direktor unterstellt ist, und völlig frei von Regeln arbeitet…..

Der Söldner

Ein Händchen für gut aussehende, atmosphärische Kamera-Einstellungen und der bedrückende Soundtrack von Tangerine Dream heben diesen Film von der Masse aus 80er Jahre Macho-Action VHS Ware ab. Schon die Titelsequenz ist ein ziemlicher Knaller und lässt einen epischen Film vor dem Hintergrund des Ost-West Konflikts vermuten. Dann fällt der Film aber schon auf die typische 80er Söldner-Action ab, mit teils lächerlicher Action, billigen aber krachigen und blutigen Effekten, unterdurchschnittliche Besetzung und eine lapidare Story. Etwas Tiefe gewinnt der Film durch den Hauch von geopolitischem Konflikt, interessanten Locations und dem Versuch das ganze etwas in Richtung Spionagethriller zu drehen (warum erklärt Glickenhaus in den Extras).

Der Söldner

In Der Söldner ist witzigerweise ist einmal im Hintergrund ein Kino zu sehen in dem Glickenhaus‘ eigener The Exterminator läuft, sowie Auge um Auge mit Chuck Norris. Glickenhaus hat nicht besonders viele Filme gemacht, aber neben den beiden genannten noch den ziemlich guten Shakedown, McBain und den Kinderfilm Timemaster. Was dann aus ihm wurde ist mir unklar.

In Der Söldner wird insgesamt nicht viel geredet (gleich noch ein paar Worte zur Besetzung weiter unten). Er eigentlich auch relativ wenig Action, trotz einiger hitverdächtiger Szenen und Stunts. Überhaupt kommt er mir nicht ganz ausgewogen vor, darunter leidet auch Ken Wahl, der sicherlich nicht ständig die Leinwand ziert. Der Söldner ist eigentlich ein kleiner möchtegern-Bondfilm, in dem es letztlich ein Happy-End gibt, weil natürlich der Krieg nicht ausbricht. Zu danken haben wir den von der Leine gelassenen Söldner…..

Der Söldner

Ken Wahl, der irgendwie in den 80ern kurz mal ein Star war (z.B. Purple Hearts mit Cheryl Ladd von Sid Furie) und vor allem in den USA aus der Serie Wiseguy bekannt, verschwand 1992 aufgrund eines Unfalls leider von der Leinwand. Wie oben kurz erwähnt geht er in diesem Film leider ein klein wenig unter, da wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen, denn ich denke er hätte sich in einer Rolle als Geheimagent wohler gefühlt als in der eines Rambos.

Diverse sonstige Rollen sind nicht mit großen Namen besetzt. Vor allem das Cameo von Klaus Kinski ist ein Witz, man hat ihn quasi einmal beim Skiurlaub gefilmt. Damals noch fast unbekannt, so sieht man in einer weiteren Nebenrolle Joaquin de Almeda (Desperado) und außerdem hat Peter Hooten (Inglorious Bastards) eine recht zentrale Rolle. Aber was soll ich sagen, davon abgesehen dass der Film ein paar nette Schauwerte hat, und auch irre Stunts wie z.B. auf der Skipiste, plätscherte er mir zu sehr dahin. Dann ist dann noch Steve James, auch aus The Exterminator schon bekannt, als weiterer Teil der Söldnercrew.

Der Söldner

Die hier vorgestellt Version soll die ungeschnittene Europa-Fassung sein, einen exakten Schnittbericht was das nun bedeutet habe ich nicht gefunden. Auf der BluRay sind ein paar Vergleichszenen enthalten, die aber kaum Unterschiede aufweisen. Der Film bringt ein paar wilde Splattermanöver mit sich, bleibt insgesamt aber 80er prüde unterwegs.

Die BluRay (von Koch Films exklusiv im eigenen Shop als limitiertes Mediabook angeboten) sieht weitgehend sehr gut aus, bietet prima Farben und Kontraste und behält viel Film-Look, obgleich es sehr viel Aufnahmen gibt wo man einfach merkt wie sehr die digitale Rauschunterdrückung am werkeln ist, und da gibt es dann schon viel Pixelbrei zu bestauen. Das lässt sich gut verschmerzen, wenn man daran denkt dass man es hier mit der Sorte Film zu tun hat, die man damals auf einer abgeranzten VHS Kassette geguckt hat. Ein Quantensprung, wenn auch mit Abstrichen. Der Ton klingt in Ordnung (man kann auch die deutsche Synchro wählen, Untertitel gibt es optional auf Deutsch), reisst aber niemanden vom Hocker. Die Dialogverständlichkeit ist gut und die Qualität grundsätzlich auch. Wer den Film von alten VHS Kassetten kennt, wird ihn nicht wieder erkennen.

Der Audiokommentar mit James Glickenhaus ist sehr informativ, aber Glickenhaus in seiner Art weiß nicht gerade Begeisterung zu versprühen, dafür ist er etwas zu sachorientiert und bescheiden. Aber wenn man den Film mag und das Kino der Zeit, dann bietet dieser Kommentar ziemlich viele coole und skurrile Geschichten. In einem weiteren Audiokommentar spricht Jim Hemphill, Filmhistoriker, in glühenden Worten über Glickenhaus und seine Zeitgenossen, weiß viel über seine Filme, das Genre und Hintergründe, und macht Spaß zuzuhören. „Memories of The Soldier“ ist ein Interview mit Glickenhaus (14min) mit ein paar Beiträgen von Ron Harper (der den CIA Chef spielte). Ganz interessant in Kombination mit den Audiokommentaren. Die Beiden Interviews „One man, one unit“ mit Casting Director Donna DeSeta (9min) und „Regardless of Risk“ mit Production Designer William DeSeta (18min) geben einen interessanten Einblick in das Filmbiz der Zeit. Dann gibts noch den schon erwähnten Szenenvergleich (R-Rated / International, 4:30min) der eben doch eher minimale Unterschiede zeigt, teils nicht nachvollziehbar sind. Außerdem gibt es die deutschen Credits, den englischen Trailer und eine Bildergalerie. Das Mediabook gibts exklusiv im Online Shop von Koch Films, mit Booklet von Oliver Nöding (erfahrungsgemäßig sehr gut, stand mir für diese Rezension aber nicht zur Verfügung).

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Filmlänge: ca. 89 Minuten Bildformat: 1.85:1 (HD 1080p 24 fps)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 2.0 / Dolby
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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