Zhì qu weihu shan / Die letzte Schlacht am Tigerberg

Die letzte Schlacht am Tigerberg

Nach dem Zweiten Weltkrieg: Nach der bedingungslosen Kapitulation herrschen Chaos und Anarchie in Japan. Diebesbanden haben sich die Waffenarsenale und ganze Landstriche unter den Nagel gerissen und es ist die Aufgabe der berühmt-berüchtigten People’s Liberation Front, die verlorenen Gebiete zurück zu erobern. Mit einer Gruppe von nur 30 Mann nehmen es Captain Shao Jianbo und seine berühmte Einheit 203 mit dem zahlenmäßig weit überlegenen Gegner auf, um als finales Ziel die Bergfestung des skrupellosen Warlords Hawk (Tony Leung Ka-Fai) infiltrieren und stürmen zu können. (Ascot Elite)

Die letzte Schlacht am Tigerberg

Tsui Harks Die letzte Schlacht am Tigerberg spielt genauso wie John Woos The Crossing während des Bürgerkriegs in den späten 1940er Jahren, doch porträtiert nicht den Kampf zwischen der Volksbefreiungsarmee und den Nationalisten, sondern den der 203. Einheit der VBA gegen eine mächtige Bande von skrupellosen Banditen, deren Stützpunkt sich hoch oben auf dem verschneiten Tigerberg in Form einer Felsenfestung befindet. Die Schlüsselfigur der Geschichte ist Yang Zirong, der die Verbrecher-Burg infiltriert, um seine Kameraden mit wichtigen Informationen zu versorgen, damit sie im Guerilla-Stil gegen die zahlreicheren und besser bewaffneten Feinde triumphieren können. Auch, wenn er an das Aussehen von Hugh Jackmans Wolverine erinnert, bestimmt Zhang Hanyu als Zirong jeden einzelnen Moment seiner Screentime mit einer überzeugend nuacierten Vorstellung. Obwohl Lin Gengxin den gerechten Führer der 203. Einheit Shao Jianbo klasse spielt und Tony Leung Kar-Fai als Banditen-Boss Lord Hawk brilliert, ist es Zhang, dem der am weitesten entwickelte Charakter und somit der Großteil des Films gehört.

Die letzte Schlacht am Tigerberg

Die letzte Schlacht am Tigerberg kämpft manchmal um die richtige Balance zwischen der Fiktion und den realen geschichtlichen Ereignissen. Das ist vielleicht auch kein Wunder, bedenkt man die etwas ungewöhnliche Kombination von Material und Regisseur. Tsui Hark sind Epen zwar nicht unbedingt fremd aber er ist auch nicht genau der Filmemacher, der historische Begebenheiten vollkommen authentisch reproduziert – auch bei seiner populären Once Upon A Time in China Trilogie über den legendären Volkshelden Wong Fei Hung passte er die Historik seiner Geschichte ein wenig an. Genauso verhält es sich bei diesem Film, der das Heldentum der 203. Einheit mit der Ernsthaftigkeit präsentiert, die historische Erzählungen in der Regel gebieten, die rüpelhaften Banditen allerdings mit der Art von Exzentrik ausstattet, die seinen Phantasie Epen, wie Zu Warriors – Die Legende der Schwertkrieger (2001) oder dem „aktuelleren“ Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen (2010) zu angenehmen Höhenflügen verholfen hat. Inmitten der tonalen Verschiebungen schließen sich der rätselhafte Fremde Zhang und die Lazarettsärztin Bai Ru (Tong Liya) der 203. Einheit an, wobei die beiden zunächst besonders von Jianbo mit Skepsis gesehen werden. Zirong, der sich als erfahrener Spion erweist, unterbreitet dann den Vorschlag sich undercover in Lord Hawks Bande einzuschleusen. Dort will er dem gefürchteten Habicht eine äußerst begehrte (Schatz-) Karte übergeben, um sich so und mit Hilfe seiner Gewitztheit und Schlagfertigkeit das Vertrauen des Gauner-Königs zu erschleichen und in der Mitte der blutrünstigen Verbrecher aufgenommen zu werden.

Die letzte Schlacht am Tigerberg

Selbstverständlich ist dies ein schwieriges und gefährliches Unterfangen. Zhangs Loyalität wird natürlich einigen harten Prüfungen unterzogen, u.a. soll er von Lord Hawks „Haupt-Frau“ Qinglian (Yu Nan) verführt werden. Ausserdem droht auch ein Spitzel der Banditen, der sich bei den VBA-Soldaten eingeschlichen hat, Zhangs wahre Identität auffliegen zu lassen. Diese Momente garantieren echte Spannung und sind perfekt positioniert, um die Erzählung straff zu halten, die langsam dem Höhepunkt entgegensteuert: Die Festung der Banditen soll am Vorabend von Silvester anlässlich Herrn Habichts Geburtstag erstürmt und erobert werden. Ganz anders als bei den typischen Tsui Hark Filmen kommt Die letzte Schlacht am Tigerberg mit deutlich weniger Set-pieces aus als gewohnt. Tatsächlich gibt es derer „nur“ drei – die erste Begegnung zwischen der 203. Einheit und den Banditen in einem verlassenen Lagerhaus; der gescheiterte Angriff von den Banditen-Brüdern fünf und sechs auf ein Dorf, das von der gleichen Einheit beschützt wird; und schließlich der Überfall auf Lord Hawks Bastei, um dessen Herrschaft der Tyrannei ein für alle Mal zu beenden. Abgesehen von einigen in Zeitlupe aufgenommenen spielerischen Gags, die den Einsatz von 3D rechtfertigen sollen, entfalten diese Set-pieces das was man von Tsui erwartet. Insbesondere die beiden letzteren lassen es, mit einer Kombination aus Old-School-Stunts und einigen netten modernen CGI-Effekten, nicht an Nervenkitzel und Phantasie mangeln.

Die letzte Schlacht am Tigerberg

Nicht ganz so erfolgreich ist Harks Versuch die historischen Ereignisses präzise zu erfassen – ausser Zirong sind die restlichen VBA Helden so eindimensional dargestellt, als wären sie einem Propagandafilm der chinesischen Regierung entsprungen. Ein Sub-Plot, der auf einer Wiedervereinigung von Mutter (Qinglian) und Sohn (ein kleiner Junge namens Knotti, den 203. Einheit rettet) basiert, ist ausserdem zu berechenbar, um überzeugend zu sein. Ungeachtet Tsuis autobiographischer Absicht wirkt die Nexus, die er zwischen Vergangenheit und Gegenwart zeichnet irgendwie fehl am Platz. Wie schon erwähnt fehlt es The Taking of Tiger Mountain an der richtigen Balance zwischen Realität und Mythos. Die besten Filme des Regisseurs sind die, welche es ihm erlaubt haben seine Exzentrizitäten auszudrücken, die in diese einfache Erzählung allerdings nicht hineinpassen. Die narrativen Mängel am Anfang und am Ende sind nur allzu offensichtlich aber zum Glück, so weit es die Grundgeschichte betrifft, hat er eine ergreifende und hervorragend inszenierte Spionagegeschichte konfiguriert, die auch der Historie noch angemessen gerecht wird.

Die letzte Schlacht am Tigerberg

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Die letzte Schlacht am Tigerberg

  • Darsteller: Hanyu Zhang, Tony Ka-Fai Leung, Kenny Lin, Nan Yu
  • Regisseur(e): Tsui Hark
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Mandarin (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Koch Media GmbH – DVD
  • Spieldauer: 141 Minuten

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Diese BluRay-3D sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Ascot Elite zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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