Ein Fall für Cleopatra Jones / Cleopatra Jones

Sie ist sexy, cool und brandgefährlich: Cleopatra Jones (Tamara Dobson), Rauschgiftfahnderin der CIA. Als Cleo in der Türkei ein Mohnfeld abbrennen lässt, schwört Mommy (Shelley Winters), Chefin eines mächtigen Drogensyndikats, Rache: Sie ruft die von ihr geschmierten Cops an und befiehlt ihnen, einen Vergeltungsschlag gegen das Antidrogen-Hauptquartier im Stadtzentrum zu inszenieren. Anschließend sollte Mommy besser die Nummer des Notrufs wählen, denn jetzt bekommt sie es mit Cleopatra höchstpersönlich zu tun… Und die geht nicht gerade zimperlich mit Verbrechern um! (Warner Home Video)

Cleopatra Jones (Tamara Dobson) ist eine Spezialagentin der US-Regierung. Nachdem sie die Zerstörung eines Mohnfeldes in der Türkei veranlasst sowie persönlich überwacht hat, kehrt sie in die USA zurück und muss feststellen, dass die Drogenbaronin Mommy (Shelley Winters) vor Wut nur so kocht und nun mit allen Mitteln versucht das Drogenrehabilitationscenter von Cleopatras Freund Reuben (Bernie Casey) still zu legen – während Cleopatra selbst als nächstes auf Mommys Todesliste steht!

Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass Pam Grier in den siebziger Jahren die Kaiserin des Blaxploitation-Genres gewesen ist, doch auch Tamara Dobson hat sich als bemerkenswerte Protagonistin in diesem Bereich erwiesen. In diesem vollkommen überhöhten Thriller (von Max Julien und Sheldon Keller geschrieben) macht die Kung-Fu anwendende Heldin mit ihrer Körpergröße von knapp 1,90m eine durchaus imposante Figur. All die richtigen Zutaten sind hier ebenfalls vorhanden: eine Verfolgungsjagd, Drogendealer, rassistische Polizisten, Faustkämpfe, Nachtclubszenen sowie hippe Dialoge („See you around, super honky!“) und wenn sich der Streifen schon nicht als tiefgründig bezeichnen lässt, so kann man damit zumindest neunzig Minuten auf enorm unterhaltsame Art und Weise totschlagen.

Die Charaktere sind durchweg überlebensgroß angelegt worden, wie vor allem Cleopatra selbst, die ein auffälliges Auto fährt und den Behörden gegenüber rechenschaftspflichtig ist, jedoch nie vergisst woher sie eigentlich kommt. Außerdem hat sie einen extravaganten Geschmack was Kleidung betrifft, der in diesen Tagen der politischen Korrektheit leider eine große Vorliebe für enorm viel tierisches Fell aufzuweisen hat. Die äußerst übertrieben schauspielernde Bösewichtin Shelley Winters verkörpert eine lautstarke Lesbe mit roter Perücke, die dieses typische Schurken-Ding durchzieht, indem sie einen ihrer eigenen nicht vertrauenswürdigen Handlanger über den Jordan schickt. Dann gibt‘s da auch noch Doodlebug (Antonio Fargas), einen eitlen Drogendealer, der einen weißen Chauffeur für sich arbeiten lässt und sich sein Geschäft außerhalb von Mommys Einfluss aufbauen muss.

Das Problem bei der Sache ist, Cleopatra scheint ganz einfach zu exotisch zu sein, um nur relativ kleine Gauner zu verprügeln – eigentlich sollte sie sich in das unterirdische Versteck eines kriminellen Superhirns abseilen oder auf einer privaten Yacht Champagner schlürfen. Außerdem wünscht man sich nach einer Weile mehr Kampfsporteinlagen zu sehen, doch wenn diese dann endlich um die Ecke kommen, erweisen sie sich als ziemlich schrecklich! Nichtsdestotrotz ist es schon ein wenig schade, dass sich Tamara Dobson nach ihren beiden Hauptrollen (die zweite spielte sie in der Fortsetzung Cleopatra Jones and the Casino of Gold / Cleopatra Jones gegen die Drachenlady, 1975) weitestgehend aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat.

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Regie: Jack Starrett

Genre: Action, Blaxploitation

Untertitel: Deutsch

Wiedergabesprachen: Deutsch, English

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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