Ein Haufen verwegener Hunde / Quel maledetto treno blindato / Inglorious Bastards

Frankreich zur Zeit des Zweiten Weltkrieges: Fünf US-Deserteuren gelingt nach einem Artilleriegefecht die Flucht vor der US-Militärpolizei. Auf ihrem Weg in die kriegsneutrale Schweiz geraten die Fahnenflüchtigen in die Fänge französischer Partisanen. Auf deren Befehl soll das Quintett nun den Sprengkopf der deutschen V2-Rakete entwenden – eine Mission, die einem Todeskommando gleichkommt… (Koch Media)

Am besten bekannt als der Film, aus dem Quentin Tarantino den Titel für sein Epos des Zweiten Weltkriegs Inglorious Basterds (2009) entlehnt hat, stellt diese italienische Produktion ein erfreulich überladenes Rip-off auf Das dreckige Dutzend (1967) und verschiedene andere Männer-auf-Mission-im-Zweiten-Weltkrieg Flicks dar. Mit den beiden amerikanischen B-Movie-Veteranen Fred Williamson und Bo Svenson an Board leiht sich Regisseur Enzo G. Castellari bei Ein Haufen verwegener Hunde das grundlegende Handlungsinstrument von Das dreckige Dutzend aus – Soldaten, die wegen verschiedener Verbrechen inhaftiert sind, erhalten die Möglichkeit zur Rehabilitation, wenn sie wieder zurück in den Kampf geschickt werden – und fügt dann erzählerische Kleinigkeiten aus unzähligen anderen Filmen hinzu, was zu einem absurden Plot führt, der von einer gewalttätigen Auseinandersetzung zur nächsten rast.

Die Geschichte beginnt, als Militär Polizisten, die die Sträflinge bewachen, bei einem Luftangriff der Nazis getötet werden und unsere „Helden“ auf der Suche nach Freiheit nun durch die europäische Landschaft streifen. Dann, nach verschiedenen bequemen plot-twists, treten die Protagonisten an die Stelle eines hochqualifizierten Kommandotrupps für eine gefährliche verdeckte Mission. Auf dem Weg dorthin erleben die Bastards eine Reihe bunter Abenteuer, von denen die meisten als angenehme Ablenkungen zu beschreiben sind, auch wenn sie nicht besonders glaubwürdig rüberkommen. Im albernsten Moment des Films lassen die Drehbuchautoren Nunnally Johnson und Lukas Heller einige der Sträflinge mit einer Gruppe deutscher Schönheiten zusammentreffen, die in einem Fluss herumplantschen, nur um die nackten Frauen dann mit Maschinengewehren auf die Amis schießen zu lassen, als die Fräuleins erkennen, dass ihre neuen Freunde nicht aus dem Vaterland stammen.

In Ein Haufen verwegener Hunde gibt es absolut nichts, was Fans von Filmen, die im Zweiten Weltkrieg spielen, noch nie zuvor gesehen haben. Vom comic-relief, der einen geheimen Vorrat an Schmuggelware bei sich trägt, bis zu den Spannungen zwischen Williamsons Charakter und dem rassistischen G.I., gespielt von Peter Hooten. Darüber hinaus gestaltet sich das Schauspiel als wenig bemerkenswert, zumal ein Großteil des Dialogs (englische Tonspur) schlampig synchronisiert wurde. Trotzdem ist The Inglorious Bastards auf dumme Macho Art und Weise als unterhaltsam zu bezeichnen, hauptsächlich dank der vollkommen übertriebenen Handlung, einiger wirklich gelungener Stunt-Arbeiten und pikanter Zutaten wie Williamsons amüsanten Prahlereien. Schauspieler Michael Pergolani, der den comic-relief spielt, trägt anachronistisches schulterlanges Haar und einen sehr großen Schnurrbart, um für den 70er Kitschfaktor zu sorgen. Es gibt einen Grund, warum sich dieser Streifen im Gehirn eines jungen Quentin Tarantino eingebrannt hat, wobei der Grund zu sein scheint, dass Ein Haufen verwegener Hunde eine Sampler-Platte mit eskapistischem Kriegsfilm-Nervenkitzel darstellt.

Bei Amazon bestellen (Erstauflage) oder Neuauflage oder die BluRay

  • Seitenverhältnis : 16:9 – 1.85:1, 16:9 – 1.77:1
  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur : Enzo G. Castellari
  • Medienformat : Breitbild, Restauriert
  • Laufzeit : 1 Stunde und 35 Minuten
  • Darsteller : Bo Svenson, Peter Hooten, Fred Williamson, Michael Pergolani, Jackie Basehart
  • Untertitel: : Deutsch
  • Sprache, : Italienisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Studio : Koch Media

Beim Film-Retro-Shop bestellen

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

Das könnte dich auch interessieren …

2 Antworten

  1. 19. Oktober 2020

    […] fehlen die Spezialeffekte hier schon sehr, was bei den eher heitereren Einträgen des Genres wie Ein Haufen verwegener Hunde noch zum Charme und Spaß der Filme beigetragen hat. Hier wird aus einer schlechten Situation eine […]

  2. 17. November 2020

    […] das explosionsartig übertriebene Actionfest Quel maledetto treno blindato / Inglorious Bastards (Ein Haufen verwegener Hunde, 1978) sein. Doch leider dürfte er für Fans nicht besonders repräsentativ für ein Genre sein, […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.